Keine Entscheidung im Planungsausschuss gefallen André-Park und kein Ende

Bünde (WB). Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des sogenannten André-Parks ist auch am Donnerstagabend im Planungsausschuss nicht gefallen. Mit knapper Mehrheit entschied sich das Gremium dafür, als externen Gutachter ein Planungsbüro einzuschalten. Das soll einen Vorentwurf für die Schaffung von Wegeverbindungen durch die Grünfläche erstellen. 

Von Rainer Grotjohann
Zum André-Park gehört ein großer Baumbestand. Das Gelände rings um die Buddenberg-Villa hat die Stadt geerbt. Wie Wege durch den sogenannten Park geführt werden könnten, darüber streiten sich derzeit die Parteien.
Zum André-Park gehört ein großer Baumbestand. Das Gelände rings um die Buddenberg-Villa hat die Stadt geerbt. Wie Wege durch den sogenannten Park geführt werden könnten, darüber streiten sich derzeit die Parteien. Foto: Kathrin Brinkmann

Dabei geht es um die Verbindung von der Kaiser-Wilhelm-Straße und der Steinmeisterstraße mit einer Abzweigung zur Viktoriastraße. Dafür sind 5000 Euro angesetzt, für die Überprüfung des Baumbestandes 2000 Euro.

Hatte die CDU noch in dieser Woche öffentlich betont, dass sie auf jeden Fall die Möglichkeit von Durchgängen durch den Park offen halten wolle, machte Martin Schuster schwerwiegende Bedenken geltend. Eine weitere Grünfläche könne sich die Stadt finanziell nicht erlauben. Er verwies auf die Kosten für die Erhaltung beziehungsweise für den Durchbruch der denkmalgeschützten Mauer an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Er plädierte sowohl für den Verkauf der städtischen Grundstücke (Buddenberg-Areal plus ein weiteres Grundstück an der Kaiser-Wilhelm-Straße). Wenn eines Tages Wege durch die Fläche geführt werden sollten, könne das geschehen, indem entsprechende Baulasten (Wegerecht) eingetragen würden. Gleichzeitig merkte Schuster aber an, dass eine solche Baulast den Wert der Grundstücke erheblich mindern werde. Armin Kuschel (UWG) sah angesichts der finanziellen Lage der Stadt keine Veranlassung, eine weitere, kostenintensiv zu pflegende Grünfläche zu schaffen.

Wolfgang Pohl (SPD) pochte auf den Beschluss des Wirtschaftsausschusses vom November. Dieses Gremium hatte die Schaffung von Wegeverbindungen beschlossen. Für diese Maßnahme nicht benötigte städtische Grundstücke sollten verkauft werden. Das bedeute: Wege müssten auf städtischem Grund geschaffen werden. Von der Eintragung von Baulasten sei überhaupt keine Rede gewesen. Im Zentrum der Stadt würden seit langem kleinere Wohnhäuser auf großen Grundstücken durch Mehrfamilienhäuser ersetzt, private Grünflächen gingen so verloren.

Umso wichtiger sei es, öffentliches Grün vorzuhalten, sowohl als Freiraum- und Erholungsfläche als auch als wichtiger Faktor für das innerstädtische Klima. So sah es auch Dr. Elmar Holstiege (Grüne).

Horst Wibbeler (CDU) hielt ihm entgegen, unter dem ökologischen Aspekt sei es die beste Lösung, keinen Weg durch die Fläche hindurchzuführen. Derzeit sei dies ein Paradies für die Tierwelt. Das Gelände sei stark morastig, dort Wege zu schaffen sei schwierig und kostenintensiv.

Dr. Andreas Siepenkothen, Technischer Beigeordneter, erwiderte, auch die Begutachtung des Baugrundes solle von dem Planungsbüro untersucht werden.
Hans-Jürgen Gronemeier (FDP) machte sich Sorgen um den alten Baumbestand. Wenn große Baumaßnahmen anstünden, müssten Bäume fallen. Auch die Baumschutzsatzung biete keine absolute Gewähr für den Erhalt. »Nicht, dass dann auf einmal alle Bäume krank sind«, unkte der Liberale. Mit seiner Stimme setzten SPD und Grüne die Beauftragung eines Planungsbüros für den Vorentwurf durch.

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