Jürgen Mayer und Manni Breuckmann unterhalten sich schlagfertig über Mallorca Die mit dem Radiogesicht

Versmold (WB). »Tu ma’ wat lesen«, fordert Reporterlegende Manni Breuckmann im breiten »Püttrologisch« seinen Gegenpart Jürgen Mayer auf. Der WDR-Mann legt dann auch gleich ziemlich »klugscheißerisch«, wie sein Radiokollege findet, über das abend- füllende Thema Mallorca los.

Von Burkhard Hoeltzenbein
Alles, was Sie schon immer mal über Mallorca wissen wollten, hat Jürgen Mayer (links) zusammengetragen. Einen handfesten Krimi sowie einige Sprüche zur Insel steuert Manni Breuckmann zum unterhaltsamen Abend mit 180 Zuhörern bei.
Alles, was Sie schon immer mal über Mallorca wissen wollten, hat Jürgen Mayer (links) zusammengetragen. Einen handfesten Krimi sowie einige Sprüche zur Insel steuert Manni Breuckmann zum unterhaltsamen Abend mit 180 Zuhörern bei. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Einen unterhaltsamen Abend lang passen sich Mayer, der sich im vergangenen Jahr bei »WDR für eine Stadt« von den Vorzügen Versmolds überzeugte, und Breuckmann, der vor zehn Jahren schon einmal hier gastierte, die (Fuß-)Bälle zu. Ganz ohne Kommentare zur kickenden Zunft kommt Breuckmann, der gleich zum Aufwärmen beim Lesen einen mächtigen Beweis seiner »Tor« brüllenden Stimmkraft abgibt, auch nach seiner Zeit als WDR-Sportredakteur nicht aus.

Nichts bleibt unkommentiert. Weder die schicke Urlaubsdeko, die das Busunternehmen Sieckendiek als Kooperationspartner von Buchhandlung Krüger und Stadtbibliothek aufgestellt hat. Noch die schwarz-gelben Publikumsvorlieben bei der Wahl des Lieblings-Bundesligaklubs, die der bekennende Schalkefan Breuckmann (»Ich habe mich von Grün-Weiß Datteln über die rot-weiße Spvg. Erkenschwick bis zu Schalke 04 in blau-weiß raufgearbeitet«) naserümpfend zur Kenntnis nimmt.

»Wir haben typische Radiogesichter«, erklärt Mayer selbstironisch, warum beide bei dem Ohr-Medium gelandet und hängen geblieben sind. Er selbst hat einst bei »Eins Live« angefangen. »Und bin jetzt bei WDR 2 auf der Durchlaufstation zu WDR 4«.

Der Auftritt des Duos in Versmold im mit 180 Zuhörern bestens besuchten Sekundarschulfoyer an der Schützenstraße ist erst der dritte seiner Doppelpass-Art. Merkt man den beiden Quasselprofis aber nicht an, die sich routiniert gegenseitig ins Wort fallen und Pointen zünden: »Die Versmolder sind so etwas wie die Brasilianer unter den Ostwestfalen«, ordnet Breuckmann die ausgelassene Stimmung treffend ein.

Dabei haben beide durchaus auch halbwegs Ernsthaftes zu erzählen. Breuckmann hat mit »Schnee am Ballermann« einen Krimi verfasst, bei dem er brutal detailverliebt den Mord im ersten Kapitel vorliest, um gleich auch den Mörder zu verraten. Der Clou ist die anschließend ausgebreitete Vorgeschichte, die das Vorleben von Täter und Opfer beleuchtet.

Der auf »Malle« lebende Mayer glänzt in seinem Büchlein »Mallorca für die Hosentasche« mit Informationen, die die Welt nicht braucht, die sie aber trotzdem immer schon mal über der Deutschen liebste Insel wissen wollte. Beim Kapitel über die »Ballermänner«, die auf dem Hinflug käseweiß und gröhlend die Charterflieger belästigen und auf den Rückflügen immer noch käseweiß ihren Rausch ausschlafen, wird’s schenkelklopfend.

Warum die Deutschen den ewigen »Handtuchkrieg« mit den Engländern gewinnen, ist auch klar: »Beide wachen etwa zur gleich Zeit auf, aber die Briten bleiben 20 Minuten noch liegen, die Deutschen nur 15. Diese fünf Minuten sind absolut entscheidend.«

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