Christina Meißner stellt in der Galerie et aus – Vernissage am 11. März Ohne Fantasie geht’s nicht

Versmold (WB). »Ich habe eine kleine Wohnecke, der Rest ist Atelier«, so beschreibt die 49-jährige freischaffende Künstlerin Christina Meißner ihr Zuhause. Und wer die leidenschaftliche Künstlerin und Kunsthandwerkerin inmitten ihrer 20, zum Teil lebensgroßen Skulpturen und 15 detailverliebten Zeichnungen in der Galerie et erlebt, kann sich das sofort bildhaft vorstellen.

Von Petra Kramp
In der Versmolder Galerie et sind vom 11. März an die Werke der freischaffenden Künstlerin Christina Meißner aus Brockhagen zu sehen. Sie zeigt in ihrer Ausstellung ihre teils lebensgroßen Skulpturen und 15 detailverliebte Zeichnungen.
In der Versmolder Galerie et sind vom 11. März an die Werke der freischaffenden Künstlerin Christina Meißner aus Brockhagen zu sehen. Sie zeigt in ihrer Ausstellung ihre teils lebensgroßen Skulpturen und 15 detailverliebte Zeichnungen. Foto: Petra Kramp

Sie hat einen mittelalterlichen Verkaufsstand in den  Ausstellungsräumen der Galerie et integriert, ein Baldachin, mit dem sie auch auf Mittelalter-und Fantasymärkten unterwegs ist, um ihre variationsreichen Exponate zu verkaufen. Vom 11. März bis zum 8. April tummeln sich hier Kobolde, Hexen, Feen, Götter und Göttinnen neben Windlichtern und Gartenfiguren. Und immer wieder Drachen. Alles aus Ton gefertigt, wobei die Oberflächenstrukturen verblüffen, hat man doch den Eindruck, es handelt sich manchmal gar um Leder oder um Holz.

Barbara Kahl-Zimmermann, die bei der Vernissage die Laudatio halten wird, bewundert die Schaffenskraft ihres künstlerischen »Zöglings«: »25 Jahre arbeitete Christina am Fließband in einer Fleischfabrik.« Dann wurde ihr gekündigt. »Und sie schnappte sich fortan kiloschweren Ton, modellierte ihn zu fantasievollen Figuren und brannte ihn.« Meißners Motive entstammen der Tattoo-Szene, der Steam-Punk-Szene der 80-er Jahre, die sich dem viktorianischen Zeitalter mit modernen Mitteln verschreibt und der mythologischen Sagenwelt.

Und ihre Bilder vermögen ebenfalls Geschichten zu erzählen. Da ist das Bild mit dem Titel »Jolanda«. Meißner portraitierte ihre als Putzfrau arbeitende, ehemalige spanische Arbeitskollegin gleichen Namens vor einem Fabrikgebäude. Es hängt gleich neben »Jessica«. Jessica, eine andere Arbeitskollegin, die Jolanda für das Portrait als gelernte Maskenbildnerin schminktechnisch »herrichtete«. Mittlerweile kann Meißner auf rund 30 Gemeinschafts- und zehn Einzelausstellungen zurückblicken. »Ich male, seitdem ich einen Stift halten kann«, bekennt die Künstlerin. »Denn ich komme aus einer kreativen und handwerklichen Familie. Aber Künstlerin wurde ich erst durch Umwege.«

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