OGGS Kaunitz: Politik, Verwaltung und Anlieger einigen sich auf neue Fassade Bedenken der Nachbarn ausgeräumt

Verl (WB). »Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.« So hat es Friedrich von Schiller recht drastisch formuliert. In Verl hat sich allerdings jetzt herausgestellt, dass der Nachbar gar nicht so böse ist, wenn man in Ruhe mit ihm spricht.

Von Stefan Lind
Ein Kompromiss ist gefunden: So soll die Fassade des Gebäudes der Offenen Ganztagsschule in Kaunitz künftig aussehen.
Ein Kompromiss ist gefunden: So soll die Fassade des Gebäudes der Offenen Ganztagsschule in Kaunitz künftig aussehen.

Es geht um den Umbau des Gebäudes der Offenen Ganztagsschule (OGGS) an der Kaunitzer Grundschule. Schon Mitte 2017 hatte der Verler Rat einstimmig beschlossen, das Haus optisch an den Erweiterungsbau aus dem Jahr 2008 anzugleichen. Soll heißen: Das Blau der bereits vorhandenen Fassade setzt sich am nächsten Gebäude fort. Noch bevor aber die nötigen Arbeiten begonnen haben, gibt es Protest aus der direkten Nachbarschaft an der Fröbel­straße. Die Anlieger befürchten, wie sie in einem Brief an die Verwaltung ausführen, eine deutlich schlechtere Wohnsituation, eine verminderte Wohnqualität und in der Folge eine Wertminderung der eigenen Immobilie.

Nun könnte die Verwaltung auf ihrem Recht bestehen, »sämtliche Regeln wurden eingehalten«, betont der technische Beigeordnete Thorsten Herbst. Doch trotzdem schlägt die Verwaltung dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss, der am Donnerstag tagt, drei Varianten vor, wie man möglicherweise zu einer einvernehmlichen Lösung mit allen Beteiligten kommen könne. Bei der Version »blau« soll es nicht wie am anderen Gebäude eine glänzende, sondern eine matte Oberfläche geben, »bunt« sieht kleinformatige Fassadenplatten in verschiedenen Farben vor, »grau« ist schließlich eine »farbneutrale« Variante, wie es die Verwaltung in der Vorlage für die Kommunalpolitiker beschreibt.

»Grau-bunt« ist die Lösung

Doch in der Sitzung am Donnerstag im Rathaus ist eine Diskussion gar nicht mehr möglich, weil bereits im Schulausschuss zwei Tage zuvor eine Lösung vorgestellt worden ist, die Schulleiter Otfried Morck angeregt und die Zustimmung vor allem der Nachbarn gefunden hat. »Grau-bunt« ist diese Ausführung betitelt. In der Praxis bedeutet das, dass die Fassade grundsätzlich grau bleibt, aber durch einzelne blaue und rote Platten aufgelockert wird, mal zwei auf einer Wand, mal drei, je nachdem, wie groß die Fläche ist. Der erste Beigeordnete Heribert Schönauer lobt vor allem Christian Ptatschek vom Fachbereich Hochbau: »Ich bin ihm dankbar, dass er so schnell einen Vorschlag entwickelt hat, der allgemeine Zustimmung findet.« Dass diese Lösung »gewisse Mehrkosten« nach sich ziehe, ließe sich nicht leugnen, es sei aber wichtig, die Bedenken der Nachbarn zerstreut zu haben. Die Mitglieder des Fachausschusses schließen sich dem Vorschlag einstimmig an, jetzt muss nur noch der Rat das Thema abnicken.

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