Julia Bartkowiak gewinnt die Publikumsherzen – überragende Stimmung beim Stadtfestival Hauch von Whitney Houston

Versmold(WB). So furios das Stadtfestival Freitag begonnen hatte, so rasant wurde es am Samstag und Sonntag fortgesetzt. Dabei kam vor allem im Zelt am Schweinebrunnen Stimmung auf wie sonst nur auf dem Münchner Oktoberfest.

Von Klaus Münstermann
Ihre Aufforderung »Come closer« zeigt Wirkung: Julia Bartkowiak gewinnt am  Samstag erst die Zuschauer für sich und dann deren Herzen. Die polnische Sängerin umarmt  zum Abschluss Reiner Stodieck, um ihm für das Engagement zu danken.
Ihre Aufforderung »Come closer« zeigt Wirkung: Julia Bartkowiak gewinnt am Samstag erst die Zuschauer für sich und dann deren Herzen. Die polnische Sängerin umarmt zum Abschluss Reiner Stodieck, um ihm für das Engagement zu danken. Foto: Klaus Münstermann

»Danny and the wonderbras« haben sich in den Vorjahren ihre eigene Anhängerschaft in Versmold erarbeitet und blieben am Freitag fast vier Stunden lang nichts schuldig. Da ging’s mit dem Kontrabass auf den Biertisch und davor wirbelten Männer ihre Tanzpartnerinnen in ihren Petticoats durch die Luft.

Zeitgleich rockten am Rathaus die Schlagerschlampen die Bühne. Vor drei Monaten auf der Maiwoche in Osnabrück aufgetreten, hatte das hessische Quartett seinen eigenen Männer-Fanclub dabei, Luftgitarrensolo inklusive. Mehrere hundert Zuschauer bedankten sich bei für die rockige Variante von Jürgen Drews Hit »Ein Bett im Kornfeld« mit der La-Ola-Welle.

Die schwedische Combo »The Booze Brothers« brachte das Zelt am Schweinebrunnen am Samstag mindestens so zum Kochen wie einen Tag zuvor »Danny and the wonderbras«. Wem das dennoch nicht gefiel, der war bei Julia Bartkowiak und später »Mind2mode« am Rathaus richtig. Mit ihrer Auftrittszeit um 19.30 Uhr hatte es Bartkowiak dabei nicht leicht.

Zunächst tummelte sich nur eine handvoll Kinder. Die Polin zeigte sich davon jedoch unberührt, verließ die Bühne, um den Gästen näherzukommen und ermutigte diese immer wieder »Come closer«. Nach 45 Minuten hatte es die hübsche Sängerin mit der zarten Stimme geschafft – der Rathausplatz war voll. Julia Bartkowiak hauchte nicht nur Songs von Whitney Houston ähnlich gefühlvoll ins Mikrofon, sie verstand es genauso gut mit dem Song »Happy« die Zuhörer mit ihrer guten Laune anzustecken. Bleibt die Frage, wann ihr eigenes Stück »Slow down« nicht nur auf Youtube Erfolg hat.

Und während viele Musiker vor Publikum dazu neigen, ausgerechnet die Stadt zu lieben, in der sie grade auftreten, glaubte man Julia Bartkowiak dieses Bekenntnis spätestens als sie Reiner Stodieck zum Ende an der Bühnenseite entdeckte. Mit einer innigen Umarmung bedankte sie sich dafür, dass er sie im April auf dem Wenzelsplatz im tschechischen Prag angesprochen hatte, als sie sich noch als Straßenmusikerin ihre Brötchen verdiente.

Festival-Organisator Stodieck hatte 5000 Karten verteilt, auf denen die Besucher ankreuzen sollten, wer im kommenden Jahr wiederkommen soll. Wer die acht Bands und Solokünstler erlebt hat, ist gespannt, auf wen die Wahl des Versmolder Publikums fällt.

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