Mit Kettensäge und Axt gezielt die Lebensadern durchtrennt Todesurteil für 30 Jahre alte Eiche

Werther (WB). Diesen Baum wollte jemand ganz gezielt abtöten: Nach der Beschädigung einer 30 Jahre alten Stieleiche sucht die Stadtverwaltung den Täter.

Von Marco Kerber
Die Wunde des Baumes geht einmal um den Stamm herum. Für die Eiche ist das fatal.
Die Wunde des Baumes geht einmal um den Stamm herum. Für die Eiche ist das fatal. Foto: Marco Kerber

Die Eiche steht auf dem Gelände des öffentlichen Bolzplatzes an der Nordstraße. Mehrere Zentimeter hoch und tief ist die Wunde, die sich wie ein helles Band einmal um den Stamm zieht und am Donnerstag entdeckt wurde.

»Mit einer Motorsäge wurde einmal herum geschnitten und der Rest mit einer Axt oder einem Sticheisen abgetrennt. Da hat jemand sehr genau gewusst, was er tut«, sagt der städtische Umweltbeauftragte Werner Schröder. Denn direkt hinter der Rinde verlaufen die Lebensadern des Baumes, die jetzt durchtrennt sind. Er wird sehr wahrscheinlich absterben.

Schröder arbeitet seit 1988 bei der Stadt. »So etwas Niederträchtiges habe ich bislang aber noch nicht erlebt. Ich bin wirklich erschüttert.« Immerhin lägen ihm Hinweise vor, wer dafür verantwortlich sein könnte. Die führen in die Nachbarschaft. Werner Schröder geht davon aus, dass jemand das Laub der Eiche nicht mehr in seinem Garten haben wollte.

Zu derlei Beschwerden komme es auch an anderen Stellen immer wieder. Schröder: »Wir bieten dann an, dass das Laub kostenlos entsorgt werden kann. Aber einfach Axt anzulegen, das ist eine Unart. Bäume haben nicht nur einen Holzwert, sondern auch einen ökologischen und ästhetischen Wert.« Dieser belaufe sich im konkreten Fall auf 4000 bis 6000 Euro. Die Stadt hat wegen Sachbeschädigung Anzeige gegen Unbekannt erstattet. »Wir bieten dem Verantwortlichen aber an, sich bei uns zu melden«, sagt Schröder, der unter v 705 48 weitere Hinweise zum Fall entgegen nimmt.

Sollte es wirklich ein Nachbar gewesen sein, könnte der Schuss nach hinten losgegangen sein: Es droht ein großes Stück Totholz als Aussicht. Denn die Stadt will den Baum als Mahnmal stehen lassen.

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