Bis zu 200 Flüchtlinge erwartet – Infoveranstaltung für Bürger am Donnerstag Kreisgästehaus wird Notunterkunft

Rödinghausen (BZ). Seit Dienstag-Nachmittag steht fest: Auch in der Gemeinde Rödinghausen wird eine Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet. Voraussichtlich in der kommenden Woche werden bis zu 200 Menschen im Jugendgästehaus des Kreises Herford einquartiert.

Von Rainer Grotjohann und Daniel Salmon
Etwa 200 Flüchtlinge sollen voraussichtlich ab der kommenden Woche im Jugendgästehaus des Kreises Herford in Rödinghausen und der angrenzenden,  400 Quadratmeter großen Sporthalle untergebracht werden.
Etwa 200 Flüchtlinge sollen voraussichtlich ab der kommenden Woche im Jugendgästehaus des Kreises Herford in Rödinghausen und der angrenzenden, 400 Quadratmeter großen Sporthalle untergebracht werden.

Auch eine angrenzende Sporthalle mit einer Fläche von 400 Quadratmetern soll für die Unterbringung der Flüchtlinge eingesetzt werden.  Das Jugendgästehaus kam als Unterkunft für Flüchtlinge ins Gespräch, nachdem die Bezirksregierung Detmold in der vergangenen Woche auch die Kreise in Ostwestfalen-Lippe um kurzfristige Amtshilfe bei der Suche nach weiteren Unterkunftsplätzen gebeten hatte.

»Daraufhin hat der Kreis Herford begonnen, alle in Frage kommenden Alternativen zur Unterbringung von Flüchtlingen im gesamten Kreisgebiet zu überprüfen«, sagt Kreispressesprecherin Petra Scholz. Dies sei in enger Zusammenarbeit mit den neun Städten und Gemeinden des Kreises geschehen. In diesem Zusammenhang wurden auch die kreiseigenen Liegenschaften und Immobilien auf eine mögliche Nutzung für Notunterkünfte überprüft.

206 Schlafplätze könnte es geben

Im Jugendgästehaus des Kreises Herford stehen insgesamt 126 Betten zur Verfügung. Etwa 80 weitere Schlafplätze können in der anliegenden Sporthalle aufgebaut werden. Derzeit werden die nötigen Voraussetzungen für die Unterbringung geschaffen – der Kreis geht davon aus, dass das Jugendgästehaus bis Mitte der kommenden Woche auf die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet wäre. »Möglicherweise könnte das aber auch alles viel schneller gehen«, so Petra Scholz.

Wer die Einrichtung als Träger betreiben soll, stand gestern bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Mitglieder eines eilig einberufenen Stabes des Kreises Herford, dem unter anderem Vertreter des Ordnungs- und des Gesundheitsamtes angehören, sollen sich in den kommenden Tagen mit der Klärung aller sich stellenden Probleme und Fragen befassen.

Info-Veranstaltung geplant

An einem Infoabend in der Wiehengemeinde sollen weitere Informationen bekannt gegeben sowie auf die Fragen der Rödinghauser Bevölkerung eingegangen werden. Die Veranstaltung ist für den morgigen Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr im Haus des Gastes in Rödinghausen geplant.

Bis dahin, davon geht Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer aus, werde der Kreis alle noch anstehenden Fragen beantworten können. Er selbst sei am Montagmittag informiert und an der Entscheidung der Kreisverwaltung »zumindest indirekt« beteiligt worden.

Der Kreis Herford werde von der Bezirksregierung vergleichsweise kurzfristig vor eine nicht einfach zu lösende organisatorische und logistische Aufgabe gestellt. Dazu gehöre auch die Frage, was mit den Gästen geschehen solle, die sich zur Zeit im Jugendgästehaus befinden und jenen Gruppen, die für die nähere Zukunft gebucht haben.

Bisher 80 Asylsuchende

Die Gemeinde Rödinghausen mit ihren knapp 10000 Einwohner gebe zur Zeit etwa 80 Asylsuchenden ein Obdach. Insbesondere die aus Syrien kommenden Menschen seien von der Bevölkerung freundlich und mit großer Hilfsbereitschaft aufgenommen worden.

Nun kämen weitere 200 Flüchtlinge, in einen Ortsteil mit etwa 1400 Einwohnern. Das sei eine gesellschaftliche Herausforderung, der sich die Bevölkerung stellen werde. Er werde, gemeinsam mit allen politischen Kräften in Rödinghausen, dafür eintreten, dass den Menschen aus den Krisen- und Kriegsgebieten mit der gebotenen Menschlichkeit begegnet werde, betonte der Verwaltungschef der Wiehengemeinde.

Landkreise verpflichtet

Im Kreis Herford sind Notunterkünfte für soeben in Deutschland angekommene Flüchtlinge bislang nur in den beiden Kommunen Herford und Bünde eingerichtet worden. Dies sind die beiden einzigen Städte, die mehr als 40000 Einwohner haben. Kommunen unter dieser Einwohnergrenze können in Nordrhein-Westfalen bislang nicht zur Einrichtung von Notunterkünften zur Erstaufnahme verpflichtet werden – wohl aber die Landkreise.

Und deren Immobilien liegen nun einmal in den ihr zugehörigen Städten und Gemeinden. Somit kann die Erstaufnahmeeinrichtung auch in der kleinsten Kommune des Kreises Herford – eben in Rödinghausen – eingerichtet werden.

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