Vor dem Hintergrund der Flüchtlingszuweisungen Neueinstellungen beschlossen Sozialamt wird verstärkt

Bünde (WB). In der Abteilung Soziales der Stadtverwaltung sind die Grenzen der Belastbarkeit so gut wie erreicht. Die Flüchtlingsproblematik ist mit Hilfe des vorhandenen Personals nicht mehr zu bewältigen. Jetzt wird Abhilfe geschaffen.

Von Rainer Grotjohann
Das Gebäude Kleiststraße 41-51 in Hunnebrock wird möglicherweise zu einem Stadtteilbüro.
Das Gebäude Kleiststraße 41-51 in Hunnebrock wird möglicherweise zu einem Stadtteilbüro. Foto: Krämer

Einstimmig hat sich der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend dafür ausgesprochen, fünf zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Um qualifiziertes Personal zu bekommen, rückte die Verwaltung auf Drängen von Dr. Elmar Holstiege (Grüne) von ihrem Vorhaben ab, zunächst nur bis zum Jahressende befristete Stellen auszuschreiben, die dann ab 2016 in Festanstellungen münden sollten, Um aber feste Beschäftigungsverhältnisse noch in diesem Jahr vereinbaren zu können, muss der Stellenplan 2015 geändert werden. Das soll in der Ratssitzung am 11. November geschehen.

35 bis 50 Neuankömmlingen pro Woche

Die Verwaltung hatte zunächst versucht, mit interner Umorganisation den Betreuungsaufwand in den Griff zu bekommen. So war ein zum Jobcenter abgeordneter Mitarbeiter zurück geholt worden, war eine Mitarbeiterin aus einer anderen Abteilung in den Bereich Soziales umgesetzt worden. Ferner waren zwei Mitarbeiter befristet eingestellt und ein Mitarbeiter auf Stundenbasis beschäftigt worden. Außerdem waren drei Sozialarbeiter des Jugendamtes stundenweise abgestellt worden.
Die Zuweisungen von Flüchtlingen aber gingen weiter. Zu Wochenbeginn belief sich die Zahl der Flüchtlinge auf 477, heute sollen weitere 13, am Montag noch einmal zehn Asylsuchende nach Bünde kommen. Und auch weiterhin wird mit 35 bis 50 Neuankömmlingen pro Woche gerechnet.
Flüchtlingssozialarbeit sei keine Aufgabe für Berufsanfänger, hielt Erster Beigeordneter Günter Berg fest, der zumindest zwei weitere Planstellen für das Jahr 2016 für unerlässlich hält. Vor allem für die so genannten Erstgespräche (Clearings) mit den Asylsuchenden, in denen deren berufliche oder schulische Qualifikation sowie deren eigene Vorstellungen vom künftigen Leben in Deutschland registriert und erörtert werden, brauche es Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Eine Arbeitsstunde plus Nachbereitungszeit müsse für ein solches Gespräch eingeplant werden, sagte Berg. Nicht zuletzt müsse geklärt werden, ob ein Flüchtling, dessen Asylantrag bewilligt wird, in Bünde bleibt oder nicht.
Auch wenn sich die Zuwanderung verlangsamen sollte, seien Personalüberhänge in den Folgejahren nicht zu befürchten, verwies Berg auf andere Aufgaben im Bereich Soziales.

Stadtteilbüros

Ebenfalls einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss die Einrichtung von so genannten Stadtteilbüros befürwortet. Jeweils ein Haus in den früheren Britensiedlungen in Hunnebrock und Bünde-Mitte soll die Verwaltung von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) anmieten und ausstatten. Hier sollen Ansprechpartner für Flüchtlinge und Anwohner bereit stehen beziehungsweise Hausmeisterfunktionen übernehmen und sollen Sicherheitskräfte ein Quartier haben. Diese sollen zunächst bis Ende März 2016 von 16 bis 8 Uhr Patrouillengänge unternehmen. Neben Quartiermanagement (Erfassung und Belegung der Wohnungen) sollen in diesen Büros auch die oben erwähnten Erstgespräche (Clearings) stattfinden

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