Hans-Werner Böhme (82) erhält Verdienstnadel der Stadt für sein Engagement Vieles mit angeschoben

Werther (WB). Wer so viel Engagement für seine Stadt auf seine Schultern lädt wie Hans-Werner Böhme, dem ist es wohl auch ein bisschen in die Wiege gelegt. Seine »Ehrenamts-Ahnentafel« kann als Beweis dienen: Das Leben der Familie Böhme ist auch ein Stück Wertheraner Stadtgeschichte.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Bei Familie Böhme ist das Leben eng mit der Stadtgeschichte verknüpft. Bürgermeisterin Marion Weike ehrt Hans-Werner Böhme mit der Verdienstnadel der Stadt. Blumen bekommt Ehefrau Liselotte, und Enkelin Katharina ist auch dabei.
Bei Familie Böhme ist das Leben eng mit der Stadtgeschichte verknüpft. Bürgermeisterin Marion Weike ehrt Hans-Werner Böhme mit der Verdienstnadel der Stadt. Blumen bekommt Ehefrau Liselotte, und Enkelin Katharina ist auch dabei. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Bürgermeisterin Marion Weike hat den gebürtigen Isingdorfer am Donnerstag mit der Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet und diesen Ehrenpreis damit ein zweites Mal an einen verdienten Bürger verliehen. »Es ist mir eine ganz, ganz große Freude«, sagte Marion Weike in ihrer Laudatio und zeichnete die Felder, auf denen sich der 82-jährige Textilkaufmann engagiert hat, kurz nach.

1977 gehörte Hans-Werner Böhme zu den Mitbegründern der Werbegemeinschaft, in der er sich bis ins Jahr 2000 als Vorsitzender und Sprecher betätigte – eine Zeit, in der Stadtfest, Weihnachtsmarkt, verkaufsoffene Sonntage und mehr aus der Taufe gehoben worden sind. Marion Weike: »Für die Geschäftswelt haben Sie viele Themen vorangebracht«.

Eigene Meinung laut und vernehmlich, aber sachlich vertreten

Wer in Werther das Abitur ablegen will, könnte ihm ebenfalls zu Dank verpflichtet sein. Denn als Vorstandsmitglied und Vize-Vorsitzender des Schulvereins (1978 bis 1990) ist sein Name mit großen Um- und Ausbauten verbunden und vor allem mit dem Übergang vom Progymnasium zum Ev. Gymnasium mit Oberstufe. Er selbst hat nach der Schulzeit in Werther übrigens die Mittlere Reife am Helmholtz-Gymnasium Bielefeld erworben, bevor er eine kaufmännische Lehre absolvierte und später das Traditionsgeschäft F.W. Sudfeld in Werther übernahm, das er im Jahr 2000 an Anita Rauffmann übergab. 20 Jahre brachte er sein Wissen als Prüfungsausschuss -Vorsitzender »Einzelhandelskaufmann« der Industrie- und Handelskammer ein.

20 Jahre engagierte er sich auch im Aufsichtsrat des Bankvereins Werther. Es sei eine gute Entscheidung und etwas Besonderes für eine nur 11.500 Einwohner zählende Stadt gewesen, dass »die Bank der Wertheraner« und damit ein drittes Kreditinstitut in der Innenstadt liege, rief die Bürgermeisterin in Erinnerung. Bei der Einführung des Bürgerbusses war Böhme nicht nur erster Vorsitzender, sondern setzte sich auch hinters Steuer. Und bei der Organisation des Böckstiegellaufes war der Wertheraner ebenfalls im Geschäft – obwohl er Sport für sich selbst als »Fehlanzeige« verbucht.

Einsatz hat Tradition in der Familie

»Ihr Wirken war vorbildhaft«, sagte die Bürgermeisterin, die nicht immer einer Meinung mit Hans-Werner Böhme war – beispielsweise beim Thema Pflaster. Dass er seine Meinung aber laut und vernehmlich, aber stets sachlich vertreten habe, habe ihr gut gefallen, sagte sie und überreichte dem Wertheraner die Ehrennadel, seiner Frau Liselotte die Blumen.

»Ich nehme die Auszeichnung durchaus gerne an, auch wenn mir klar ist, dass die Nachwelt keine Kränze flicht«, bedankte sich Hans-Werner Böhme. Sein Wirken stellte er in die Tradition der Familie Böhme: So war Großvater August schon im Verschönerungsverein. Vater Horst engagierte sich im Einzelhandelsverband und als Laienrichter. Zudem war er nach 1945 mitverantwortlich für Verteilung und Unterbringung der Flüchtlinge. »Damals waren 40 Prozent der Bevölkerung Flüchtlinge«, rief Böhme in Erinnerung.

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