Wertheraner Kartoffelmanufaktur Pahmeyer baut mit BiTel eigene Glasfaserleitung. Lange Leitung ist ganz schnell

Werther (WB). Als Uwe Pahmeyer nur Kartoffeln angebaut hat, hatte seine Lage im Außenbereich von Werther noch Vorteile. Seitdem aus dem Bauernhof an der Rotenhagener Straße eine »Kartoffelmanufaktur« geworden ist, sind auch die Nachteile offensichtlich: Internet im Schneckentempo. Eine eigene Glasfaserleitung ist die Lösung.

Von Klaus-Peter Schillig
Bloß nicht brechen: Die hauchdünnen Glasfasern, die Daten so schnell transportieren können, müssen mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Das Spleißen, also das Verbinden mit einem anderen Kabel, ist deshalb sehr aufwändig.
Bloß nicht brechen: Die hauchdünnen Glasfasern, die Daten so schnell transportieren können, müssen mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Das Spleißen, also das Verbinden mit einem anderen Kabel, ist deshalb sehr aufwändig. Foto: BiTel/Barbara Franke

Der Landwirt und Geschäftsmann muss sich nur noch wenige Tage gedulden, dann sind seine privaten und geschäftlichen Computer endlich mit Hochgeschwindigkeit mit dem weltweiten Datennetz verbunden. – mit 50 bis 100 Megabit pro Sekunde. Die BiTel, eine Tochter der Bielefelder Stadtwerke, hat es möglich gemacht. Als die den Plan bekannt gemacht hatte, den Ortsteil Theenhausen von der Wertheraner Innenstadt aus mit einem Glasfaserkabel versorgen zu wollen, gingen bei Uwe Pahmeyer alle Alarmleuchten an.

Graben ohnehin gebuddelt

Er sollte ohnehin eine Druckentwässerungsleitung bekommen. In den gleichen Graben von der Dammstraße aus, für den er auch noch über ein Stück Nachbargrundstück musste, ließ er gleich noch ein Leerrohr einziehen und nahm Verhandlungen mit dem Bielefelder Telekommunikationsunternehmen auf. »Wir haben hier fünf Mietparteien auf dem Hof, das hätte sich für die BiTel nicht gelohnt«, sagt Uwe Pahmeyer. In diesem Wissen hat er gleich angeboten, die Kosten für die 950-Meter-Strecke vom Multifunktionskasten an der Ecke Dammstraße/Rotenhagener Straße bis zu seinem Hof selbst zu tragen. Und sogar noch mehr: Auch auf dem Hof selbst lässt er alle Gebäude ans Glasfasernetz anschließen – nochmal 400 Meter – und modernisiert auch gleich seine Telefonanlage.

Bisher war die Hofanlage über LTE mit der medialen Außenwelt verbunden. Diese mobile Technik kann zwar schnell sein, aber auch instabil und langsam, wenn gleichzeitig viele Nutzer im Netz sind. Genau das kann Uwe Pahmeyer in seinem Geschäft mit der Kartoffel nicht gebrauchen. Immerhin beliefert er inzwischen die großen Handelsketten der Republik wie Aldi Süd oder Edeka sowie die Gastronomie mit Fertig- oder Halbfertig-Produkten aus eigener Manufaktur: Kräuterkartoffeln, Reibekuchen, geschälte Kartoffeln oder Grillis.

Lieferzeiten machen Druck

»Wir müssen mitunter in Zeitspannen zwischen zwei und zwölf Stunden liefern. Wenn wir durch schnelle Datenverbindungen vom Eingang der Bestellung bis zum Lieferschein eine halbe Stunde sparen, sind das für uns schon Welten«, schildert Pahmeyer die gestiegenen Anforderungen an die digitale Vorstufe seiner Frische-Produktion.

Stefanie Baseler, Marketing-Frau der BiTel, bezeichnet den Wertheraner Landwirt als zukunftsorientiert. Denn der muss immerhin einen fünfstelligen Betrag in die Hand nehmen für seine Investition. »Das Teure ist nicht das Verlegen der Kabel, sondern das Spleißen«, hat Uwe Pahmeyer dabei erfahren. Denn wie Kupferkabel müssen auch Glasfaserkabel an Abzweigen und Übergabestellen miteinander verbunden werden. Allerdings nicht mit profanen Lüsterklemmen. Bei den leicht zerbrechlichen, hauchdünnen Fasern braucht es ein aufwändiges Verfahren für Spezialisten mit vorsichtigem Verschweißen und Einkapseln.

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