Thorsten Knape und Oliver Köhler beim Lese-Herbst in Häger Skurrile Verbrechen am Tatort OWL

Werther-Häger (WB/jog). Es geht um die »rossige Romina«, um Voodoo-Zauber, eine Leiche aus der Tiefkühltruhe und die »Teatime mit einem Mörder«. Alle acht Kriminalgeschichten aus dem Buch »Tatort OWL« von Thorsten Knape und Oliver Köhler basieren auf wahren Begebenheiten, die beiden Autoren haben lediglich Orte und Namen geändert und eine »Portion Spinnerei« hinzugefügt.

In Häger wurde der Tatort OWL literarisch unter die Lupe genommen (von links) Thorsten Knape (Autor), Christiane Dammeyer (Dorfgemeinschaft), Susanne Damisch (Stadtbibliothek) und Oliver Köhler (Autor)
In Häger wurde der Tatort OWL literarisch unter die Lupe genommen (von links) Thorsten Knape (Autor), Christiane Dammeyer (Dorfgemeinschaft), Susanne Damisch (Stadtbibliothek) und Oliver Köhler (Autor) Foto: Johannes Gerhards

Das Duo präsentiert seine mit kleinen neckischen Seitenhieben versehene Lesung professionell und mit hohem Unterhaltungswert. Rund 40 Besucher lauschen im Dorfgemeinschaftshaus Häger gebannt den spannenden, mit viel Wortwitz und Sprachspielen angereicherten Geschichten aus dem Milieu der Kleinkriminellen und Kapitalverbrecher.

Dabei kommt den beiden aus Funk und Fernsehen bekannten Reportern ihr Insiderwissen aus zahlreicher Gerichtsverhandlungen zugute. Auch wenn sie sich über die handelnden Personen nicht lustig machen wollen, scheint gelegentlich so etwas wie Häme oder mitfühlende Empörung durch. »Wenn sogar mangelnde geistige Reife für mildernde Umstände bei der Urteilsfindung sorgt, können wir das bei der Schilderung nicht vollständig ausklammern«, erklärt Thorsten Knape.

Giftanschlag und Voodoozauber

Er spielt an auf den mehr als 30 Jahre zurück liegenden Fall, in dem eine 42-Jährige eine »Scharlatanerin« zu Rate zieht, um ihren prügelnden Ehegatten Helmut ins Jenseits zu befördern. Als Voodoozauber, Giftanschlag und Auftragskiller nicht zum gewünschten Ergebnis führen, greifen die beiden Damen eigenhändig zur Schusswaffe. Dummerweise bleibt das Projektil in der Zunge des gewalttätigen Ehemanns stecken, wo es erst nach mehreren Arztbesuchen entdeckt wird.

Deutlich tragischer ist der Fall von Taylor Smith, der für einen Mord verurteilt wurde, den er nicht begangen hatte. Beim Teetrinken berichtet er von fast neun Jahren, die er unschuldig im Gefängnis verbracht hat. Es dauerte weitere acht Jahre, bis der Fall mit Hilfe eines Wertheraner Rechtsanwalts neu verhandelt wurde.

Die Sache mit dem Samen bei Zuchthengsten

Wenn man weiß, zu welchen Preisen Erbgut von Zuchthengsten gehandelt wird, wundert es nicht, dass auch auf diesem Gebiet lukrative Geschäfte abseits der Legalität möglich sind. »Beim Versamen des Samens ist nicht sämtlicher Samen versamt worden« lautet das Zitat aus einer Urteilsbegründung in allerfeinstem Beamtendeutsch. Im Buch entführt Thorsten Knape in die Welt vom ehemals erfolgreichsten Springpferd »Pyrrus Z«, der Besamungsbeauftragten Janina Große-Utthöfer und der rossigen Stute »Romina«. Der Begriff »Samenraub« erhält hier eine neue Bedeutung.

Das Ende dieser Geschichte soll hier ebenso wenig verraten werden, wie die Urteilsverkündung im Fall der tiefgekühlten Frauenleiche, die Oliver Köhler nach klassischer »Cliffhanger-Manier« ausspart. Bei allen zugrunde liegenden Fakten müssen die Dialoge zwangsläufig der Phantasie entspringen. »Das ist auch der Grund, weswegen wir von schwebenden Verfahren die Finger lassen«, betonen die beiden Autoren.

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