Krabbenpulen als Wettbewerb in der Kneipe Der Panzer darf nicht reißen

Werther (WB). Wenn sich ein Ostfriese mit einem Dominikaner zusammen tut, um ein Restaurant zu betreiben, dann sollte sich das auch in der Speisekarte spiegeln. Dietmar Gersema und Raul Soliman vom »Momentos« haben darum mit einem Wettbewerb im Krabbenpulen Nordsee-Flair nach Werther geholt.

Von Eische Loose
Sensibles Händchen: Erst leicht drehen, dann den Kopf und zuletzt den gepanzerten Schwanz entfernen, schon ist der Granat essfertig.
Sensibles Händchen: Erst leicht drehen, dann den Kopf und zuletzt den gepanzerten Schwanz entfernen, schon ist der Granat essfertig. Foto: Eische Loose

»Ich pule immer von Hand«, sagt Dietmar Gersema über die Spezialität, die es mit und ohne Rührei im »Momentos« gibt. Für ihn ist es ein kleiner Protest. Denn der Granat, den die Kutter aus der Nordsee ziehen, wird schon lange nicht mehr an der deutschen Küste verarbeitet. Gehörte das Pulen früher zu den typischen Formen der Heimarbeit, so werden die schon an Bord gekochten Garnelen nun nach Marokko transportiert. »Das sind doch keine echten Nordsee-Krabben mehr«, findet Dietmar Gersema, der daher auf einen persönlich bekannten Fischer und vor allem auf seine eigene Handarbeit setzt.

250 Gramm in sechs Minuten

Für ihn sind die 250 Gramm, die jeder Teilnehmer des ersten Wertheraner Pul-Wettbewerbs vorgesetzt bekommt, daher ein Klacks. »Bei einem Test habe ich etwa sechs Minuten gebraucht«, sagt er und könnte damit den aktuellen Weltrekord von 548 Gramm in 20 Minuten leicht angreifen. Bei solchen Ergebnissen können die sechs Teilnehmer des Wettpulens im »Momentos« allerdings nur staunen. Dabei haben sich alle gut vorbereitet. Eric van dem Broecke hatte gar in der niederländischen Heimat den Rat seiner Mutter eingeholt.

Zwischen Kopf und Schwanz

Doch reine Theorie reicht eben nicht. Schnell reißt beim entscheidenden Dreh nicht nur der Panzer ein, so dass sich Kopf und Schwanz nicht mehr abstreifen lassen, sondern das ganze Tier kann in zwei Hälften zerbrechen. In diesem Fall und auch wenn an der falschen Stelle gedreht wird, müssen die Panzerringe zeitraubend von der Bauchseite her aufgebrochen und oft einzeln abgezupft werden. Da werden die Gesichter von Ulrich Imort, Katja Dreekmann, Doris Cronsbein, Bernd Brockmeier, Eric van dem Broecke und Alex Albrecht immer verbissener; für die zahlreichen Zuschauer im Momentos wandelt sich der Wettstreit immer mehr zum »Massaker«.

Sauberes Pulen belohnt

Letztlich sind aber die Schälchen von Bernd Brockmeier und Doris Cronsbein nahezu zeitgleich leer. 12,4 Minuten haben sie benötigt. Doch die Zuschauer bemerken einen deutlichen Unterschied im Ergebnis. Bernd Brockmeier hat sichtlich weniger Krabben auf dem Teller.

So greift Dietmar Gersema, der mit Bürgermeisterin Marion Weike zunächst die Zeit gestoppt hat, zusätzlich zur Waage. Hier erweist sich, dass Doris mit 76 Gramm wesentlich sauberer gepult hat und sich damit den ersten Platz samt Gewinn eines Essens für zwei im »Momentos« gesichert hat. Bernd Brockmeier wird mit 61 Gramm nur Zweiter.

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