Ausstellung in Konstanz – Ziel: »Jedes Jahr eine große Schau in einer anderen Stadt« Böckstiegel am Bodensee

Werther  (WB). Peter August Böckstiegel ist nur rund um Bielefeld bekannt? Ein Trugschluss. Spätestens ab Ende Januar wird der Name des Wertheraner Malers auch am Bodensee ein Begriff sein. In Konstanz ist vom 27. Januar bis 16. April eine große Ausstellung zu sehen mit insgesamt 70 Werken. Untertitel: »Ein Expressionist zwischen Westfalen und Dresden.«

Von Klaus-Peter Schillig

Für David Riedel, den künstlerischen Leiter des Böckstiegel-Hauses, ist es Öffentlichkeitsarbeit im besten Sinne und Werbung für das künftige Böckstiegel-Museum, um den Künstler aus Arrode bekannt zu machen im ganzen Land. Konstanz ist da nur der Anfang. »Die Vorgespräche haben 2015 begonnen«, erzählt Riedel vom ersten Kontakt mit der Leiterin der Städtischen Wessenberg-Galerie in Konstanz, Dr. Barbara Stark. Die sei sehr überrascht gewesen, dass sich allein im Bodensee-Raum mehrere echte Böckstiegels in Privatbesitz befinden. »Sehr gute Arbeiten, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind«, wirbt Riedel auch hierzulande für einen künstlerischen Kurzurlaub am Bodensee.

Zwei Werke aus dem Rathaus

Insgesamt 70 Werke werden in Konstanz zu sehen sein. Ein großer Teil stammt aus dem eigenen Fundus an Böckstiegel-Bildern des Kreises Gütersloh, auch die Stadt Werther steuert aus ihrem Bestand zwei Werke bei: die Farblithografie »Selbstbildnis mit Mutter« von 1920 und die Radierung Mutter Meise von 1923. 15 Arbeiten kommen aus der Region, weitere sind Leihgaben aus Privatbesitz in ganz Ostwestfalen. Und nicht alle Arbeiten stammen von Böckstiegel. In Konstanz soll auch seine künstlerische Beziehung zu den Dresdener Künstlerfreunden Konrad Felixmüller, Robert Sterl und Otto Dix herausgearbeitet werden. »Wir wollen nicht einfach den westfälischen Bauernsohn nach Konstanz bringen«, erzählt Riedel von der Intention der Ausstellung.

Gemeinsam mit ihm werden die Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung, Beate Balsliemke, und die Vorstandsvorsitzende Ursula Bolte nach Konstanz fahren. Während der Eröffnung am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr werden nach Dr. Starke auch Ursula Bolte und David Riedel den Menschen und den Künstler Böckstiegel, die Stiftung und das künftige Museum vorstellen. Riedel wird für Aufbau und Führungen insgesamt eine Woche vor Ort bleiben.

Kunst als »Exportartikel«

Auch für die Jahre 2018 und 2019 will sich Riedel bemühen, Ausstellungen mit Böckstiegel-Werken auch in anderen Orten zu organisieren. Sein Ziel: »Jedes Jahr eine große Böckstiegel-Ausstellung in einem anderen Ort.« Das steigert langfristig nicht nur den Bekanntheitsgrad des Wertheraner Künstlers, sondern bringt die nötigen Kontakte, um auch Leihgaben für Sonderausstellungen mit anderen Künstlern ins Böckstiegel-Museum zu holen.

Die Vorbereitungen für den aufwendigen Transport laufen übrigens schon, denn vor allem im Winter müssen die Kunstwerke größtenteils in maßgefertigten Klimakisten transportiert werden, um beim Ein- und Ausladen starke Temperaturwechsel zu vermeiden. Die Kosten für den notwendigen Aufwand trägt das jeweils ausstellende Museum.

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