EWG-Geschäftsführer berichtet beim Kamingespräch in Werther über Zukunft der Energiegewinnung Windkraftanlagen werden leistungsstärker

Werther (mat). Das Thema Windkraft ist insbesondere angesichts der Diskussion um ein zweites Windrad in Häger aktueller denn je. Trotzdem wollte Willi Rose sein Kamingespräch nicht zu einem Forum für politische Debatten werden lassen. Viel lieber wollte er die Besucher darüber aufklären, welch große Rolle Windkraft mittlerweile spielt.

Moderator Willi Rose (rechts) freut sich, dass EWG-Geschäftsführer Volker Nau beim Kamingespräch über die Entwicklung und Perspektiven der Windenergie spricht.
Moderator Willi Rose (rechts) freut sich, dass EWG-Geschäftsführer Volker Nau beim Kamingespräch über die Entwicklung und Perspektiven der Windenergie spricht. Foto: Sara Mattana

Und damit auch die fachspezifischsten Fragen beantwortet werden konnten, stand Volker Nau mit reichlich Informationen zur Entwicklung und Prognose bereit. »Es ist mir wichtig, in diesem Rahmen keine Standort-, sondern eine Situationsanalyse durchzuführen«, sagt der EWG-Geschäftsführer, der außerdem bei den Stadtwerken Bielefeld als Leiter der Kraftwerksbewirtschaftung und Marktanalyse tätig ist.

»Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel«

Ihm war es besonders wichtig, den etwa 30 Gästen einen Überblick über ein Thema zu verschaffen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Denn während das zuletzt im Jahr 2017 aktualisierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorschreibt, dass bis 2025 40 bis 45 Prozent des Stromverbrauchs auf erneuerbaren Energien basiert, schreiben die Koalitionspapiere im Energie- und Klimapaket der Großen Koalition einen Anteil von 65 Prozent bis 2030 vor.

»Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel«, sagt Volker Nau, der weiß, vor welch großen Hürden die Windenergie derzeit steht. Denn obwohl die Stromgewinnung aus Wind oder Photovoltaik-Anlagen derzeit anteilmäßig 31,5 Prozent darstellt, beinhaltet die gewünschte Energiewende auch die Sektoren Wärmeerzeugung und Verkehr. »Unser größtes Ziel ist daher eine Kopplung dieser Sektoren. Man könnte beispielsweise Elektroautos direkt über das Stromnetz aufladen oder Wasserstoffbusse etablieren«, sagt Volker Nau.

Im vergangenen Jahr 1792 neue Anlagen

Doch obwohl es bis dahin noch ein weiter Weg ist, ist er optimistisch – schließlich habe die Entwicklung der Windkraftanlagen in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Während die ersten Prototypen nur 55 Kilowatt produzierten, haben moderne Windräder eine Nabenhöhe von bis zu 160 Metern und erzeugen etwa 4,2 Megawatt. »Mit der Höhe steigt auch die Windgeschwindigkeit, deshalb sind heutige Anlagen so leistungsstark«, sagt Volker Nau. Er freut sich darüber, dass allein im vergangenen Jahr 1792 neue Anlagen in Betrieb genommen wurden und deutschlandweit insgesamt eine Leistung von 52.000 Megawatt durch Windkraft erbracht werden kann. Zum Vergleich: 82.000 Megawatt werden insgesamt verbraucht. Deshalb ist die Suche nach einer Speichermöglichkeit derzeit eine der größten Herausforderungen.

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