Publikum stimmt in der Galerie et in Balkes Liebeslieder mit ein Pago besingt die »Pfirsichhaut«

Versmold (WB). Die Frage der nicht gerade als Karnevalisten bekannten Versmolder am Aschermittwoch und Valentinstag dreht sich nicht ums »Reinlasse«, sondern um die Frage »Wolle mer se gehe lasse?« Ein entschiedenes »Nein« wäre bei einer Abstimmung unter den 80 »süchtigen« Fans von Pago Balke und seinem »Ex-Guru« Gerhard Stengert in der Galerie et sicher.

Von Petra Kramp
Gestatten, »The sexiest Man alive«, Pago Balke, stellt sich als solcher selbst singend in der Galerie et vor. Pianist Gerhard Stengert begleitet den Gigolo mit stoischer Gelassenheit.
Gestatten, »The sexiest Man alive«, Pago Balke, stellt sich als solcher selbst singend in der Galerie et vor. Pianist Gerhard Stengert begleitet den Gigolo mit stoischer Gelassenheit. Foto: Petra Kramp

Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Kulturverweigerer oder »Nur-im-Keller-Lacher«, der tatsächlich von diesem sprachlich und musikalischen Tausendsassa Pago Balke noch nichts gehört haben mag. »Der wäre es dann selber schuld«, formuliert es ein weiblicher Fan salopp.

Verrückt nach der »Pfirsichhaut« der Supermarkt-Bäckereifachverkäuferin

Versmold ist nahezu verrückt nach der viel besungenen »Pfirsichhaut« der Supermarkt-Bäckereifachverkäuferin. Die den Anbetenden förmlich zum Hefekuchen aufgehen lässt, weil er sich nicht traut, die Pfirsichhäutige mit den zitronengelbem Haar anzusprechen. Er steht aufgrund seiner »Rosinen im Kopf« immer wieder am Kuchentresen an und ordert unentwegt Bienenstich.

Textsicher singen Pagos Fans mit dem »Sexiest Man in the World alive«, wie sich Frauenversteher Pago selbst gesanglich vorstellt. Er hat es raus. Weiß, dass Frauen im Wirrwarr der Rollenaufteilung nur den Mann an ihrer Seite dauerhaft dulde, der »im Muskelshirt vor der Spüle« steht. Balke singt weiter auf Englisch vom Mann, der anstelle seiner Frau in der Küche steht und spricht in »Tanzstunde« so manchem aus der Seele, wenn er die Qualen derselben besingt.

Walzer auf der Bühne

Gerhard Stengert spielt am Akkordeon zu französischen-anmutenden Weisen zum Tanz auf. Bei Pago ist tanzmäßig doch noch was hängengeblieben. Das beweist er, indem er die verdutzte Bürsten-Fee Jutta Redecker auf der Bühne zum Walzer auffordert.

Doch Balke kann nicht nur lustig. In seinem berührenden Lied »Talisfrau«, das er seiner Frau widmete, die am Valentinstag jetzt beim Hund sitze und Tatort gucken müsse, bekennt er: »Aus dem Haufen der Millionen, hat uns einer rausgepickt. An Talismänner glaub ich nicht, doch bei dir glaub ich schlicht. Du bist meine Talisfrau.« »Da wollte mich jemand mit dir belohnen«, ist er sich sicher. Mit ihrem geseufzten »Schön« nach dem letzten Ton spricht eine Zuhörerin vielen aus der Seele.

»Waschbärlied« im Wolga-Sound

Dessen ungeachtet, seine Frau ist ja nicht zugegen, besingt er Georg Kreislers »Barbara«. Aber da sie imaginär ist, sei sie auch weniger gefährlich. Der Abend endet mit einem »Waschbärlied« im Wolga-Sound. Ein Abschied, den alle in die Galerie et nicht wahrhaben wollen. Pago beruhigt sie: »Im nächsten Jahr komm ich bestimmt wieder, vielleicht sogar mit Verstärkung.« Seine neugegründete sechsköpfige Band »Zollhausboys« mit Stengert und vier Syrern solle man schon mal im Internet suchen. Versmold atmet auf.

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