Maikomitee will am Bahnhof starten – Biegida-Sympathisanten melden 40 Teilnehmer an Gegendemo mit Blickkontakt

Bünde (WB). Die Polizei hat am Freitag Gespräche mit Thomas Borgartz geführt. Wie berichtet, hat Borgartz eine Demonstration von Biegida-Anhängern in Bünde angemeldet, die am Freitag, 16. Oktober, stattfinden soll. 

Von Kathrin Brinkmann
Die Veranstalter der Gegendemo hoffen, für Freitag, 16. Oktober, viele Unterstützerorganisationen mobilisieren zu können. Zur Demo in Bielefeld kamen am 21. September etwa 4000 Demonstranten. Ihnen gegenüber standen 19 Biegida-Anhänger.
Die Veranstalter der Gegendemo hoffen, für Freitag, 16. Oktober, viele Unterstützerorganisationen mobilisieren zu können. Zur Demo in Bielefeld kamen am 21. September etwa 4000 Demonstranten. Ihnen gegenüber standen 19 Biegida-Anhänger. Foto: Oliver Schwabe

Polizeisprecher Michael Albrecht bestätigte auf Anfrage, dass es Kooperationsgespräche gegeben habe. Nach derzeitigem Stand lägen keine Gründe vor, die ein Verbot des Aufzugs rechtfertigen.

Der Veranstalter habe 40 Teilnehmer angemeldet. Er habe die Auflage bekommen, vier Ordner zu stellen. Weder zum Startpunkt der Route, noch zum Routenverlauf wollte Albrecht Angaben machen. Genaueres könne die Polizei erst sagen, wenn in der kommenden Woche das Gespräch mit den Gegendemonstranten stattgefunden habe und die Polizei deren Pläne kenne.

Etwa 30 Vertreter verschiedener Vereine und Institutionen hatten sich am Donnerstagabend im Jugendheim Ennigloh getroffen, um die Gegendemo zu planen. »Wir haben festgelegt, dass wir nun doch nicht, wie geplant, am Marktplatz starten soll, sondern am Bahnhof«, sagte Olaf Craney vom Bündnis »Herford bleibt bunt und vielfältig«.

Die Gegendemo solle um 18 Uhr am Bahnhof beginnen. Von dort aus wollen die Teilnehmer zum Rathausplatz ziehen, wo Reden gehalten werden sollen. Danach soll es zurück zum Bahnhof gehen, wo die Biegida-Anhänger um 18.50 Uhr erwartet werden. »Die Mitglieder des Maikomitees, die die Demo angemeldet haben, waren zusammen mit allen Partnern der Ansicht, dass man nicht zwei Kilometer von den Biegida-Anhängern entfernt demonstrieren kann, sondern dass wir schon in unmittelbare Nähe müssen, um zu signalisieren, dass wir rechten Gedanken in Bünde keinen Raum bieten«, sagte Craney.

Polizeisprecher Albrecht erklärte hierzu auf Anfrage, dass das Recht auf Demonstrationsfreiheit bestehe und gesetzlich geregelt sei, dass Demonstranten und Gegendemonstranten sich »in gegenseitiger Sicht- und Hörweite« aufhalten dürften.

Die Gegendemo soll unter dem Motto »Bünde bleibt bunt und weltoffen« stehen. Einige Redner wurden bereits bestimmt. So erklärte Marion Schröder von der Flüchtlingshilfe Löhne auf Anfrage, dass sie zu den Rednern zähle. Auch Hussein Kehdr von der AG Migration und Integration im Kreis Herford soll eine Rede halten.

Angefragt werden soll auch Bürgermeister Wolfgang Koch. Der erklärte jedoch am Freitag auf Anfrage, nicht in offizieller Funktion, sondern lediglich privat an der Gegendemo teilnehmen zu wollen. Er wolle sich nicht in den Blickpunkt der Öffentlichkeit stellen. »Sollte ich eine Rede halten, wäre das kaum von meinem offiziellen Amt zu trennen«, sagte er. Als Leiter der Verwaltung identifiziere er sich nicht mit den inhaltlichen Zielen der Biegida-Demonstranten. Dennoch respektiere er das Demonstrationsrecht. Um seine Neutralität zu wahren, sei eine offizielle Teilnahme als Bürgermeister an der Gegendemo nicht möglich.

Für die Gegendemo sollen 300 Teilnehmer angemeldet worden sein. Allein über Facebook haben jedoch schon 500 Personen ihr Kommen zugesagt. Das Bündnis »Herford bunt und vielfältig« konnte per Aufruf bereits 40 Unterstützerorganisationen für die Teilnahme mobilisieren.

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