Sperrung der Diekstraße in Werther: Anwohner der Rotingdorfer Straße sauer Ärger am Schleichweg

Werther (WB/bec). Seit drei Monaten ist die Diekstraße gesperrt , und sie wird es voraussichtlich auch noch eine ganze Weile bleiben. Die Folge: Anwohner der Rotingdorfer Straße sind genervt von Autofahrern, die sich einen »Ersatzschleichweg« suchen.

Von Margit Brand
Die Diekstraße zwischen der Gaststätte Massenschmiede und der Borgholzhausener Straße wird noch längere Zeit nicht passierbar sein. Viele Autofahrer nutzen nicht die Umleitung, sondern den Schleichweg über die engen Rotingdorfer Straße.
Die Diekstraße zwischen der Gaststätte Massenschmiede und der Borgholzhausener Straße wird noch längere Zeit nicht passierbar sein. Viele Autofahrer nutzen nicht die Umleitung, sondern den Schleichweg über die engen Rotingdorfer Straße. Foto: Margit Brand

Denn als Abkürzung oder aber großräumige Umfahrung der zu Stoßzeiten oft verstopften Ampelkreuzung ist die Diekstraße üblicherweise recht beliebt. Seit Anfang November aber versperren zwei Baken auf halber Strecke zwischen Hapkenberg-Kreisel und Gaststätte Massmann den Weg komplett. Der Grund: In der Senke ist ein Rohr unter der Straße brüchig. Die gesamte Wasserführung in dem Bereich muss neu geregelt werden. Begonnen haben die Arbeiten noch nicht.

Lkw-Fahrer als Sicherheitsrisiko

»Die Sperrung ist eine Sicherheitsmaßnahme. Wir können nicht sagen, wieviele Lkw-Fahrten die Straße an dieser Stelle noch aushält. Es gibt schon Risse in der Straße«, erläutert Bürgermeisterin Weike und bittet entsprechend um Verständnis. Der Kreis Gütersloh habe dringend davon abgeraten, allein schweren Lastwagen die Durchfahrt zu verbieten. »Darauf, dass sich alle Lkw-Fahrer daran halten, kann man sich leider nicht verlassen.«

So ist die Strecke nun für alle Verkehrsteilnehmer tabu. Die Umleitung ist über die Borgholzhausener, Theenhausener und Rotenhagener Straße ausgeschildert. Manche allerdings wählen gern die Rotingdorfer Straße als neue Querfeldein-Strecke, wie Anlieger berichten.

Straßenverkehrsamt baut Messgeräte auf

Ein Anlieger hat auf Facebook entsprechende Anfragen an die Bürgermeisterin gestellt und beklagt im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, das auswärtige Autofahrer vor allem im Berufsverkehr oft rücksichtslos und viel zu schnell durch die schmale Straße rasen. Die nach wochenlangem Regen aufgeweichte Bankette sei durch die Ausweichmanöver außerdem schon kaputt gefahren.

Den Wunsch nach Tempo-Limit und auch -Kontrolle hat die Stadt Werther an die Straßenverkehrsbehörde in Gütersloh weitergeleitet, die entsprechende Maßnahmen anordnen müsste. Einen Ortstermin hat es nach Auskunft des Kreises dazu schon am Montag gegeben. Erste Konsequenz: Über 48 Stunden soll mit unauffälligen Messgeräten die Art und Schnelligkeit der dort fahrenden Autos gemessen werden. Anhand der Ergebnisse werde dann über weitere Maßnahmen entschieden, sagt Pressesprecherin Lena Bökenhans.

Ingenieurbüro bereitet Genehmigungen vor

Ob Maßnahmen überhaupt die erhoffte Wirkung erzielen würden, bleibt offen. Vermutlich müssen sich die Anwohner arrangieren und das über längere Zeit. Denn für die Baumaßnahme Diekstraße sind zwar alle nötigen politischen Beschlüsse gefasst und auch Geld steht bereit. Aber die Ausführung läuft erst an.

Aktuell bereitet ein Ingenieurbüro die erforderlichen Genehmigungen vor. Wie im Anschluss daran die Ausschreibungen voran kommen, ist fraglich. »Nicht gerade die beste Marktlage beim Tiefbau«, kommentiert Bürgermeisterin Weike, die weiß, wie voll die Kalender bei Handwerksunternehmen sind. Gleichwohl ist sie optimistisch, dass das Projekt noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Baustart soll möglichst im Sommer sein.

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