Zahlreiche Haushalte und Firmen vom Netz abgeschnitten Stromausfall: Verl wacht im Dunkeln auf

Verl-Kaunitz (WB). Ein Großteil Verls ist am Freitagmorgen von 6.15 Uhr an vom Strom abgeschnitten gewesen. Der Grund war offenbar ein defektes Erdkabel im Bereich Schwalbenweg/Teutoburger Straße in Kaunitz. Auch Nobilia war betroffen.

Von Kerstin Eigendorf
Foto: Uwe Caspar

Die Telefone beim Stadtwerk Verl standen nicht mehr still. »Einige Kunden waren auch direkt bei uns vor Ort, um sich über die Lage zu informieren«, sagte Dennis Banze, Vertriebsleiter des Stadtwerks. Nach dem ersten Post von Bürgermeister Michael Esken dazu, quoll sein Facebook-Postfach über. Viele Verler saßen mit Kerzen beim Frühstück.

Denn der Stromausfall war um 6.15 Uhr und dauerte für die meisten Verler bis kurz nach 7 Uhr, einige waren aber auch erst um 8.40 Uhr wieder mit Strom versorgt. In der Hauptsache war Kaunitz betroffen, wo ein Mittelspannungskabel defekt war. Umgehend machte sich ein Team von Westnetz, die mit dem Netzbetrieb beauftragt sind, auf die Suche nach der Ursache im Bereich Schwalbenweg/Teutoburger Straße in Kaunitz. Gleichzeitig wurden Zuleitungen umgeschaltet und das defekte Kabel umgangen, damit mehr und mehr Haushalte wieder mit Strom versorgt waren.

Probleme bei Nobilia

Auch beim Küchenhersteller Nobilia gab es Probleme. »Der Stromausfall im gesamtem Ortsgebiet hat zu Beeinträchtigungen an verschiedenen Stellen im Produktionsprozess geführt«, ließ Dr. Lars M. Bopf, Sprecher der Nobilia-Geschäftsführung, mitteilen. Schon aus technischen Gründen könnten nicht alle großen Anlagen »sinnvoll mit eigenständigen Notstromaggregaten ausgestattet sein«. Zum Glück hätten die vorhandenen Notstromaggregate im Werk II am Kapellenweg »ordnungsgemäß funktioniert, so dass das Rechenzentrum durchgehend mit Strom versorgt werden konnte«. Unmittelbar nachdem der Strom gegen etwa 7.30 Uhr wieder verfügbar gewesen sei, sei damit begonnen worden, sämtliche Anlagen wieder hochzufahren. Erst gegen Mittag sei die Produktion in Werk II wieder »weitestgehend im normalen Fluss« gewesen.

Wie viele Haushalte genau betroffen waren, konnte weder das Stadtwerk noch Westnetz sagen. Fest steht aber, dass nicht nur Kaunitz betroffen war. »Das Problem zog sich quer durch Verl«, sagte Dennis Banze. Besonders der Ortskern sei ebenfalls betroffen gewesen.

Frühstück bei Kerzenschein

Auch im Hause Esken wurden die Kinder mit dem Handylicht geweckt und bei Kerzenschein gefrühstückt. »Und es gab Cornflakes mit Milch«, erzählt Bürgermeister Michael Esken. Die wichtigste Frage seiner Tochter sei gewesen, ob sie denn zur Schule müsse, wenn es dort auch keinen Strom gebe. »Meine Antwort: Es ist zwar ein massiver Stromausfall, aber auch ohne Strom kann man in der Schule was lesen oder Lehrer können was erzählen, sobald es wieder heller draußen ist.« Bei Facebook schrieb er mit einem Augenzwinkern: »Erstmal die Taschenlampe nutzen!«

Laut Westnetz soll es noch am Freitag Ausschachtarbeiten gegeben haben, um ein Stück des defekten Erdkabels auszutauschen.

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