Grundstückskauf in Sürenheide soll Platz für neuen Wohnraum schaffen Stadt will Hochhäuser abreißen

Verl (WB). Die Stadt Verl kauft ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück in Sürenheide und beabsichtigt, das darauf stehende Hochhaus (Libellenstraße 1, 5 und 7) abzureißen. Bürgermeister Michael Esken bestätigte im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, dass der Kaufvertrag jetzt unter Dach und Fach ist.

Von Matthias Kleemann
Bis zum Jahr 2020 soll der Hochhauskomplex leer stehen und dann abgerissen werden.
Bis zum Jahr 2020 soll der Hochhauskomplex leer stehen und dann abgerissen werden. Foto: Michael Delker

Ziel sei die Entwicklung einer neuen Wohnbaufläche, sagt Esken. »Ein Mix aus öffentlich geförderten und frei finanzierten Wohnungen soll entstehen.«

In dieses Projekt wird auch die Fläche des bereits im Jahr 2002 erworbenen und abgerissenen Hochhauses eingezogen. Insgesamt stehen damit für die Planung 7500 Quadratmeter zur Verfügung. Esken ist überzeugt, dass die nach neuen städtebaulichen Gesichtspunkten entstehenden Mehrfamilienhäuser am Ende »deutlich mehr« Wohnraum bieten werden als es zuvor in den beiden Hochhäusern der Fall war.

Wohnungsmangel entgegenwirken

Für den Kauf der Immobilie hatte die Stadtverwaltung bereits durch einen Ratsbeschluss im Dezember grünes Licht bekommen. Sämtliche 28 Wohnungen und das Grundstück befinden sich im Besitz einer Privatperson aus Verl. Wie Esken weiter mitteilt, sieht der Vertrag mit dem Eigentümer neben einer finanziellen Vergütung den Tausch gegen ein Grundstück an anderer Stelle vor.

Mit der Neuentwicklung der Fläche möchte die Stadtverwaltung dem derzeitigen Wohnungsmangel entgegenwirken. Bezahlbarer Wohnraum werde dringend gebraucht, auch längerfristig. Durch den Mix aus geförderten und frei finanzierten Flächen erhofft man sich eine sozial heterogene Bewohnerstruktur.

Komplex soll bis 2020 leer stehen

Allerdings kann bis zur Fertigstellung noch einige Zeit verstreichen. Zunächst muss den jetzigen Bewohnern fristgerecht gekündigt werden, und sie müssen alle eine neue Bleibe gefunden haben. Ziel ist es, dass der Komplex bis 2020 leer steht. Den jetzigen Bewohnern sollen aber in den neuen Häusern Wohnungen angeboten werden.

Für die Neuentwicklung der Flächen durch einen oder mehrere Investoren kann die Stadtverwaltung sich einen Wettbewerb vorstellen. Das hat auch im vergangenen Jahr mit dem städtischen Grundstück am Sennebach geklappt, das ab 2019 von der KHW (Kommunale Haus und Wohnen) mit 38 Wohneinheiten bebaut werden soll.

Die Hochhaussiedlung in Sürenheide wurde in den 70er-Jahren errichtet. Wie viele andere Hochhaussiedlungen auch entwickelte sie sich zeitweise zu einem sozialen Brennpunkt.

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