VHS-Leiter Hartmut Heinze beim Kamingespräch der Begegnungsstätte Werther Alter spielt bei Bildung keine Rolle

Werther (WB/tibo). Lebenslanges Lernen wird nicht nur von der Wirtschaft, sondern mittlerweile auch vom privaten Umfeld erwartet. Das macht auch vor Senioren keinen Halt. Ein Thema für das Kamingespräch im Haus Tiefenstraße.

VHS-Leiter Hartmut Heinze (links) war mit seinem Vortrag »Schlauer ab 60 – Weiterbildung schadet nie« zu Gast beim Kamingespräch im Haus Tiefenstraße. Willy Rose (rechts) führte durch die Veranstaltung
VHS-Leiter Hartmut Heinze (links) war mit seinem Vortrag »Schlauer ab 60 – Weiterbildung schadet nie« zu Gast beim Kamingespräch im Haus Tiefenstraße. Willy Rose (rechts) führte durch die Veranstaltung Foto: Anna Lisa Tibaudo

Doch Vorbehalte gibt es von ihnen genügend: »Was soll ich denn da? Da gehen doch nur Jüngere hin.« Oder: »Ich hab doch genug getan« – »Wofür soll ich denn jetzt noch eine Fremdsprache lernen?« – »Computerkenntnisse in meinem Alter? Habe doch nicht mal einen Laptop.« Der Wertheraner Pensionär Willy Rose kennt diese Aussagen aus seinem Umfeld. Deshalb stellt er den 30 Besuchern im Kamingespräch der Altentagesstätte Haus Tiefenstraße die rhetorische Frage: »Machen wir uns gerne älter, als wir tatsächlich sind? Was wissen wir eigentlich über Seniorenweiterbildung?«

Hartmut Heinze, Leiter der Volkshochschule Ravensberg, weiß eine Menge darüber. Gemeinsam mit seinem dreizehnköpfigen Team und 250 Kursleitern bietet er in 17.000 Unterrichtsstunden ein breites Angebot unterschiedlicher Themenvielfalt an. Senioren finden im frisch gedruckten VHS-Programm ausreichend Möglichkeiten, um sich geistig oder körperlich fit zu halten. Außerdem entstehen auf diesem Wege viele neue soziale Kontakte und Freundschaften. »Ein Blick darin lohnt sich. Und wenn Sie Vorschläge oder Wünsche zu unserem Programm haben, sprechen Sie uns an. Wir werden versuchen, sie zu realisieren«, betont Heinze in seinem Vortrag »Schlauer ab 60 – Weiterbildung schadet nie« im Kamingespräch.

Das alte Sprichwort »Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr«, gilt in der Hirnforschung nicht. Denn das Gehirn stellt sich auf neue Herausforderungen ein. Heinze zitiert den Neurodidaktiker Professor Dr. Heinz Schirp, der zehn Tipps zum Gehirn-freundlichen Lernen gegeben hat. Darunter verkürzt gesagt: Nutze das Gehirn oder es verkümmert, Häufiger und kürzer Lernen ist besser als einmal ganz lange, Gemeinsames Agieren verbessert die geistigen und sozialen Fähigkeiten, Bewegung ist bis ins hohe Alter eine wichtige Voraussetzung für eine verbesserte Gehirnleistung und besseres Lernen. »Alter spielt keine Rolle«, sagt Willy Rose, »aber Eigenantrieb ist erforderlich.« Spätestens, wenn das nächste Geburtstagsgeschenk ausgepackt wird, komme so mancher Senior ins Grübeln. Dann heißt es: »Ich habe ein Smartphone geschenkt bekommen – was soll ich denn jetzt damit?«

Laut einer Studie sind die Volkshochschulen die bekanntesten Weiterbildungsanbieter. 16,8 Millionen Unterrichtsstunden werden von neun Millionen Teilnehmern besucht. Bundesweit gibt es 905 VHS. In NRW sind es 120. Im Kreis Gütersloh sind es vier.

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