Alle machen mit: Schule in Werther startet gefördertes Energiesparprojekt EGW zieht den Stecker

Werther (WB). Muss der Beamer die ganze Zeit laufen oder das Fenster dauernd auf Kipp stehen, kommt man mit weniger Licht aus und lässt sich die Heizung optimieren? »Energiesparen macht Schule« heißt es seit dem 1. Januar am Evangelischen Gymnasium.

Von Klaus-Peter Schillig

Die Initiative ist vor einem Jahr von Werthers Umweltberater Werner Schröder ausgegangen, das EGW hat zugegriffen. Vier Jahre lang wird das Projekt vom Bund gefördert, fachlich begleitet vom e&u Energiebüro aus Bielefeld. Einbezogen werden alle 720 Schüler, aber auch das Lehrerkollegium und die Hausmeister, die gezielt geschult und beraten werden.

Den Ist-Zustand ermittelt

Im »Lernstudio 8« von Biologielehrerin Ingrid Arning beispielsweise haben die Vorbereitungen schon im vergangenen Jahr begonnen, um einen Überblick über den Ist-Zustand zu bekommen. Wo sind Fenster wie lange geöffnet, was gibt es für eine Heizungsanlage, wo sind die Stromzähler, welche Geräte werden betrieben, wie sind die Lichtleisten geschaltet?

Schon der Einstieg bedeutet viel Arbeit. Während des Unterrichts außerhalb vom Lehrplan soll ein Logo für das Projekt entwickelt werden, es werden Schilder mit Hinweisen ausgeschnitten. Danach geht es an die Umsetzung. »Was kann man im Gebäude an Energie einsparen?«, wirft Bettina Baron als rhetorische Frage in die Klasse, denn jede Energieeinsparung bringe auch weniger Treibhausgas. Ihr Wunsch: »Das Projekt soll möglichst breit in der Schule ankommen.«

Die Ampel steht auf dunkelrot

Das Ziel, zehn Prozent Energie einzusparen, könnte auch dann gelingen, wenn über das Förderprogramm »Gute Schule 2020« zusätzliche elektronische und digitale Geräte angeschafft werden und den Verbrauch etwas erhöhen, hofft Geschäftsführer Marcus Wöhrmann. Der erlebte auch gleich ein technisches Hilfsmittel hautnah, das Bettina Baron mitgebracht hatte: die CO2-Ampel. Die zeigte im Besprechungszimmer dunkelrot, Wöhrmann saß deshalb vor dem weit geöffneten Fenster, bis das Gerät »Entwarnung« gab.

An der Schule werden die Einsparungen bei Strom und Wärme messbar sein, wichtiger dürfte aber der Impuls sein, der zu einer Änderung von Bewusstsein und Verhalten führt. Die Hoffnung: Die Schüler werden, angespornt auch durch kleine >Prämien, selbst energie- und damit klimabewusster, setzen ihre Erkenntnis auch zu Hause um und lassen sich beispielsweise nicht mehr mit dem Auto bringen. Ähnlich die Lehrer, die vielleicht aufs Fahrrad umsteigen oder den Bus für den Schulweg nutzen. Ein Schneeballsystem, um die Verantwortung für das Projekt und das Klima auf viele Schultern zu verteilen.

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