Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kaunitz begeistert mit »Kurklinik Rosenau« Fango, Reizstrom und Amore

Verl-Kaunitz (WB). »Mama, Papa, das war das Schönste, was ich in meinem Leben bislang erlebt habe«, ist Kurgast Karl-Wilhelm nach seinem Sieg im Boxring der Schlüter-Gruppe beim Besuch auf dem Rummel im Freudentaumel. Sein linkes Auge fliederfarben wie ein Veilchen, ist er von weiblichen Fans angetan – und das Publikum von ihm und seinen Darstellerkollegen.

Von Manuela Fortmeier
Klinikmitarbeiterin Barbara Schmolke (Elisabeth Esken) kann kaum glauben, was sie sieht. Nur mit Mühe kann sie die angetrunkenen Kurgäste Karl-Wilhelm (Martin Bokel) und Andreas Küpperbusch (Thomas Kläsener) dazu bewegen, ihre Zimmer aufzusuchen.
Klinikmitarbeiterin Barbara Schmolke (Elisabeth Esken) kann kaum glauben, was sie sieht. Nur mit Mühe kann sie die angetrunkenen Kurgäste Karl-Wilhelm (Martin Bokel) und Andreas Küpperbusch (Thomas Kläsener) dazu bewegen, ihre Zimmer aufzusuchen. Foto: Manuela Fortmeier

Liebeleien, Heimlichkeiten, heftige Flirts, Situationskomik und der Wandel vom wohlbehüteten und verklemmten Jungbauern Karl-Wilhelm zum »echten Kerl« sind die richtigen Zutaten für eine erfolgsgekrönte Spielsaison der Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kaunitz.

Mit der Premiere zu »Kurklinik Rosenau« aus der Feder von Helmut Schmidt wurde die Bühne im »Kaunitzer Krug« zur Kurklinik. Da wird der Kaunitzer Nachbarort zu »Bad Oesterwiehe«, da müssen Taschentücher herausgeholt werden, weil die Tränen vor Lachen fließen.

Bei Agathe haben die Männer nichts zu sagen

Mit jedem der drei Akte erfährt Karl-Wilhelm (Martin Bokel) als Sohn des Landwirte-Ehepaares Agathe und Friedrich Schlenker (Jennifer Jürgens und Christian Jacobfeuerborn), was wahre Lebensfreude jenseits vom Kühe melken bedeutet.

Wie nicht anders zu erwarten, haben bei Agathe beide rein gar nichts zu sagen. Und wenn doch, würden sie bei ihrer Wortgeschwindigkeit wohl kaum zu Wort kommen. Herrlich als Agathe Schlenker sich zur Wortakrobatin entpuppt, die sogar »die Gesundheitspolizei« einschalten will, weil ihr die Behandlung in der Klinik missfällt.

Zum Missfallen der Eltern lässt sich Karl-Wilhelm aber zu gerne von Kurpatient Andreas Küpperbusch (Thomas Kläsener), der bei Frauen wie bei Kurpatientin Pia Liebermann (Lisa Bokel) nichts anbrennen lässt, zum neuen Lebenswandel inspirieren.

Wie man ein echter Kerl wird

Schnell lässt sich der bis dahin noch von Mama mit Nutella-Broten verwöhnte Bauernjunge von Andy auf dem Rummelplatz zu den Turbulenzen des Lebens verführen. »Du musst erst mal rauchen, saufen und die Frauen kennenlernen, damit du eine echter Kerl wirst.«

Richtig bayrisch geht es zu, als Kurpatientin Rosa Sonnenberg-Rüschenkamp (Martina Höwelkröger) mit bayrischem Dialekt den smarten Kurpatienten Hartmut Leineweber – »der hatte in seinen Kuren schon so viele Kurschatten, dass er eine Dunkelkammer aufmachen könnte« – charmant umgarnt. Diesmal ist aber erstmalig Gattin Käthe Leineweber (Jutta Junker) mit angereist.

Andy ist »voll wie eine Granate«

Bei all dem Trubel müssen die Mitarbeiterinnen Sonja Brunze (Elke Bokel) und Barbara Schmolke (Elisabeth Esken) nicht nur einmal beide Augen zudrücken, wenn Andy »voll wie eine Granate« ist, sich Kurpatienten im Foyer zum Schäferstündchen verabreden oder Karl-Wilhelm nicht auffindbar ist. Glücklicherweise kann Kurärztin Dr. M. Klein, hier steht Monika Dreier seit 25 Jahren erstmals wieder auf der Bühne, die eskalierende Situation retten.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankt sich das Publikum – darunter Gäste aus dem Stadtteil Purzien der Partnerstadt Annaburg– für vergnügliche Stunden. Weitere Termine: Samstag, 3. März, 19.30 Uhr; Sonntag, 4. März, 15.30 Uhr; Samstag, 17. März, 19.30 Uhr; Sonntag, 18. März, 15.30 Uhr; Samstag, 24. März, 19.30 Uhr; Sonntag, 25. März, 15.30 Uhr.

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