Ulrike Jaeger erhält das Bundesverdienstkreuz vom Bundespräsidenten persönlich Post von Joachim Gauck

Bünde (BZ). Jugendreferentin Ulrike Jaeger  erhält das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Joachim Gauck wird der Bünderin den Verdienstorden am Donnerstag, 1. Oktober, persönlich im Schloss Bellevue überreichen.

Von Kathrin Brinkmann
Jugendreferentin Ulrike Jaeger (Bildmitte) bekommt für ihre Arbeit im Jugendworkcamp Weißrussland das Bundesverdienstkreuz von Joachim Gauck verliehen. Das Foto zeigt sie mit einigen Jugendlichen im Jahr 2012 in Stachofzy während eines Arbeitseinsatzes.
Jugendreferentin Ulrike Jaeger (Bildmitte) bekommt für ihre Arbeit im Jugendworkcamp Weißrussland das Bundesverdienstkreuz von Joachim Gauck verliehen. Das Foto zeigt sie mit einigen Jugendlichen im Jahr 2012 in Stachofzy während eines Arbeitseinsatzes.

»Dass ich ausgezeichnet werde, habe ich im August in meinem Urlaub erfahren. Auf einmal lag ein Brief vom Bundespräsidialamt auf meiner Treppe«, erklärte Jaeger gestern auf Anfrage. Ihr erster Gedanke sei gewesen: »Ein Knöllchen kann es nicht sein.  Als ich dann gelesen habe, worum es geht, habe ich gedacht, ich sehe nicht richtig«, sagt die Bünderin.

Eine große Besonderheit ist, dass Joachim Gauck Ulrike Jaeger und die 31 weiteren Nominierten persönlich auszeichnen und anschließend zu einem Empfang einladen wird. Eine solche Ehre wird   den wenigsten Bundesverdienstkreuzträgern zuteil und ist ein Zeichen dafür, welchen gesamtgesellschaftlichen Wert der  Bundespräsident Jaegers Arbeit beimisst.

1996 Internationales Jugendworkcamp Weißrussland gegründet

Um   die Situation  hilfsbedürftiger Senioren  zu verbessern, hat die 50-Jährige 1996 das Internationale Jugendworkcamp Weißrussland gegründet. Das Workcamp wird jedes Jahr   im Auftrag  der Evangelischen Jugend Region Bünde-Ost angeboten. Jedes Jahr fährt Jaeger gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Kreis Herford  während der Sommerferien nach Weißrussland, um mit dortigen Heranwachsenden  Wohnhäuser von Senioren   zu renovieren. Dabei vermittelt sie den   Jugendlichen auch die geschichtlichen Hintergründe  und vereinbart Treffen mit Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust. Neben den christlich-sozialen Aspekten ist ihr die Wertevermittlung an die Jugendlichen ein hohes Anliegen.  Für die weißrussischen Jugendlichen organisiert Ulrike Jaeger stets eine Rückbegegnung in Bünde. Neben ihrem Hauptamt engagiert die Jugendreferentin sich in hohem Maße ehrenamtlich für die  Menschen in Weißrussland.

2013 wurde Jaeger bei ihrem Workcamp von einem Kamerateam begleitet. Der Film »Die Deutschen sind zurück. Versöhnungssuche und Spurensuche in Weißrussland« wurde 2014 im Kino Arsenal in Berlin gezeigt. Damals saß Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas, im Publikum. Sie regte vor den 250 Zuschauern – darunter auch Christina Rau, Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau  – an, dass Jaeger  für ihr überdurchschnittliches Engagement doch ausgezeichnet werden müsse. Das  Projekt genoss zu diesem Zeitpunkt bereits seit 15 Jahren  eine hohe Anerkennung durch den Botschafter a.D. in Weißrussland, Dr. Helmut Frick, sowie durch Ludwig Brügmann vom Verein Heimstatt Tschernobyl.

Für Ulrike Jaeger ist vor allem eines wichtig: »Dass ich weiterhin mit Spaß meine Arbeit mache. Aber natürlich freue ich mich unglaublich über die  Anerkennung.«

Neben Jaeger werden weitere Persönlichkeiten geehrt, darunter  die bekannte Schauspielerin Katharina Thalbach und Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschland von 2010 bis 2014.

Der Film über Jaegers Workcamp-Arbeit wird am 4. Oktober im RBB-Fernsehen ausgestrahlt. In Bünde ist er  am Montag, 5. Oktober, um 18 Uhr im Universum zu sehen. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuz wird am 1. Oktober zudem bei Phoenix ausgestrahlt.

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