Zeugen gesucht – Feuerwehr kontrolliert Teich im Steinmeisterpark Öl absichtlich eingeleitet?

Bünde (WB). Der Kreis Herford vermutet, dass das Altöl, das am Sonntag die Else verschmutzt hat, absichtlich in die Regenwasserkanalisation eingeleitet wurde. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Von Kathrin Brinkmann
Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Sonntag Ölsperren in der Else errichtet. Diese sollen bis mindestens Freitag  vor Ort bleiben, damit sich das Öl nicht weiter verteilt.
Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Sonntag Ölsperren in der Else errichtet. Diese sollen bis mindestens Freitag vor Ort bleiben, damit sich das Öl nicht weiter verteilt.

»Wir haben intensiv das Kanalnetz überprüft, aber den Verursacher leider nicht ermitteln können«, sagte gestern Peter Burchert vom Abwasserwerk Bünde auf Anfrage. Da das Öl nicht aus dem Abwasserkanal, sondern aus dem Regenwasserkanal in die Else gelangt ist, geht der Kreis Herford davon aus, dass ein Privatmann absichtlich sein Altöl im Kanal entsorgt hat. »Dass das Öl durch einen Unfall von einer Firma eingeleitet wurde, ist unwahrscheinlich«, erklärte Petra Scholz, Sprecherin des Kreises.

Gestern rückte die Feuerwehr Bünde in diesem Zusammenhang erneut zu einem Einsatz aus. Besorgte Bürger hatten gemeldet, dass auf dem Teich im Steinmeisterpark ebenfalls ein Ölfilm zu sehen sei. Außer der Feuerwehr wurde auch das Kreisumweltamt informiert. Die Mitarbeiter konnten allerdings schnell Entwarnung geben. Es handelte sich um einen Fehlalarm, da im Teich kein Öl, sondern Bakterien zu finden waren. »Diese sind harmlos und schillern tatsächlich genau wie Öl«, sagte Petra Scholz. Weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Entfernung der Bakterien, seien nicht erforderlich.

Unterdessen waren Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Stadt Bünde gestern wieder damit beschäftigt, die bestehenden Ölsperren in der Else zu kontrollieren. Überraschend wurde beschlossen, diese noch nicht zu entfernen, sondern bis mindestens Freitag im Fluss zu belassen. »Jetzt spülen wir die Rohre noch einmal, damit wir auch sicher sein können, dass das Öl bestmöglich entfernt wird«, sagte Petra Scholz. Sie glaube nicht, dass mit einer weiteren Einleitung von Öl zu rechnen sei.

Falls es nötig sein sollte, werden die Feuerwehrleute weiteres Bindemittel in die Else schütten. »Das Bindemittel hat Würfelform. Wir können ja das Mittel nich einfach direkt in den Fluss kippen. Die Würfel nehmen zwar das Öl auf, aber kein Wasser«, erklärte Peter Burchert. Später würden die mit Öl vollgesogenen Würfel wieder aus dem Wasser geholt und entsorgt.

Klaus Nottmeyer von der Biologischen Station Ravensberg erklärte, die Else sei doppelt strapaziert – erst durch den Gülleunfall und nun durch das Altöl. »Vor allem für Enten stellt Altöl eine Gefahr dar, da sie sich regelmäßig das Gefieder putzen«, sagte Nottmeyer. Dabei könne es passieren, dass das Öl geschluckt werde und die Tiere vergiftet würden. Auch könne das Gefieder durch das Öl verklebt werden, was dazu führe, dass der natürliche Schutz, der das Eindringen von Wasser verhindere, gestört werde. Es bestehe zudem die Gefahr, dass Teile des Öls absinken und weitere Lebewesen vergiften.

Wer Hinweise zur Herkunft des Öls geben kann, sollte sich bei der Polizei unter 05221/8880 melden.

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