Gefahrgutlaster von zweitem Lkw gerammt – Autobahn zehn Stunden lang gesperrt – Fahrer leicht verletzt Explosionsgefahr auf A30

Bünde (WB). Ein offensichtlich alkoholisierter Lastwagenfahrer und ein zweiter Fahrer, der seinen mit Gefahrgut beladenen Lastzug verbotswidrig auf einem Autobahnstandstreifen parkt – eine gefährliche Konstellation. Und die hat am frühen Donnerstagmorgen zu einem Unfall auf der A 30 geführt. Bilanz: ein Verletzter und etwa 300.000 Euro Schaden. Zeitweilig bestand Explosionsgefahr.

Von Rainer Grotjohann
Über eine Strecke von etwa 100 Metern lagen Wrackteile und die Ladung des gerammten Gefahrgutlasters auf der Fahrbahn der A 30 in unmittelbarer Nähe der Auffahrt Ennigloh.
Über eine Strecke von etwa 100 Metern lagen Wrackteile und die Ladung des gerammten Gefahrgutlasters auf der Fahrbahn der A 30 in unmittelbarer Nähe der Auffahrt Ennigloh. Foto: Rainer Grotjohann

Gegen 2.30 Uhr war ein 27-Jähriger mit seinem in Minsk zugelassenem Lastwagen mit Anhänger auf der A 30 in Richtung Osnabrück unterwegs. Etwa 100 Meter vor der Autobahnüberführung am Autohof Osnabrücker Straße geschah es: Er streifte völlig ungebremst einen in Polen registrierten Sattelzug. Den hatte dessen 36-jähriger Fahrer auf dem Standstreifen gestoppt, um eine Pause einzulegen. Der Aufbau wurde seitlich aufgerissen, die Ladung landete auf der Fahrbahn – leicht entflammbares Epoxidharz. Der Gliederzug des Unfallverursachers geriet völlig außer Kontrolle, das Fahrerhaus wurde schwer beschädigt, der Anhänger stellte sich quer.

Abstand zum parkenden Lastzug unterschätzt

Er habe den Abstand zu dem abgestellten Lastzug unterschätzt, erklärte der 27-Jährige gegenüber der Polizei. Die Beamten stellten fest, dass der Verletzte Alkohol getrunken hatte. Er wurde zur Behandlung ins Lukas-Krankenhaus gebracht, dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Der Fahrer des anderen Lastwagens blieb unverletzt. Er habe auf dem Standstreifen angehalten, da er seine Lenk- und Ruhezeiten habe einhalten müssen, gab er an. Denn er habe auf dem nur wenige hundert Meter entfernt liegenden Autohof keinen freien Stellplatz mehr bekommen, sagte der 36-Jährige.

Leicht entflammbares Epoxidharz geladen

Die Feuerwehr war mit etwa 45 Männern und Frauen im Einsatz. Stellvertretender Wehrchef Christoph Müller ließ nach Eintreffen des so genannten ABC-Zuges die Fahrzeuge der Hauptamtlichen Wache wieder einrücken. »Unser Glück war die Kälte in dieser Nacht«, sagte Müller. Bei niedrigen Temperaturen könne sich Epoxidharz nicht so leicht entzünden. Die Ladung wurde von einem Fachunternehmen abtransportiert, beide Lastwagen mussten abgeschleppt werden.

Die Räumarbeiten dauerten bis gegen 12.45 Uhr an, erst dann konnte die Autobahn in Richtung Osnabrück wieder freigegeben werden. Zeitweise hatte auch eine Spur der Gegenfahrbahn gesperrt werden müssen. Folge: Staus über mehrere Kilometer Länge. In der Bünder Innenstadt ging es im morgendlichen Berufsverkehr nur im Schritttempo voran.

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