Interview mit Gartenexpertin Tanja Minardo Nach dem Frost erwacht die Natur zu neuem Leben

Verl (WB). Alle warten auf den Frühling, die Natur soll aus dem Winterschlaf erwachen. Passend dazu hält Tanja Minardo (45) am Mittwoch im Pädagogischen Zentrum (19.30 Uhr) auf Einladung der Volkshochschule einen Vortrag über pflegeleichte Gärten. WB-Mitarbeiter Andreas Berenbrinker sprach mit der Gartenberaterin aus Brockhagen.

Die ersten Frühjahrsboten sind schon da. Tanja Minardo zeigt in ih­rem Garten auf einige Krokusse.
Die ersten Frühjahrsboten sind schon da. Tanja Minardo zeigt in ih­rem Garten auf einige Krokusse. Foto: Andreas Berenbrinker

Noch herrscht Frost. Kann man schon jetzt etwas im Garten machen?

Tanja Minardo : Nein, momentan kann man noch wenig tun. Spaß macht aber auch die theoretische Planung. Die Vorstellung, wie schön der Garten im Frühling und Sommer aussehen könnte, erwärmt die Seele.

Also raten Sie auch vom Rückschnitt ab?

Minardo: Ja, gerade empfindliche Stauden können durch das Zurückschneiden bei Frost Schaden nehmen. Die braunen Triebe dienen als Winterschutz und sollten nicht gekappt werden. Auch Hecken sollten nicht bei Kälte geschnitten werden.«

Und wenn es dann Frühling wird?

Minardo: Während der ersten wärmeren Periode können die Stauden und Gräser zurückgeschnitten werden. Außerdem ist es sinnvoll, dann den Boden aufzulockern, Mulchdecken auszubessern oder vorgezogene Blumen zu pflanzen.

Es herrscht der Wunsch nach Leben im Garten. Wie schafft man das?

Minardo: Einfach ist es, nicht gefüllte Blüten zu wählen, da Insekten oder Bienen besser an den Nektar kommen. Ein Bauernjasminstrauch sieht vielleicht schön aus, lockt aber keine Tiere an. Auch Vielfalt hilft. So wächst die Waldaster wunderbar im Schatten, der Rote Sonnenhut oder Salbei gut in der Sonne. So lockt man Kleintiere an. Schmetterlinge lieben die Duftnessel. Wir haben es hier auch mit einem Trend zu tun. Hin zum naturnahen Garten, wo sich Tiere wohlfühlen.

Welcher Typ Garten ist besonders pflegeleicht, welcher nicht?

Minardo: Weniger ist hier oft mehr. Möchte man es pflegeleicht, sollte man sich auf wenige Arten konzentrieren, diese aber großflächig anpflanzen. So ist ein Beet mit 20 Fetthennen ein toller und einfach zu pflegender Hingucker. Ökologisch sehr wertvoll, aber nicht pflegeleicht und auch kostenintensiv sind hingegen Gärten mit Schwimmteichen.

Es gibt kleine und große Gärten...

Minardo: ...und beide können schön sein. In kleinen Gärten kann man auf Rasen verzichten, vielleicht bietet sich ein Kiesgarten an, wo Pflanzen in den Kies gesetzt werden. In großen Gärten kann man verschiedene Räume schaffen, eine größere Rasenfläche zur naturnahen Wiese wachsen lassen oder sich aber einen Gräsergarten mit Steppen- und Präriegräsern anlegen.

Sie bezeichnen Garten als Luxus im Alltag?

Minardo: Ja. Im Garten werde ich zurückgeholt aus dem Stress des Alltags. Ich genieße die Zeit im Freien, beobachte die Natur und erhole mich. Der pure Luxus!

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