Wolfgang Koch weist Kritik zurück – Rödinghausen will Häcker-Anbau ermöglichen »Vorwürfe sind abwegig«

Bünde (WB). Bürgermeister Wolfgang Koch hat am Freitag auf Anfrage des Westfalen-Blattes die Vorwürfe Roger Rabbes zurückgewiesen, dass es der Verwaltungsspitze im Planungsausschuss darum gegangen sei, das Ansiedlungsbegehren der Firma Häcker Küchen in Muckum zu bedienen.

Von Kathrin Brinkmann
Die Firma Häcker Küchen beschäftigt   etwa 1300 Mitarbeiter am Standort Rödinghausen. Laut Seniorchef Horst Finkemeier ist eine Erweiterung geplant. Falls dies in Rödinghausen nicht möglich sein sollte, erwägt Häcker einen Verwaltungsneubau in  Bünde oder Melle
Die Firma Häcker Küchen beschäftigt etwa 1300 Mitarbeiter am Standort Rödinghausen. Laut Seniorchef Horst Finkemeier ist eine Erweiterung geplant. Falls dies in Rödinghausen nicht möglich sein sollte, erwägt Häcker einen Verwaltungsneubau in Bünde oder Melle Foto: Wettmann

Rechtsanwalt Roger Rabbe (Bündnis Grüne) hatte die Beschlüsse des Ausschusses als rechtswidrig wegen der Besorgnis der Befangenheit angefochten (das Westfalen-Blatt berichtete am 26. Juni in der Lokalausgabe für Bünde). Er kritisierte, dass  Ratsherr Eyüp Odabasi (Bündnis Grüne), der als leitender Angestellter für Häcker Küchen tätig ist, sich zwar als befangen erklärt habe, jedoch vom Bürgermeister nicht aufgefordert worden sei, den Ratssaal zu verlassen. Horst Finkemeier hatte gegenüber dieser Zeitung bestätigt, dass er im Zuge der geplanten Erweiterung seines Unternehmens Gespräche mit Wolfgang Koch über die Flächen in Bünde aufgenommen habe. Als mögliche neue Standorte für das Verwaltungsgebäude seien jedoch auch Areale in Melle oder in Rödinghausen neben dem Firmensitz im Gespräch.

Horst Finkemeier möchte seine Firma erweitern.

Wolfgang Koch erklärte jetzt auf Anfrage, der Vorwurf der Befangenheit sei in seinen Augen völlig »abwegig«.  »Wir haben nicht konkret über eine Gewerbefläche in Muckum entschieden, sondern darüber abgestimmt, ob wir mit der Bezirksregierung generell ins Gespräch über Gewerbeflächen in Bünde eintreten. Anfragen nach Gewerbeflächen in Bünde hat es bei mir von Seiten mehrerer Firmen gegeben. Aber darüber war in der Sitzung gar nicht konkret zu entscheiden.« Aus Sicht der Stadtverwaltung  seien die Beschlüsse daher bindend. Ein Termin für Gespräche mit der Bezirksregierung sei aber noch nicht vereinbart worden, da Wirtschaftsförderer Hartmut Bokel derzeit krank sei.

Die Pläne der Firma Häcker, in Bünde oder Melle ein neues Verwaltungsgebäude zu bauen, falls am Standort Rödinghausen die Erweiterung nicht möglich ist, betrachtet Koch vorerst als »ungelegte Eier«.
Eines sei jedoch klar: »Es ist wichtig, so ein Unternehmen in der Region zu halten. Unabhängig vom Standort, ob es nun Bünde oder Rödinghausen ist. Wir müssen den Unternehmen, die hier in der Region ansässig sind, die Möglichkeit geben, bei uns vor Ort Erweiterungspläne zu verwirklichen.«

Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer erklärte gegenüber dem Westfalen-Blatt, dass es das Ziel der Gemeinde sei, dem Unternehmen Häcker Küchen, das der drittgrößte Küchenhersteller Deutschlands sei,  die Möglichkeit zu schaffen, seine Erweiterungsabsichten in Rödinghausen zu realisieren.  Am Firmenstandort gebe es Flächen, die grundsätzlich geeignet für die angedachten Erweiterungen seien. »Gespräche mit verschiedenen Beteiligten wurden bereits geführt. Diese sind erfolgversprechend«, sagte Vortmeyer. Es entspreche jedoch nicht der Praxis, über Zwischenstände zu informieren.

Als Wirtschaftsstandort sei Rödinghausen durch die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre in der Region bekannt. »Die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter konnte von 2003 bis 2012 um rund 30 Prozent gesteigert werden«, sagte Vortmeyer. Die Arbeitslosenquote sei mit 3,6 Prozent die niedrigste im Kreis Herford. Das Gewerbesteueraufkommen sei in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht worden. Zwischen den örtlichen Unternehmen und der Gemeinde bestehe eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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