Café im Schafstall schließt zum Jahresende Wilhelm Froböse und Christine Nagel kündigen Abschied an

Versmold-Hesselteich (WB). Das Café im Schafstall in Hesselteich wird Ende des Jahres geschlossen. Damit verliert der Altkreis ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Radfahrer. Eigentümer Wilhelm Froböse und Geschäftspartnerin Christine Nagel machen nach 18 Jahren Schluss. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger verlief erfolglos.

Von Klaus Münstermann
Nach 18 Jahren ist Schluss: Eigentümer Wilhelm Froböse und Geschäftspartnerin Christine Nagel versprechen ihren Gästen, dass bis zum Jahresende alles wie gewohnt weiter laufen wird. Zum Kehraus wird es einen Abschiedsempfang geben.
Nach 18 Jahren ist Schluss: Eigentümer Wilhelm Froböse und Geschäftspartnerin Christine Nagel versprechen ihren Gästen, dass bis zum Jahresende alles wie gewohnt weiter laufen wird. Zum Kehraus wird es einen Abschiedsempfang geben. Foto: Klaus Münstermann

»Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht« kündigt Froböse sichtlich berührt das Ende ihres Cafés an. »Es ist ein großer Einschnitt in unser Leben. Und deshalb möchte ich so eine Entscheidung treffen, so lange ich selbst noch fit bin«, sagt der 60-jährige Froböse und erhält von seiner gleichaltrigen Geschäftspartnerin nickende Zustimmung. Trotz intensiver Bemühungen sei niemand gefunden worden, der das Café seriös und langfristig hätte weiterführen wollen. Wichtig ist beiden: »Wir müssen nicht aufgeben, weil es nicht mehr läuft. Wir möchten nur beide am Samstag und Sonntag auch mal etwas unternehmen.«

Service in gewohnter Manier

»Bis zur Schließung läuft alles wie gewohnt weiter«, sagt Christine Nagel. »Wer noch Gutscheine einzulösen hat, hat nun genügend Zeit, sie noch einzulösen«, so Nagel weiter. »Bei allen Feiern und den Weihnachtsbuffets am ersten und zweiten Feiertag dürfen unsere Gäste den Service in gewohnter Manier erwarten«, verspricht Froböse. Auch die etwa zehn Mitarbeiter, die mit einer Ausnahme alle seit mehr als zehn Jahren dabei sind, würden so lange mitziehen. Der Termin für einen Abschiedsempfang wird kurzfristig bekannt gegeben.

Umnutzung zum Start 1998

Als Wilhelm Froböse 1998 von der möglichen Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude hörte, stand für den gelernten Speditionskaufmann schnell fest: »Aus dem ehemaligen Sauen- und Rinderstall mache ich ein Bauernhofcafé.« Anfangs sei er pessimistisch beäugt worden. »Aber es lief von Anfang gut. Ein Frühstücksbuffet war damals für viele neu«, erinnert sich Froböse. Acht Wochen hätte man im voraus einen Tisch bestellen müssen. »Und auch heute noch ist es besser, mindestens zwei Wochen vorher anzurufen«, so Froböse.

Etwa 15 Jahre lang hatte das Café nur montags Ruhetag, ehe sich die Betreiber mit ihren Öffnungszeiten auf die beiden Wochenendtage beschränkten. »Es gibt nicht mehr so viel Leute, die in der Woche viel Zeit haben«, begründet Christine Nagel den Schritt. »Dafür haben Feiern wie Geburtstage und Konfirmationen immer mehr zugenommen. Das hatten wir ursprünglich gar nicht vor«, sagt Froböse. Drei Mal wurde das Café im Schafstall mit den »Vier goldenen Tassen« als Qualitätszeichen der Bauernhofgastronomie von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe ausgezeichnet.

Ein Dorf wächst zusammen

Wenn Froböse über die Höhepunkte nachdenkt, kommt er gerne auf Comedy-Abende und Chorkonzerte zu sprechen. All die können aber mit dem Hesselteicher Weihnachtsmarkt nicht mithalten. »Bei der ersten Auflage im Jahr 2000 habe ich Hesselteicher gesehen, die ich vorher noch nie gesehen hatte«, so Froböse. Gemeinsam mit Wolfgang Niedermowwe vom Löschzug und Hartmut Eppe von der Spvg. Hesselteich hatte Froböse zuvor die ersten Gespräche geführt. »Das und die Teilnahme am kreisweiten Dorfwettbewerb hat unsere Dorfgemeinschaft sehr gefördert. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten bedanken«, sagt Froböse.

So geht’s weiter

Der Dorfgemeinschaft bleiben Wilhelm Froböse und Christine Nagel erhalten. Auch bleiben beide natürlich im Schnatweg wohnen. Während Nagel sich mit Ramona Frank vermehrt um ihre Stoffkommode kümmern kann, ist Froböse noch etwas unschlüssig, ob er in der Immobilie Wohnungen oder Büros schaffen möchte.

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