Tatjana Busche stellt bis März im Rathaus in Werther aus Schöne Aussichten

Werther (WB/el). »Sie haben uns Kreta mitgebracht«, meint Bürgermeisterin Marion Weike als sie 40 Gäste zur Ausstellungseröffnung von Tatjana Busche im Rathaus eröffnet. Viele der »Aussichten«, zu denen die Künstlerin ihre 42 Bilder zusammen gestellt hat, gründen tatsächlich auf Eindrücken der griechischen Insel.

Viele Kontraste und eine eigene Handschrift: Tatjana Busche stellt zeigt erstmals im Wertheraner Rathaus ihre »Aussichten«, die Jens Sauresani-Heuwinkel bei seiner Einführung auch als »Sichtungen« vorstellte auf »Orte, an denen die Seele gern sein will«.
Viele Kontraste und eine eigene Handschrift: Tatjana Busche stellt zeigt erstmals im Wertheraner Rathaus ihre »Aussichten«, die Jens Sauresani-Heuwinkel bei seiner Einführung auch als »Sichtungen« vorstellte auf »Orte, an denen die Seele gern sein will«. Foto: Eische Loose

Doch manchmal sind es auch Details, in denen innere Landschaften sichtbar werden. Tatjana Busche mag es Schwarz-Weiß; und selbst wenn sie zur Farbe greift, dann sind es komplementäre und deutliche hell-dunkel Kontraste, die die Bilder bestimmen. In diesen Kontrasten findet der Betrachter dann diverse Ansatzpunkte für die eigene »Aussicht«.

Zur Eröffnung hat ihr ehemaliger Studienfreund und selbst darstellender Künstler Jens Sauresani-Heuwinkel seine persönlichen Eindrücke in Worte gefasst. Dabei wählt auch er oft Gegensätze, spricht vom bewusst-unbewussten Effekt einer experimentellen Malerei, vom impressionistischen Einfluss im Abstrakten.

Mal Acryl, mal Kohle

Schließlich entwickelt Tatjana Busche ihre Bilder erst beim Malen selbst. Der Prozess des Entstehens ist gleichzeitig das, wovon sich die Künstlerin leiten lässt. So wählt sie während des Schaffensprozesses auch ihre Materialien aus: Acryl, Tusche, Kohle, Schellack, Bleistift – je nach dem Eindruck, den ein Objekt bei ihr hervorruft, wechselt sie, bezieht teilweise auch Zeitschriften- und Zeitungsausschnitte mit ein.

Oftmals ist dabei auch ein Auftrag nicht genug. Tatjana Busche, die häufiger zu Spachtel und Rakel greift als zum Pinsel und sogar ihre Hände zum Farbauftrag nutzt, reibt und kratzt gern aufgetragene Schichten wieder ab. So entstehen zusätzlich zu den deutlichen Strukturen der Kontrastfarben Muster, die in die Tiefe ziehen, ohne den Betrachter offensichtlich an die Hand zu nehmen.

Lieber länger schauen

Jens Sauresani-Heuwinkel rät daher, auch einmal länger zu schauen, den Blickwinkel zu ändern und über durch das Bild in Kontakt mit der Künstlerin zu treten. Er verweist vor allem darauf, dass die gebürtige Lübeckerin, mit der er in Bielefeld zusammen Erziehungswissenschaften studierte, nicht nur natürliche Landschaften als erspürte Orte festhält, sondern auch kleine Details von Alltagsgegenständen. »Der Titel ›Aussichten‹ ist hier als ›Sichtung‹ zu verstehen, als Suche und Entdeckung von Orten an denen das Auge, die Seele gern verweilen möchte«, sagt Jens Sauresani-Heuwinkel.

Wahrscheinlich ist es diese Tiefe und die große Komplexität, die der Betrachter in den Werken finden kann, die auch Tatjana Busches ehemaligen Dozenten Dr. Bodo Büscher fasziniert. Der Wertheraner hat sich daher diese Ausstellung schon vor geraumer Zeit gewünscht und ist nun sehr erfreut und gerührt, dass die Bilder noch bis Samstag, 10. März, während der regulären Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen sind.

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