Bärchenfamilie wächst vegetarisch Reinert investiert in größte Werbekampagne der Firmengeschichte

Versmold-Loxten (WB). Die Privatfleischerei Reinert bringt zum 1. August drei vegetarische Kinderwurstprodukte auf den deutschen Markt. »Unsere Bärchenfamilie wächst auf acht Produkte«, sagt Geschäftsführer Hans-Ewald Reinert. Zugpferd der fünf Millionen Euro teuren Werbekampagne ist der bekannte Schauspieler Matthias Schweighöfer.

Von Klaus Münstermann
Geschäftsführer Hans-Ewald Reinert und Projektmanagerin Eva-Maria Cordes zeigen die drei vegetarischen Kinderwurstprodukte, die vom 1. August an die klassischen fünf der Bärchenfamilie erweitern: Nuggets, Schnitzel und Mortadella.
Geschäftsführer Hans-Ewald Reinert und Projektmanagerin Eva-Maria Cordes zeigen die drei vegetarischen Kinderwurstprodukte, die vom 1. August an die klassischen fünf der Bärchenfamilie erweitern: Nuggets, Schnitzel und Mortadella. Foto: Klaus Münstermann

Die vegetarischen Nuggets und Schnitzel im Convenience-Bereich sowie die vegetarische Mortadella wurden in den vergangenen zehn Monaten in Zusammenarbeit mit der Firma Like Meat, an der Reinert seit August 2015 zu 25 Prozent beteiligt ist, entwickelt. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf wird die Produkte im holländischen Oss herstellen.

Unterschiede in der Rezeptur

Die Rügenwalder Mühle stellt seit Dezember 2014 vegetarische Produkte her. »Wir haben uns das angeschaut und starten jetzt praktisch aus der zweiten Reihe«, sagt Reinert. Andere Anbieter, die auf den vegetarischen Zug aufgesprungen seien, befänden sich schon wieder auf dem Rückzug. »Sie haben nichts Differenziertes hergestellt und auch keine Werbung gemacht«, so Reinert.

Das sei bei seinen vegetarischen Produkten – den ersten im Kinderwurstbereich – anders. Statt Eiklar, mit bis zu 69 Prozent Hauptbestandteil der meisten vegetarischen Produkte, sei Like Meat eine Gewebestruktur auf Basis von Sojaprotein und Hülsenfrüchten gelungen, die echtem Fleisch sehr nahe komme. Auf den Bedarf von Kindern abgestimmt, enthielten die drei neuen Bärchenprodukte Eisen, Zink und das Vitamin B12. Zudem seien sie laktosefrei. »Weil wir etwas Honig hinzugeben, gelten sie nicht als vegan«, erklärt Hans-Ewald Reinert.

»Im Vergleich zu den Nuggets einer Fastfood-Kette, enthalten unsere nur eine einzige E-Nummer. Die für Methylcellulose«, so Reinert. Der Geschäftsführer ist vom Geschmack der selbst produzierten Nuggets so überzeugt, dass er für Ende des Jahres einen Wettbewerb verspricht, bei dem Verbraucher repräsentativ den Anbieter wählen sollen, dessen Nuggets am besten schmecken.

Schweighöfer als Zugpferd

»Mit fünf Millionen Euro für fünf Monate ist das die größte Werbekampagne in unserer 85-jährigen Unternehmensgeschichte«, sagt Reinert. Im Mittelpunkt steht Matthias Schweighöfer, der in einem 25 Sekunden dauernden TV-Spot in einer Doppelrolle als Vater eines Jungen der Mutter eines anderen ein Beispiel für »antiautoritäre Ernährung« gibt. Für den Dreh in Berlin wurde eigens ein Supermarkt nachgebaut.

325 Millionen Euro Umsatz

Die Privatfleischerei Reinert erwirtschaftet mit 1200 festangestellten Mitarbeitern an drei Standorten in Deutschland, Rumänien und Frankreich, darunter 620 am Stammsitz in Loxten, einen Jahresumsatz von 325 Millionen Euro, von denen zehn Prozent mit der vor 18 Jahren eingeführten Bärchenmarke erzielt werden. Ihr Umsatz stieg 2015 um sieben Prozent.

England ist sehr wichtig

»England ist unser wichtigster ausländischer Markt«, sagt Reinert. »Der Brexit bedeutet für uns zunächst, dass unsere Produkte zehn Prozent teurer werden.« Sollte es so kommen, dass England beim Warenexport als Drittland zu behandeln sei, dann müsste sein Unternehmen Personal aufstocken. »Vermutlich wird das produzierte Warenvolumen für England sinken und gleichzeitig die Kosten dafür steigen.«

Kommentare

Den Profit erweitern, es geht um nichts anderes

Firma Reinert geht es nur darum, darum, vom boomenden Markt einiges abzugreifen.
Schin früher fand ich Gesichtswurst das Allerletzte,
Zum Einen auch Tierisches verwenden, was sonst niemand auf seinen Tellern haben will, total fettig und ungesund .
Zum Anderen die toten Tiere derart zu verhöhnen und Kindern einen lustigen Bären vorzusetzen, der so gar nicht als tierisches Produkt daher kommt. Miese Marketingstrategie, so manche Kinder würden, wenn sie den Hintergrund kennen, diese Produkte verweigern.
Bin weder Vegetarierin noch Veganerin, kaufe aber definitv für meine Kinder keine derartigen Produkte, weil sie meiner Meinung nach absolut unnötig und ungesund sind.

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