Bornholter Grundstück zwangsversteigert – Zuschlag in einer Woche Engelmeier muss noch warten

Gütersloh/Verl (WB). Zum Preis von 430.000 Euro hat der Garten- und Landschaftsbauer Peter Engelmeier am Donnerstag im Amtsgericht Gütersloh ein fast 2500 Quadratmeter großes Grundstück am Veilchenweg 4 in Bornholte ersteigert. Den Zuschlag gibt es aber erst in einer Woche.

Von Carsten Borgmeier
Dieses fast 2500 Quadratmeter große Grundstück am Veilchenweg 4 in Verl-Bornholte ist am Donnerstag im Amtsgericht Gütersloh zwangsversteigert worden. Zuletzt war dort die Anfang 2016 in die Insolvenz geratene Firma HKL Automation ansässig.
Dieses fast 2500 Quadratmeter große Grundstück am Veilchenweg 4 in Verl-Bornholte ist am Donnerstag im Amtsgericht Gütersloh zwangsversteigert worden. Zuletzt war dort die Anfang 2016 in die Insolvenz geratene Firma HKL Automation ansässig. Foto: Stefan Lind/Archiv

Bis dahin soll in einem notariell beglaubigten Vertrag zwischen der Stadt Verl und dem Bornholter Unternehmer das Wegerecht zu dahinter liegenden Optionsflächen der Kommune geregelt werden. Verls Bürgermeister Michael Esken (51, CDU) konnte dies in dem Verfahren durchsetzen, weil die Stadt Forderungen gegenüber dem Schuldner vor allen anderen Gläubigern geltend machen kann.

Bei dem Grundstück unweit der Paderborner Straße zwischen Verl und Kaunitz in Bornholte-Bahnhof handelt es sich um den früheren Firmensitz der HKL Automation, die Anfang 2016 in die Insolvenz geraten war. Als Geschäftsführer fungierte der Verler Maik Sagemüller, der zuletzt 20 Mitarbeiter beschäftigte und 2012 den ebenfalls zahlungsunfähigen Vorgängerbetrieb, die Hülshorst Automation, übernommen hatte.

Als Hauptgläubigerin trat die Sparkasse Gütersloh-Rietberg auf, die die Zwangsversteigerung vorangetrieben hatte. Wie die Rechtspflegerin aufschlüsselte, belaufen sich die Schulden des vormaligen Eigentümers bei dem Kreditinstitut inklusive Zinsen auf etwa 417.000 Euro. Auch das Finanzamt Wiedenbrück machte Forderungen in Höhe von fast 3800 Euro geltend.

Der Verkehrswert des mit einem 1995 errichteten Wohn- und Geschäftshaus sowie drei Garagen bebauten Areals liegt laut Gutachter bei 583.000 Euro.

Bürgermeister Michael Esken gab für die Stadt Verl mit 300.000 Euro um kurz nach 11 Uhr das erste Gebot ab. Eine Paderborner Grundstücksgesellschaft, der Bornholter Unternehmer Peter Engelmeier sowie eine Privatperson stiegen in den Bieter-Wett­streit ein. Während die Interessenten aus der Domstadt bei einem Preis von 380.000 Euro ausstiegen, trieben die verbliebene drei Bieter die Summe weiter in die Höhe. Während Michael Esken bei 425.000 Euro sein letztes Gebot aufrief, erhielt Peter Engelmeier nach dreimaligem Aufruf seiner Summe durch die Rechtspflegerin bei 430.000 Euro den Zuschlag unter Vorbehalt.

Denn zuvor hatten sich Esken und der Gartenbauer im kurzen Gespräch darauf geeinigt, das Wegerecht bis zum Donnerstag, 1. März, einvernehmlich zu regeln. Engelmeiers Unternehmen befindet sich in direkter Nachbarschaft zu dem zwangsversteigerten Areal, er kann zukünftig expandieren.

Dass auch die Stadt als engagierter Bieter des Grundstücks auftrat, begründete Esken so: Demnach habe es Gerüchte gegeben, sogenannte Reichsbürger, also jene Querulanten, die den deutschen Staat nicht anerkennen, hätten auch versucht, in den Besitz des Geländes zu gelangen.

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