Fantastische Kostüme und interessante Geschichten auf viertem Mittelaltermarkt Tempelritter im Stadtpark

Versmold(WB). Tempelritter, bewaffnet mit Schwert und Schild, präsentieren stolz ihr Banner, während das gemeine Volk in der Taverne Met aus Tonbechern trinkt. Und auf der Marktbühne spielt die Gruppe »Frendskopp« auf Dudelsäcken und belustigt mit ihren Texten alle, die es hören mögen.

Von Jens Horstmann
Faszinierende Instrumente: Die Gruppe »Frendskopp« (»Freundschaft«) spielt auf Dudelsäcken und Trommel. Damit führen die Musiker auch den großen Zug der stilvoll Gewandeten an, die sich beim Versmolder Mittelaltermarkt präsentieren.
Faszinierende Instrumente: Die Gruppe »Frendskopp« (»Freundschaft«) spielt auf Dudelsäcken und Trommel. Damit führen die Musiker auch den großen Zug der stilvoll Gewandeten an, die sich beim Versmolder Mittelaltermarkt präsentieren. Foto: Jens Horstmann

Zum vierten Mal öffnete der Mittelaltermarkt am vergangenen Wochenende im Versmolder Stadtpark das Tor in eine längst vergangene Zeit. Wer in diese Parallelwelt eintauchen wollte, musste zunächst die Torwache passieren. Sir Leofric of Furnbrook und sein schottischer Knecht Michael achteten genau darauf, dass Besucher die fällige Anzahl an Talern bezahlten.

Doch der Eintritt sollte sich lohnen. Nicht nur, dass die ansässigen Figuren durch tolle, mittelalterliche Kostümierung auffielen. Auch konnten die meisten eine fantastische Geschichte erzählen. Wie beispielsweise Magdalena von Westfalen, Frau von Sir Leofric. Während ihr Mann an der Torwache Präsenz zeigte, häkelte sie vor ihrem Zelt und berichtete von einer beschwerlichen Reise. »Ich musste meinem Mann mit in den heiligen Krieg folgen. Seit über fünf Jahren sind wir nun schon unterwegs. Aber immerhin befinden wir uns schon wieder auf der Rückreise.« 

Während Sir Leofric alle seine Soldaten in der Schlacht verloren hatte, reiste Ritter Christian von Simern zusammen mit den Gebrüdern Corwyn und Iswarg von Boinen durch die Lande. Gegen eine entsprechende Bezahlung brachten sie der Bevölkerung allgemeine Waffenkunde bei. Aber natürlich ging es auf dem Mittelaltermarkt nicht nur um Waffen. Bruder Enoch, ein Mönch, bezauberte die Besucher mit allerlei Taschentricks. Und während John Campbell aus dem Lager Clann na-h alber (zu deutsch: Kinder Schottlands) Holzscheite hackte, um den eigenen Kessel und damit auch den Kochtopf am kochen zu halten, gab es auf dem Marktplatz echtes Spanferkel.

Um 13 Uhr eröffnete Vize-Bürgermeister Horst Hardiek zusammen mit Anke Weinbrenner offiziell die Veranstaltung und beschwörte dabei den Wettergott um angemessene Temperaturen. Außerdem sprach er schon die Einladung für das kommende Jahr aus: »Das wäre dann das fünfte Mal und damit Tradition. Und Tradition darf nicht mehr gestrichen werden.«

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