2,9 Prozent bei Bilanzsumme zugelegt – Ausblick ist optimistisch Volksbank Halle wächst beachtlich

Halle (WB). Ein deutliches Plus in der Bilanzsumme, ein starkes Wachstum nicht nur im Kreditgeschäft, das Erleben, dass sich die großen Personalinvestitionen der vergangenen Jahre sich jetzt beginnen auszuzahlen sowie ein optimistischer Ausblick in das neue Geschäftsjahr: Das Bilanz-Pressegespräch der Volksbank Halle ist stark von positiven Tönen dominiert.

Von Stefan Küppers
Die Führungsmannschaft der Volksbank: (v.l.) Timo Klack (Marketing), Prokurist Thomas Stumpe (Vermögensberatung), die Vorstände Rainer Peters und Harald Herkströter, sowie die Prokuristen Dennis Blomeyer (Firmenkunden) und Wolfgang Tiekötter (IBV).
Die Führungsmannschaft der Volksbank: (v.l.) Timo Klack (Marketing), Prokurist Thomas Stumpe (Vermögensberatung), die Vorstände Rainer Peters und Harald Herkströter, sowie die Prokuristen Dennis Blomeyer (Firmenkunden) und Wolfgang Tiekötter (IBV). Foto: Küppers

Natürlich könnte eine Bank trefflich über die Probleme mit dauerhaften Niedrigzinsen und den wachsenden Anforderungen bei der Regulatorik räsonieren. Doch Vorstandschef Rainer Peters gibt die Tonlage so vor: »Wir blicken sehr zufrieden auf das Geschäftsjahr 2017 und wir behaupten uns im Wettbewerb mit einem funktionierenden Geschäftsmodell. Wachstum ist auch in einem schwierigen Umfeld möglich.« Und Peters lässt Zahlen folgen.

Bei Bilanzsumme eine Schallmauer durchbrochen

Das von der Volksbank betreute Kundenvolumen stieg um 6,1 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Außerhalb der Bilanz vermeldet die Volksbank 187 Millionen Euro Kundenanlagevermögen (plus 7,7 Prozent) sowie 176 Mio. Kundenkreditvolumen (plus 10,3 Prozent). Insgesamt stieg die Bilanzsumme der Volksbank um 2,9 Prozent auf 504,3 Mio. Euro, womit im 130. Geschäftsjahr eine neue Schallmauer durchbrochen wurde. Das sei auch im Vergleich unter den Kreditinstituten ein überdurchschnittliches Wachstum, sagt Peters. Und fügt hinzu: »Das Wachstum haben wir ohne Fusionen erzielt.« Der Bilanzgewinn liegt bei 1,02 Mio. Euro, was Peters als »zufriedenstellend« bezeichnet.

Neue Immobilien immer teurer

Ein Erfolgsfaktor in der Volksbank-Bilanz ist das Immobiliengeschäft. Wobei Prokurist Wolfgang Tiekötter gerne mehr Geschäft machen würde, wenn insbesondere die älteren Bürger sich eher entscheiden könnten, die ihnen zu groß gewordenen Häuser zu verkaufen. Die IVB machte dennoch bei 53 vermarkteten Immobilien einen Gesamtumsatz von 9,1 Millionen Euro. In diesem Jahr wird die IVB ein neues Immobiliencenter direkt neben der Hauptstelle beziehen. Tiekötter schätzt das Gebrauchtimmobiliengeschäft hoch ein. Denn ein normales Einfamilienhaus (125 bis 140 Quadratmeter Wohnfläche, 600 Quadratmeter Grundstück, ohne Keller, plus Garten und Carport) koste in Halle im Neubau schon um die 500.000 Euro. Immobilienkredite werden mittlerweile mit 30-jähriger Laufzeit für unter drei Prozent Zinsen angeboten.

Einer der großen Wachstumstreiber für die Volksbank Halle war das Kreditgeschäft, das mit einem Plus von 8,1 Prozent und total 348,8 Millionen erstmals knapp die Kundeneinlagen mit 348,3 Mio. übertraf. »Diese stetige Entwicklung über die vergangenen Jahre haben wir strategisch so gewollt«, sagt Co-Vorstand Harald Herkströter. Unterm Strich wurden 2017 mehr als 100 Millionen Euro Kreditvolumen neu bewilligt und dank des kontinuierlich gesteigerten Eigenkapitals kann die Volksbank Halle nunmehr Einzelkredite bis zu einer Höhe von 11,8 Millionen Euro gewähren. Als Partner der heimischen Wirtschaft hat die Volksbank im vergangenen Jahr 230 sogenannte Unternehmensdialoge durchgeführt und neun Vollexistenzgründungen begleitet.

Starkes Kreditgeschäft ist der wichtigste Ertragsbringer

Neben dem Kreditgeschäft, das etwa 70 Prozent des Unternehmensgewinns ausmacht, bleiben die Provisionen aus Vermittlungsgeschäften ein wichtiger Faktor. Hier fallen bei der Volksbank Halle zwei Zahlen auf. Das Bauspargeschäft ist dank vieler Alternativen mit 16,5 Prozent stark rückläufig (total 17,7 Mio.), während Produkte für Altersvorsorge zusammen mit Betrieben (Direktversicherungen) gut gelaufen sind (plus 7,3 Prozent, total 7,4 Mio.)

Prokurist Dennis Blomeyer freut sich, dass die Kunden nunmehr auch Wertpapiere mehr zu lieben begönnen, denn das Kundendepotvolumen wuchs um 8,4 Prozent auf 135 Mio. Euro. In diesem Jahr will die Volksbank Halle eigene Fonds herausbringen.

Mehr als die Hälfte der 24.000 Kunden der Volksbank Halle sind auch deren Mitglied (13.479). Der Personalbestand liegt bei 97,6 Stellen, wobei der Vorstand betont, dass sich die hohen Investitionen in den Personalbestand der vergangenen Jahre nunmehr auszahlten. Das werde beispielhaft an den Beratungsgesprächen mit Kunden deutlich, die binnen zwei Jahren um 20 Prozent zugenommen hätten. 2018 wird weiteres Wachstum erwartet: 3,5 Prozent bei der Bilanzsumme, 6,2 Prozent im Kreditgeschäft sowie 10 Prozent im Wertpapiergeschäft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.