Nach 19 Jahren ist Heitjohann nicht mehr Bezirksbundesmeister »Der Hans« blickt zurück

Verl (WB). Weit über die Grenzen der St.-Hubertus-Schützengilde und der Stadt Verl hinaus ist Hans Heitjohann beliebt und anerkannt. Nun hat er das Amt des Bezirksbundesmeisters nach 19 Jahren an Mario Kleine­meier aus Westerwiehe abgegeben. In dieser Zeitung blickt er dankbar zurück.

Von Andreas Berenbrinker
Dankbar blickt Hans Heitjohann zurück. In den vergangenen 19 Jahren als Bezirksbundesmeister hat er viele Freundschaften geschlossen. Die Zukunft des Schützenwesens im Bezirksverband Wiedenbrück sieht er positiv.
Dankbar blickt Hans Heitjohann zurück. In den vergangenen 19 Jahren als Bezirksbundesmeister hat er viele Freundschaften geschlossen. Die Zukunft des Schützenwesens im Bezirksverband Wiedenbrück sieht er positiv. Foto: Andreas Berenbrinker

1999 wurde der Ehrenbrudermeister der Gilde zum Bezirksbundesmeister gewählt und so Chef der 19 Bruderschaften im Bezirksverband Wiedenbrück. »Ich habe immer meine Meinung vertreten und das hat den Leuten wohl gefallen«, sagt Heitjohann. Der 72-jährige Verler organisierte Bruderschaftstage und stellte den Kontakt zwischen den Bruderschaften, dem Diözesanverband in Paderborn und dem Bundesverband in Leverkusen her. Eine wichtige Aufgabe bestand zudem im Verleihen von Orden oder Ehrenkreuzen. Diese Wertschätzung sei vielen Menschen wichtig, in Mastholte habe ein Schütze Tränen der Freude vergossen. »In diesen Momenten weiß man, dass man das Richtige tut.«

Freundschaften sind entstanden

Hans Heitjohann erinnert sich gern an viele Gespräche, Bekanntschaften und Freundschaften während der Schützenfeste. »Wir haben oft viel Spaß gehabt und gelacht«, sagt der pensionierte Oberstufenleiter des Städtischen Gymnasiums in Gütersloh. Jahr für Jahr habe er fast alle Schützenfeste des Bezirks besucht. Zu den Höhepunkten zählt er die Bundesköniginnentage in Rietberg (2010) und Verl (2012). »Das Drumherum war einmalig, die Organisation perfekt und ich habe viele Freunde gefunden.« Er ist ein bescheidener Mann, trotz hohem Amt wollte er nie im Mittelpunkt stehen. »Aber es ist schon toll, wenn man Persönlichkeiten wie Wolfgang Bosbach, Erzbischof Hans-Josef Becker oder Kardinal Reinhard Marx kennenlernt.«

Neuausrichtung vorgenommen

Etwas stolz ist Heitjohann, dass eine Neuausrichtung im Bezirk auch vom Bundesverband übernommen wurde. »Wir haben uns dafür eingesetzt, dass Homosexuelle oder Moslems Könige in den Bruderschaften werden dürfen«, sagt er. Man könne nicht Glaube, Sitte und Heimat predigen und bei einem anderem Glauben einen Riegel vorschieben. Bei der viel diskutierten »Frauenfrage« war er zunächst gegen die Aufnahme von Damen in die Bruderschaft. »Aber man kann seine Meinung ja ändern.«

Eine besondere Beziehung habe er immer zu den Jungschützen gehabt. »Ich habe gerne Ratschläge gegeben, mich aber nicht aufgedrängt«, hat sich »der Hans« bei den mehr als 2000 Jugendlichen beliebt gemacht.

Schimme Stunde erlebt

Natürlich gab es auch schlimme Stunden. Im Jahr 2000 habe es einen schweren Unfall beim Bundesjungschützentag in Benteler gegeben, als ein Schütze beim Stapelspiel mit Bierkisten mehrere Meter tief gestürzt sei und sich schwer verletzt habe. Besonders tragisch sei auch der Tod seines Vor-Vorgängers als Bezirksbundesmeister, Franz-Josef Schmidt, gewesen. »Ich war gerade zwei Wochen im Amt und freute mich auf die Zusammenarbeit mit ihm, als er verstarb.«

Und auch der plötzliche Tod von Heinz Sudhoff, einem weiteren Ehrenbrudermeister der Gilde, ging Heitjohann nahe. »Am Abend zuvor haben wir noch miteinander auf dem Gilde-Schützenfest Spaß gehabt und dann ist er nicht wieder aufgewacht.«

Schützenwesen auf einem guten Weg

Das Schützenwesen im Allgemeinen und »seine« Gilde im Speziellen sieht Heitjohann auf einem guten Weg. »Zumindest hier auf dem Land sind die Bruderschaften gut aufgestellt und entgegen dem Landestrend verzeichnen wir sogar eine ansteigende Mitgliederzahl«, sagt er. Bei der Gilde setzt er all sein Vertrauen in die handelnden Personen, den stellvertretenden Brudermeister Michael Hauphoff habe er vom Amt überzeugt. Beim Thema Schützenhallenneubau hält Heitjohann sich heraus. »Da habe ich zu wenig Einblick und vertraue auf das Handeln der verantwortlichen Personen.«

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