Verein Lebensraum Häger druckt 1000 Flyer und will Großplakat aufstellen Info-Offensive der Windradgegner

Werther-Häger(WB). Den Verein Lebensraum Häger treibt seit zwei Jahren vor allem ein Thema um. Es geht um das zweite in Werther geplante Windrad. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Weinhorst debattierten die 16 Anwesenden erneut über den ungeliebten Energiekoloss.

Von Eische Loose
Flyer für mehr Information und schon die ersten 220 Unterschriften gegen das geplante neue Windrad in Häger (von links): Erster Vorsitzender Helmut Althoff stellte das neue Papier vor und bedankte sich bei Emmanouil Kokolakis für den Sammeleinsatz.
Flyer für mehr Information und schon die ersten 220 Unterschriften gegen das geplante neue Windrad in Häger (von links): Erster Vorsitzender Helmut Althoff stellte das neue Papier vor und bedankte sich bei Emmanouil Kokolakis für den Sammeleinsatz. Foto: Loose

Es ist das einzige und wichtigste Thema des Vereins, von dem Vorsitzender Helmut Althoff in seinem Bericht redete: Bekanntlich möchte die Oldenburger Ökovest GmbH am Holzweg ein Windrad bauen. Nach dem Surmann-Windrad in Rotenhagen wäre es das zweite in Werther. Ebenso wie das Surmann-Rad, das mit einer Nabenhöhe von 150 Metern samt Flügeln auf 207 Meter aufragt, soll auch die neue Energieanlage eine Höhe von 207 Metern erreichen und steht zudem auf einer 143 Meter hohen Anhöhe, so dass es weithin sichtbar sein wird. Dabei gebe es schon mit dem älteren Windrad Probleme, meinte Stephan Ellersiek. Er hat wegen der Lärmbelästigung und der Verschattung gegen den Bau des Surmann-Windrades geklagt, das 2016 ans Netz ging.

Zahllose erfolglose Schriftwechsel

Wie die Belastung bei dem zweiten Windrad ausfallen wird, kann sich noch keiner so recht vorstellen. Doch sind sich alle sicher: Es wird sie geben. Daher berichtete Helmut Althoff nun von den zahllosen aber immer erfolglosen Schriftwechseln mit Anwälten, dem Landrat und der zuständigen Bauordnungsbehörde des Kreises Gütersloh. Man habe auch bei sämtlichen Sprechstunden von Bürgermeisterin Marion Weike teilgenommen. Damit jetzt auch die Leute noch besser wissen, worum es in diesem Konflikt geht, will der Verein jetzt 1000 Flyer verteilen lassen, So gibt es in dem Flyer einen anschaulichen Höhenvergleich und eine aussagekräftige Karte.

Allerdings betonen die Lebensraum-Mitglieder, dass sie keinesfalls grundsätzlich gegen Windkraft zur Energieerzeugung sind. Dies müsse jedoch mit Augenmaß geschehen und dürfe nicht die Lebensqualität der schon im Gebiet lebenden Anwohner einschränken. Daher sei der Verein seit April 2017 Mitglied des Regionalbündnisses »Windvernunft« geworden. Der Verein will das Windrad ein bis zwei Nummern kleiner haben.

Unterschriften als Argumente

Der Verein bedankte sich am Dienstag vor allem bei Emmanouil Kokolakis für dessen Einsatz. Er hat schon 220 Unterschriften gegen den Neubau gesammelt. Sie sollen für den Verein schlagkräftiges Argument und Werkzeug im Kampf gegen das Windrad werden. Bislang gebe es wenig rechtliche Möglichkeiten. Aber der Verein setzt auf Information und Aufmerksamkeit. Neben dem Flyer möchte der Verein daher ein großes Plakat aufstellen. Auch die Suche nach einem neutralen, unabhängigen Juristen und Gutachter wird weitergehen. Der Vorsitzende Helmut Althoff und sein Stellvertreter Markus Klekamp ließen Kassiererin Inge Holste und Schriftführerin Elisabeth Wöhrmann-Klekamp wieder wählen und bleiben damit ein schlagkräftiges Team.

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