Originelle Spiele und skurrile Berechnungen: 170 Besucher beim Winterfest der Landwirte Böckstiegel-Museum mit Weizen finanzieren

Werther  (WB). Gänzlich handgemacht, dafür gestrafft und mit viel Zeit für Gemütlichkeit geriet das Winterfest des westfälischen Landwirtschaftsverbands Werther. Landwirte, Landfrauen und Landjugend unterhielten die mehr als 170 Gäste im »Bergfrieden«.

Von Eische Loose
Die Vorsitzenden Jobst Storck und Malin Speckmann freuen sich im Namen der 40 Jugendlichen über den Scheck von Jürgen Schierenbeck und Henning Hamacher (v.li.).
Die Vorsitzenden Jobst Storck und Malin Speckmann freuen sich im Namen der 40 Jugendlichen über den Scheck von Jürgen Schierenbeck und Henning Hamacher (v.li.). Foto: Eische Loose

»Engerstraße!«, grölen beide Teams gleichzeitig – die Antwort auf die Finalfrage des Spiels »Wer weiß denn sowas«, zu dem die Landjugend interessante Fragen zusammengestellt hatte. In diesem Fall: Welches ist die längste Straße Werthers? Das Team der Landfrauen, Astrid Pirog und Wilgund Ermshaus, kann sich hier nur schwer gegen die Landwirte Carsten Steinmann und Kai Ellermann behaupten.

Bürgermeisterin als Publikumsjoker

So ergattern die Damen nur zwei Punkte – serviert als Schnäpse – bei den Themen »Lokales, Kunst und Kultur«. Denn sie liegen richtig mit einer Oberfläche von 13 mal 9,5 Zentimetern für einen Streifen Toilettenpapier. In Sachen Kosten für das Böckstiegelmuseum, die in 25.000 Tonnen Weizen umgerechnet werden müssen, hilft Bürgermeisterin Marion Weike als Zuschauerjoker.

Da sind die Herren besser. Sie wissen, dass der rechte Quirl eines Handrührgeräts immer links herum dreht, eine Tonne Gerste zu 5000 Litern Pils wird und es im TV Werther sieben Wettkampf-Sportarten gibt. Allerdings haben auch die übrigen mehr als 170 Zuschauer kräftig mitgegrübelt.

Jugendliche zeigen Video »Rock dein Dorf«

Zuvor beklatschen sie jedoch »ihre« Jugendlichen. Die zeigen noch einmal ihr Video zum Wettbewerb des Bundes der landwirtschaftlichen Jugend zum Thema »Rock dein Dorf«. Es habe ihnen den zweiten Platz eingebracht, erzählt Malin Speckmann, Vorsitzende der Dorfjugend, die 2018 ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Die Gruppierung war zwischenzeitlich eingeschlafen; erst der ehemalige Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbands Ulrich »Witti« Wittenbrock ließ sie ab 2004 wieder aufleben. Mittlerweile sind wieder 40 Jugendliche zwischen 15 und 22 Jahren hier organisiert. Am 3. März werden sie bei einem Empfang tüchtig feiern.

Daran erinnert der neue Vorsitzende Jürgen Schierenbeck. Mit seinem Stellvertreter Henning Hamacher eröffnet er mit einem Rückblick den Abend und schaut in die Zukunft. So sind Feldbegänge geplant und eine Vier-Tages-Reise nach Hamburg und Schleswig-Holstein. Als nächstes steht am 1. März, 20 Uhr ein Infoabend zum Thema Erbrecht und Gesellschaftsformen im Haus Hagemeier-Singenstroth an.

Spannend wird es dann noch einmal gegen Mitternacht, als die Landfrauen die 500 Tombola-Preise vergeben.

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