»In aller Freundschaft«-Star Michael Trischan kommt nach Verl Pubertät und Pickel statt Puls und Pille

Verl (WB). Der Arztkittel bleibt am Samstag, 14. April, in Leipzig. Wenn Michael Trischan, bekannt aus der erfolgreichen ARD-Serie »In aller Freundschaft«, um 19.30 Uhr im Gymnasium zu Gast ist, geht es einmal nicht um Krankheiten, sondern um die Pubertät – und das auf humorvolle Weise. WB-Redakteurin Dunja Delker hat sich mit dem 56-Jährigen über sein Bühnenprogramm und seine Rolle als Arzt Dr. Brenner unterhalten.

Michael Trischan untersucht als Dr. Hans-Peter Brenner »Patient« Hugo Egon Balder, der in einer Serienfolge von »In aller Freundschaft« (Dienstag, 21 Uhr) einen Schlagersänger spielt.
Michael Trischan untersucht als Dr. Hans-Peter Brenner »Patient« Hugo Egon Balder, der in einer Serienfolge von »In aller Freundschaft« (Dienstag, 21 Uhr) einen Schlagersänger spielt. Foto: dpa

Lachen ist die beste Medizin, sagt man. Trifft das auch auf Ihr Programm »Windeln, Pickel, Psychiatrie: Der Wahnsinn der Pubertät« zu?

Michael Trischan: Ich kann Ihnen versprechen: Bei diesem Programm bleibt am Ende kein Auge trocken. Alle Eltern haben diesen Wahnsinn erlebt, und viele werden sich darin sofort wiederfinden. Es wird viel gelacht, fest versprochen!

Bei humoristischen Abhandlungen über die Pubertät denken viele Menschen sicherlich auch an Jan Weiler und seine Kolumnen über das »Pubertier«. Was ist bei Ihnen anders?

Trischan: Jan Weiler kommt darin auch vor, aber auch viele andere Autoren mit passender Musik umrahmt. Die Auswahl der Texte betrifft das Kleinkindalter bis kurz nach der Pubertät, wenn die Plagegeister das Haus verlassen.

Bei dem Thema kann ja jeder mitreden. Sei es aus eigener Erfahrung oder aus der mit den eigenen Kindern. Wie viel Autobiografisches fließt in Ihr Programm mit ein?

Trischan: Hier in diesem Programm ist es ja humoristisch aufgearbeitet, aber im richtigen Leben habe ich als Vater einige schlimmere Situationen erlebt, die nicht gerade witzig waren. Nein, so humoristisch ging es bei uns eindeutig nicht zu. Wahrhaftig nicht.

Das breite Publikum kennt Sie aus der ARD-Serie »In aller Freundschaft«. Wie sehr hilft Ihnen eigentlich Ihre eigene Ausbildung zum Krankenpfleger beim Dreh?

Trischan: Sie hilft ein wenig, vieles ist mir noch bekannt, aber das meiste ist vergessen. Aber es ist immer »echtes« Medizinpersonal zugegen und berät die Schauspieler.

Wie viel Michael Trischan steckt denn in Hans-Peter Brenner?

Trischan: Eigentlich sehr wenig. Viele erwarten im richtigen Leben, dass ich der kumpelhafte Brenner bin. Dann fehlt den Fans jegliche Distanz, was bei mir zu Verstimmungen führt. Die Figur »Brenner« hätte es im realen Leben viel zu schwer.

Und warum sind Sie Schauspieler geworden?

Trischan: Für meinen Vater war klar: Erst ein Beruf, danach kannste machen, was Du willst. Aber ich hatte schon immer ein Faible für die Medizin und ich glaube heute, dass aus mir ein sehr guter Mediziner geworden wäre. Die Initialzündung hatte ich mit circa 16 Jahren, als ich Wolfgang Reichmann in »Der Vater« von Strindberg im Fritz-Remond-Theater Frankfurt am Main gesehen hatte. Da hat es mich gepackt, und ich musste Schauspieler werden. Noch während meiner Ausbildung zum Krankenpfleger nahm ich Kontakt zu Schulen auf und begann bereits vor Ende meiner Krankenpflegeausbildung mit dem Schauspielstudium. Die ersten Engagements brachten sehr wenig Geld ein, sodass ich noch nebenbei im Krankenhaus arbeiten musste. So nach und nach habe ich mich in der Theater-und Fernsehbranche »hochgearbeitet«. Mühselig und das Ganze ohne jegliche Protektion. Naja, ob ich es heute empfehlen kann? Finger weg von diesem Beruf, wenn man nicht wirklich dafür brennt. Er ist zu anstrengend, und Rückschläge sind an der Tagesordnung.

Könnten Sie sich vorstellen, wieder als Krankenpfleger zu arbeiten?

Trischan: Als Pfleger könnte ich heute bestimmt nicht mehr arbeiten. Körperlich wäre das für mich nicht drin – muss ich zugeben. Ein sehr schwerer Beruf und weit unterbezahlt.

Wenn Sie auf der Straße unterwegs sind, werden Sie bestimmt häufiger angesprochen. Wie ist es denn beim Arzt? Erwarten Mitpatienten im Wartezimmer schon mal eine Vorab-Diagnose oder Ihr Hausarzt gar einen Tipp »unter Kollegen«?

Trischan: Es hat tatsächlich auch Vorteile, eine solche Rolle zu spielen. Wenn die Arzthelferin ein Fan ist, dann werde ich schon einmal vorgelassen. Angesprochen werde ich immer auf meinen Gastspielen – egal wo ich in der Republik oder in der Schweiz auftrete.

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• Die Veranstaltung, zu der die Gleichstellungsstelle der Stadt in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Verl und dem Musik- und Kulturverband Verl einlädt, beginnt um 19.30 Uhr im Gymnasium. Karten im Vorverkauf zum Preis von 19 Euro sind im Bürgerservice (Rathaus), in der Bibliothek und in der Buchhandlung Pegasus erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt 21 Euro.

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