Heerlager schlagen ihre Zelte auf Eine Zeitreise ins Mittelalter im Versmolder Stadtpark

Versmold (WB). Muntere Gaukler und weit gereiste Händler, kampferprobte Ritter und hochwohlgeborene Edelleute: Am ersten Septemberwochenende kommen sie alle in den Versmolder Stadtpark. Es gibt Schwein vom Spieß, Hanfbrote und Kirschbier, Zaubereien, Geschichten und Lautenmusik. Wer das Parktor durchschreitet, macht eine Zeitreise ins Mittelalter.

Von Doris Wassermann
Dieses mittelalterlich gewandete Quintett freut sich auf den Markt am ersten Septemberwochenende (von links): Kai Fischer und Ulrike Bitterlich-Nietsch vom Organisationsteam Ars Westfalica, Dennis Kleine-Tebbe als »Roxinom, der Spielmann«, Stadtmarketingbeauftragte Anke Weinbrenner und Bürgermeister Michael Meyer-Hermann als einfacher Bürger.
Dieses mittelalterlich gewandete Quintett freut sich auf den Markt am ersten Septemberwochenende (von links): Kai Fischer und Ulrike Bitterlich-Nietsch vom Organisationsteam Ars Westfalica, Dennis Kleine-Tebbe als »Roxinom, der Spielmann«, Stadtmarketingbeauftragte Anke Weinbrenner und Bürgermeister Michael Meyer-Hermann als einfacher Bürger. Foto: Doris Wassermann

Bereits zum vierten Mal organisiert »Ars Westfalica«, erfahrener Veranstalter von Mittelaltermärkten aus Schwerte, das Fest in Versmold. »Wir zeigen den Leuten das Mittelalter, wie es gewesen sein kann«, sagt Ulrike Bitterlich-Nietsch vom Organisationsteam. Erwartet werden an beiden Tagen 3000 Besucher – viele auch von außerhalb.

Ein Dutzend Heerlager aus verschiedenen Jahrhunderten

Ritter, Spielleute und Händler ziehen für den Markt mit einem Dutzend Heerlager aus verschiedenen Jahrhunderten in den großzügigen Park mitten in der Stadt. Sie unterhalten die Besucher am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, mit Musik und Tanz, allerlei Schabernack und Narretei. Mit »Marktmusik und Minnegegröhl« wollen zum Beispiel die vier Musiker von »Friendskopp« das Publikum bespaßen. Die Formation aus dem Ruhrgebiet wurde bereits 2004 gegründet. Die Gruppe musiziert mit Sackpfeifen, Schalmeien, Davul und Schlagwerk. Ein gern gesehener, manchmal allerdings auch unangenehmer Gast auf dem Versmolder Mittelaltermarkt ist »Bruder Dickbert«: Der selbst ernannte Sünder- und Dämonenjäger ist im Namen des Herrn unterwegs. Er stellt unbelehrbare Schwerenöter an den Pranger und verteilt Ablassbriefe. Schlüpfrige und gruselige Geschichten für Erwachsene, aber auch nette Märchen für Kinder erzählt »Tandaniel, der Geschichtenweber«. Außerdem tritt ein Zauberer auf.

Im Kramerladen gibt es Lederwaren, Räucherwerk, ausgefallene Säfte und mehr, »Serafina Seifenzauber« bietet handgemachte Seifen, Badezusätze und Kerzen an, der Klangstand hat Schellen, Glocken, Klang- und Windspiele im Angebot, und die »Marmeladenfee« verkauft neben Marmelade Liköre und eingelegte Früchte.

Singles tragen Bändchen

Außerdem gibt es Stände mit Bronze-, Silber- und Lederschmuck, Kinderspielzeug aus Holz, Tuche aus Naturfasern, daraus genähte Gewandungen, historische Ledersandalen, Jonglierbedarf, Wolle, Keramik und allerlei Zierrat. »Rega von Bernstein« hat Bernsteinschmuck in vielen Variationen im Angebot, und bei »Heinrich, dem Bogner« und seiner Holden gibt es selbstgefertigte Bögen und Zubehör. Dort kann man sich auch die Tarotkarten legen lassen.

Neu ist in diesem Jahr eine besondere Aktion für Singles: An der »Ars Westfalica«-Taverne gibt es für einen Euro ein Armband, an dem sich Singles auf dem Markt erkennen können. Die Aktion sei auf anderen Märkten bereits sehr erfolgreich gewesen, so das Organisationsteam. »Die Bewohner der verschiedenen Heerlager erzählen gern über das damalige Leben«, ermuntert Ulrike Bitterlich-Nietsch die Besucher, die Teilnehmer direkt anzusprechen.

Der Mittelaltermarkt im Versmolder Stadtpark ist am Samstag, 3. September, von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag, 4. September, von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

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