Einige Kitas haben nicht genug Plätze für ältere Kinder – Rechtsanspruch wird aber erfüllt Engpass bei über Dreijährigen

Bünde (WB). Die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2016/17 sind größtenteils abgeschlossen. Dabei zeichnet sich in einigen Bünder Einrichtungen ein Engpass bei den Plätzen für über Dreijährige Kinder ab. Für so manche  Eltern bedeutet das, dass ihr Kind  keinen Platz in der Wunschkita bekommt.

Von Kathrin Brinkmann
Die AWO-Kita an der Hasskampstraße kann im kommenden Kitajahr kein einziges Kind über drei Jahren mehr aufnehmen. Hier sind die Plätze alle schon durch Kinder besetzt, die als unter Dreijährige in die Einrichtung kamen und nun älter geworden sind.
Die AWO-Kita an der Hasskampstraße kann im kommenden Kitajahr kein einziges Kind über drei Jahren mehr aufnehmen. Hier sind die Plätze alle schon durch Kinder besetzt, die als unter Dreijährige in die Einrichtung kamen und nun älter geworden sind. Foto: Kathrin Brinkmann

Besonders kritisch sieht die Lage in der AWO-Kita an der Hasskampstraße in Bünde-Mitte aus. »Wir haben insgesamt 55 Plätze. Im kommenden Jahr können wir aber kein einziges Kind über drei Jahren annehmen. Das war auch im vergangenen Jahr schon so, weil die unter Dreijährigen, die bereits in unserer Kita sind, älter werden und somit allein mit unseren bisherigen Kindern alle Plätze für über Dreijährige belegt sind«, sagt Lisa Klusmeier, stellvertretende Einrichtungsleiterin.

Vorrang für Geschwisterkinder

Ähnlich sieht die Situation am Kindergarten am Markt aus. »Wir haben zum nächsten Kindergartenjahr insgesamt 22 freie Plätze, davon neun für über Dreijährige«, sagt Einrichtungsleiterin Brigitte Lehmkuhl. Angemeldet worden seien 83 Kinder, davon 40 über Dreijährige.
Karin Schäffer vom Jugendamt ist das Problem bekannt. »Viele Eltern melden ihr Kind heute schon sehr früh im Kindergarten an. Wenn die Kinder älter werden, belegen sie natürlich automatisch Plätze für über Dreijährige, die dann nicht mehr vergeben werden können.« Erschwerend komme hinzu, dass viele Einrichtungen einen Vorrang für Geschwisterkinder gewähren, Alleinerziehende bevorzugen oder Eltern, die beide voll berufstätig sind. In der AWO-Kita an der Hasskampstraße würden zudem die Kinder von Mitarbeitern aus dem Lukas-Krankenhaus bevorzugt, weil eine Kooperation bestehe

»Es muss sich aber niemand Sorgen machen. Natürlich kann es sein, dass kein Platz in der Wunschkita frei ist. Aber das könnte auch passieren, wenn man sein Kind schon ein Jahr früher anmeldet«, sagt Karin Schäffer.

Sie rät Eltern, die in Bünde-Mitte einen Platz suchen, dazu, es zum Beispiel in der Kita an der Lortzingstraße zu versuchen, die wegen ihrer Größe mehr Kinder aufnehmen kann. »Wir haben 30 freie Plätze und bisher 42 Anmeldungen«, sagte Einrichtungsleiterin Annegret Lindner. Wie viele freie Plätze für über Dreijährige seien, konnte sie nicht konkret sagen.

Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz

Jedes Kind zwischen drei und sechs Jahren hat laut Karin Schäffer einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz von 35 Stunden, in Einzelfällen auch mehr. »Der kann in Bünde auch erfüllt werden. Wir bemühen uns auch, dass alle Kinder wohnortnah untergebracht werden können«, so Schäffer. Die Stadt verfüge über ausreichend Plätze. Aktuell seien es 1365 in Kindertageseinrichtungen (davon 294 für unter Dreijährige). Hinzu kommen 105 Kinder unter drei Jahren, die in der Kindertagespflege betreut werden.

Die Stadt rechnet damit, dass sich der Bedarf nach Plätzen wegen der Flüchtlinge noch erhöht – vor allem im Ortsteil Hunnebrock. Es gebe jedoch keine Zahlen, wie viele Flüchtlingskinder aktuell in den Kindergärten betreut würden und wie viele bald hinzukommen könnten.
»In Hunnebrock sind wir bereits im Gespräch mit der DRK-Kita Krempoli. Ab 1. August soll dort zunächst eine Spielgruppe eingerichtet werden, die sich zunächst an zwei Nachmittagen pro Woche trifft. Sie ist nicht nur offen für Flüchtlinge«, sagt Karin Schäffer. Ansonsten müsse die Stadt erst einmal schauen, wie viele Flüchtlinge überhaupt Interesse hätten, ihr Kind in eine Betreuungseinrichtung zu schicken.

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