Radweg an Südlenger Straße wird zur Gefahr – Landesbetrieb will Situation entschärfen Pylonen falsch montiert

Bünde (WB). Der neue Schutzstreifen für Radfahrer an der Südlenger Straße erinnert an einen Schildbürgerstreich: Eigentlich war es das Ansinnen der Stadt, dort mehr Sicherheit für Radler zu erreichen. Seit der Anbringung der Pylonen, die Autos in die Straßenmitte lenken sollen, ist aber das Gegenteil der Fall. Laut Polizei hat sich bereits ein Unfall ereignet.

Von Kathrin Brinkmann
An der Südlenger Straße in Bünde hat der Landesbetrieb Straßen NRW einen neuen Radweg und Markierungsköpfe anbringen lassen. Weil die Montage nicht dem Plan entsprechend erfolgt ist, müssen Radfahrer nun auf die Straße ausweichen.
An der Südlenger Straße in Bünde hat der Landesbetrieb Straßen NRW einen neuen Radweg und Markierungsköpfe anbringen lassen. Weil die Montage nicht dem Plan entsprechend erfolgt ist, müssen Radfahrer nun auf die Straße ausweichen. Foto: Kathrin Brinkmann

Mehrere Politiker hatten in der letzten Sitzung des Stadtrates vor den Sommerferien bereits auf die Gefahr an der Südlenger Straße und auf sich häufende Anwohnerbeschwerden hingewiesen. Sie forderten von Bürgermeister Wolfgang Koch eine Erklärung. Der beschwichtigte und informierte, dass die Stadt keine Schuld an der Anbringung der Markierungsköpfe trage.

Bündes Radbeauftragter Thomas Schuh erklärte gestern auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Pylonen tatsächlich nicht so angebracht worden seien wie ursprünglich geplant.»Die Idee, an der Südlenger Straße einen Schutzstreifen für Radfahrer zu installieren, ist bereits in einem Workshop vor zwei Jahren entstanden. Im Frühjahr 2014 wurde die Sache dann vom Planungsausschuss beschlossen«, sagte Schuh.

Im Zuge der Planungen habe die Polizei die Idee geäußert, nicht nur die Markierung für den Schutzstreifen auf der Fahrbahn anzubringen, sondern auf beiden Seiten vier Markierungsköpfe mit Fähnchen stark versetzt zueinander zu installieren, damit die Autofahrer den Streifen früh erkennen und in Richtung Straßenmitte ausweichen. »Die vier Köpfe sollten auf einer Länge von sechs Metern verteilt werden. Dann hätten Radfahrer sie bequem umfahren können«, sagte Schuh.

Stattdessen seien die Pylonen vom Landesbetrieb alle direkt vor den Radstreifen gesetzt worden – und zwar so, dass Radler seither auf die Straße ausweichen müssen, um das Hindernis zu umfahren. »Ich habe mir das angesehen, nachdem sich Anwohner bei mir beschwert haben. So ist es tatsächlich ziemlich gefährlich«, erklärte Schuh. Das Verkehrskommissariat der Polizei bestätigte gestern auf Anfrage, dass es am 23. Juni einen Unfall mit einem leicht verletzten Radfahrer gegeben hat.

Die Straßenverkehrsbehörde Bünde, die die Arbeiten in Auftrag gegeben hatte, hat Straßen NRW bereits über die Gefahr informiert und um eine Versetzung der Makierungsköpfe gebeten.

Sven Johanning vom Landesbetrieb Straßen NRW erklärte gestern auf Anfrage, dass die Markierungsfirma »den Sinn der Maßnahme misdeutet« haben müsse. »So, wie es jetzt ist, kann es auf keinen Fall bleiben«, sagte Johanning. Zu den Kosten der Maßnahme konnte er keine Angaben machen, da Maßnahmen generell oft »im Paket« in Auftrag gegeben würden. In den kommenden Tagen soll es einen Termin der Behörden vor Ort geben, um zu besprechen, wie die Situation entschärft werden kann.

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