Möglichst schnell soll der Rasenplatz aus dem Sportgelände in Werther erneuert werden Kork oder Kunststoff

Werther (WB). Möglichst schon bauen, wenn die anderen Vereine erst in die Sommerpause gehen: Mit diesem terminlichen Frühstart will die Stadt Werther versuchen, Baufirmen für die Sanierung des Kunstrasenplatzes am Sportgelände Meyerfeld zu gewinnen.

Von Klaus-Peter Schillig
Friedhelm Dörenkemper (Vorsitzender VfL Kloster-Oesde, links) erläuterte der Delegation aus Werther die Vorzüge des feinkörnigen Kork-Garnulats. Zuhörer waren (von links) Detlef Wind (BV Werther und SPD) Peter Plümer (FDP), Marion Weike, Stefan Meier (Sportamt), Joachim Twelmeyer (Vorsitzender BV), Planer Rudolf Brinkmann und Fachbereichsleiter Guido Neugebauer.
Friedhelm Dörenkemper (Vorsitzender VfL Kloster-Oesde, links) erläuterte der Delegation aus Werther die Vorzüge des feinkörnigen Kork-Garnulats. Zuhörer waren (von links) Detlef Wind (BV Werther und SPD) Peter Plümer (FDP), Marion Weike, Stefan Meier (Sportamt), Joachim Twelmeyer (Vorsitzender BV), Planer Rudolf Brinkmann und Fachbereichsleiter Guido Neugebauer. Foto: Thomas Heidemann

Für 250.000 Euro soll ein neuer Belag aufgetragen werden. Bei der ersten Station einer kleinen Platzbesichtigungstour in Kloster Oesede machten die Mitglieder durchaus positive Erfahrungen mit einem feinkörnigen Granulat aus Kork, das über der ersten Einstreuschicht aus Sand in den Kunstrasen eingebracht wird und die künstlichen Halme stabilisiert.

Weniger Verletzungen

Thomas Heidemann, mitgereist als Mitglied im Vorstand des BV Werther und der Grünen, lobte vor allem die orthopädischen Vorzüge, weil die Platzoberfläche sich sehr weich anfühle und helfe Sturz-Verletzungen zu vermeiden.

Wichtiger für alle Teilnehmer der Bereisung sei aber gewesen, dass Kork nicht nur nachhaltig und langlebig sei, sondern auch sehr belastbar. Der Platz in Oesede sei seit vier Jahren in Betrieb und befinde sich in ausgezeichnetem Zustand, berichtete Heidemann. Die Belastung sei vergleichbar mit der in Werther, wo allein der BV Werther 23 Mannschaften – inklusive der des C-Ligisten TFC Werther – trainieren und spielen lässt.

Lange Haltbarkeit

In Oesede nutzt ebenfalls eine Schule das Sportgelände, in Werther sind es in Gesamtschule und Gymnasium sogar zwei. Zusätzlich ist der Platz am Meyerfeld öffentlich zugänglich. »Da ist fast immer jemand am Bolzen«, beschreibt Heidemann die Situation – die auch so bleiben soll.

Wegen der chronisch knappen Finanzen in Werther soll der neue Kunstrasenbelag mindestens so lange halten wie der jetzige, der schon seit 2000 bespielt wird. Ob Kork- oder Kunststoff-Granulat – das ist für die Verantwortlichen von Stadt und Verein keine Philosophie. »Beides hat Vor- und Nachteile, sie liegen aber dicht beieinander«, schildert Heidemann die Eindrücke, die auch nach den Besichtigungen der Plätze in Harderberg und vor allem in Langenheide (Kunststoff) gewonnen worden sind.

Schnelle Beschlüsse

Die Entscheidung für Kork oder Kunststoff soll jetzt nach dem Ergebnis der Ausschreibung fallen. Die will Planer Rudolf Brinkmann, der auch schon den jetzigen Platz konzipiert hat, jetzt schnell vorbereiten, um mit den Bauarbeiten im Mai beginnen zu können und nicht in die Sommerpause zu geraten, in der viele Reparaturen an Kunstrasenplätzen anfallen. Schon in den nächsten Sitzungen der Fachausschüsse sollen die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden.

Erneuert werden muss ja »nur« die Oberfläche des Platzes, der Untergrund ist wohl noch in Ordnung. So wird der Quarzsand aus dem Kunstrasen abgesaugt, gereinigt und gelagert, um ihn eventuell als Basis-Einstreu wieder verwenden zu können.

Reste verwerten

Vielleicht erlebt sogar ein weniger strapaziertes Stück vom Kunstrasenbelag noch eine Renaissance. Gleich angrenzend an den Platz gibt es nämlich noch eine kleine brache Rasenfläche, die vielleicht, wenn das Geld reicht, noch als Warmlauf- oder Mini-Trainingsfläche hergerichtet werden könnte.

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