Johannes Linn vom Ev. Gymnasium misst sich mit Deutschlands Besten Mathe-Ass im Bundesfinale

Werther (WB). Während die meisten seiner Mitschüler angesichts einer Klausur im Mathe-Leistungskurs ins Schwitzen geraten, muss sich Johannes Linn dafür kaum anstrengen. Denn der 16-Jährige beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Aufgaben und Methoden, die weit über die Schulmathematik hinaus gehen.

Von Sara Mattana
Der 16-jährige Johannes Linn vom Ev. Gymnasium Werther nimmt im Februar am Finale des Bundeswettbewerbs Mathematik teil. Dabei hofft der EGW-Schüler, auf ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
Der 16-jährige Johannes Linn vom Ev. Gymnasium Werther nimmt im Februar am Finale des Bundeswettbewerbs Mathematik teil. Dabei hofft der EGW-Schüler, auf ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Foto: Sara Mattana

Deshalb erlaubt ihm sein Mathelehrer Christian Klare, sich während des Unterrichts anderweitig zu beschäftigen. »Die Klausuren schreibe ich ganz normal mit, aber Übungen muss ich nicht rechnen«, sagt Johannes Linn, der in diesem Jahr sein Abitur am Ev. Gymnasium Werther (EGW) machen wird. Doch bevor es so weit ist, steht ihm eine andere Prüfung bevor: Im Februar nimmt Johannes Linn am Finale des Bundeswettbewerbs für Mathematik teil und möchte sich dabei gegen die 30 besten jungen Mathematiker Deutschlands beweisen. Von Konkurrenz ist dabei jedoch keine Spur. »Die meisten von uns nehmen immer wieder an Wettbewerben teil und es sind mittlerweile richtig gute Freundschaften entstanden«, sagt Johannes Linn. Er selbst stellt sein Können dabei seit der siebten Klasse unter Beweis und freut sich immer wieder über neue Herausforderungen. Denn während im Unterricht Lösungswege für bestimmte Aufgaben vorgegeben werden, gibt es während des Wettbewerbs kein festes System. »Wir müssen nichts ausrechnen, sondern Beweise herleiten«, sagt Johannes Linn, der achtmal im Jahr an Wochenendseminaren teilnimmt. Dort lernt er neue Techniken und mathematische Phänomene kennen, die in der Schule keine Rolle spielen.

Johannes will später lieber kein Mathe-Lehrer werden

Deshalb steht für Johannes Linn auch schon jetzt fest, dass er später auf keinen Fall als Lehrer arbeiten möchte. Viel mehr interessiert er sich für die Forschung an Universitäten oder für Software-Entwicklung im wirtschaftlichen Bereich. Bevor es jedoch so weit ist, möchte er mithilfe des Stipendiums in Bonn Mathematik und Physik oder Informatik studieren. Besonders interessiert ihn dabei die Zahlentheorie, die gemeinsam mit Geometrie, Analysis und Kombinatorik zu den verschiedenen Anforderungsbereichen innerhalb des sich über drei Runden erstreckenden Wettbewerbs zählt. Dieser begann für Johannes Linn bereits im Frühjahr vergangenen Jahres, als er seinen zweiten Anlauf im bundesweiten Vergleich wagte. »Ich habe 2016 schon teilgenommen, bin jedoch in der zweiten Runde ausgeschieden«, sagt der 16-Jährige, der in seiner Freizeit nicht nur rechnet, sondern auch Trompete und Handball spielt und Tanzunterricht nimmt.

Im Finale, das am Wochenende, 5. und 6. Februar, in Schmitten im Taunus ausgetragen wird, steht ein einstündiges Gespräch mit erfahrenen Mathematikern auf dem Programm. Nachdem zuvor je vier Aufgaben von zu Hause aus gelöst und eingeschickt werden mussten, sollen nun im direkten Kontakt verschiedene Themen besprochen werden. »Dabei geht es vor allem um die Herangehensweise, denn es werden absichtlich Aufgaben gestellt, die man nicht immer lösen kann«, sagt Johannes. Mit seinem Prüfer wird er außerdem über seine anderen Hobbys sprechen, da das Stipendium für alle Studiengänge an allen deutschen Universitäten gültig ist.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.