Automobilzulieferer erlebt eines seiner besten Jahre P und P fährt 170 Millionen Umsatz ein

Werther (WB). Die Auftragsbücher sind prall gefüllt: Mit voraussichtlich 170 Millionen Euro Umsatz erlebt die Firma Poppe und Potthof eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte.

Von Marco Kerber
In dieser   Anlage wird  die Belastbarkeit von Leitungen und anderen Bauteilen geprüft. Sie werden einem Druck von  bis zu 6000 Bar  ausgesetzt, bis sie an ihre Grenzen stoßen und  platzen. Ein Testzyklus kostet 50 000 Euro. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl lässt sich die Technik zeigen von  Geschäftsführer Dr. Christian Potthoff-Sewing (links) und Burkhard Harhoff (technischer Leiter).
In dieser Anlage wird die Belastbarkeit von Leitungen und anderen Bauteilen geprüft. Sie werden einem Druck von bis zu 6000 Bar ausgesetzt, bis sie an ihre Grenzen stoßen und platzen. Ein Testzyklus kostet 50 000 Euro. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl lässt sich die Technik zeigen von Geschäftsführer Dr. Christian Potthoff-Sewing (links) und Burkhard Harhoff (technischer Leiter). Foto: Marco Kerber

Bereits das Geschäftsjahr 2014 konnte der Automobilzulieferer mit einer Umsatzsteigerung von sieben Prozent auf 165 Millionen Euro abschließen. Mit derzeit  1275 Mitarbeitern erreicht das 1928 in Werther gegründete Familienunternehmen  auch einen Höchststand bei der Beschäftigung.  

Die positive Entwicklung konnte Firmenchef Dr. Christian Potthoff-Sewing am Dienstag der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl verkünden, die den Firmensitz an der Dammstraße besichtigte. Bei dieser Gelegenheit sprach der geschäftsführende Gesellschafter auch über die Herstellung von Kupplungen in der Slowakei. Dort hat P und P im Januar 2014 für vier Millionen Euro eine neue Produktionsstätte mit derzeit 90 Mitarbeitern errichtet.

Die Unternehmensgruppe ist somit an 15 Standorten in zehn Ländern weltweit tätig. Im Rohrwerk und dem Technologiezentrum in Werther arbeiten derzeit insgesamt 200 Beschäftigte.

 Christian Potthoff-Sewing erinnerte sich an die Zeit vor 25 Jahren, als er in die Firma einstieg. »Damals gab es acht weitere Familienbetriebe im Bereich der Rohrherstellung. Mit Ausnahme von uns hat  keiner von ihnen neben den großen Konzernen überlebt«, sagt er.

P und P hat sich vom Rohrproduzenten  zum Spezialisten für präzise Metallverarbeitung entwickelt. »Einer unserer größten Vorteile ist, dass wir flexibel sind und auch kleinere Aufträge unserer Kunden annehmen. Wir fertigen bei speziellen Wünschen auch mal nur 500 Meter Rohre an. Die ganz Großen winken da nur ab«, sagt Potthoff-Sewing. Deshalb haben die Wertheraner auch viele verschiedene Abnehmer und setzen nicht nur auf Aufträge von Großkunden.

Ein Steckenpferd der Unternehmensgruppe ist nach wie vor die 1999 eingeführte Common-Rail-Technik für Dieselmotoren. Bei diesen Einspritzrohrsystemen hat P und P nach eigenen Angaben inzwischen auch in China einen Marktanteil von über 50 Prozent. In Europa liegt der Schwerpunkt vor allem auf Nutzfahrzeugen. Der Marktanteil wird hier ebenfalls mit 50 Prozent beziffert.  Die Common-Rail-Teile werden im größten Werk in Ungarn gefertigt. Dort arbeiten 450 Mitarbeiter.

Trotzdem macht diese Sparte unter dem Strich nur ein Viertel des Umsatzes aus. »Wir haben viele unterschiedliche Bereiche, fertigen zum Beispiel auch Teile für Schiffe oder Flugzeuge. Da wir so breit aufgestellt sind, ist unser Unternehmen auch nicht so krisenanfällig«, sagt Geschäftsführer Christian Potthoff-Sewing.

 Weitere Chancen für das Unternehmen sieht die Geschäftsführung in der Einführung der neuen Euro-6-Abgasnorm für Motoren. Da die Technik immer ausgefeilter wird, werden die Bauteile auch immer größeren Belastungen ausgesetzt. Haltbare und präzise Rohre seien da unverzichtbar.

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