Acht- bis Zwölfjährige aus Verl gehen der süßen Leckerei auf den Grund Gummibärchen selbst gemacht

Verl (WB). »Papa, das ist Agar-Agar«, schallt es durch den Raum. Leon ist völlig begeistert. Sein Papa guckt etwas verdutzt. »Das braucht man für vegetarische Gummibärchen«, klärt ihn sein Sohn auf.

Von Viktoria Farkas
Leon und Levi füllen die noch flüssige Eigenkreation in eine Form. Sie haben im Mint-Technikum in Verl getüftelt und sind dem Geheimnis der Herstellung von Gummibärchen auf die Spur gekommen. Reiner Zitronensaft lautet der Geheimtipp.
Leon und Levi füllen die noch flüssige Eigenkreation in eine Form. Sie haben im Mint-Technikum in Verl getüftelt und sind dem Geheimnis der Herstellung von Gummibärchen auf die Spur gekommen. Reiner Zitronensaft lautet der Geheimtipp. Foto: Viktoria Farkas

Im Mint-Technikum in Verl herrscht ein wildes Treiben. Zehn Kinder sind dort, um einer ihrer liebsten Leckereien auf den Grund zu gehen. Sie wühlen sie nicht aus der Tüte einfach heraus, sondern stellen Gummibärchen selber her.

Unter der Leitung von Doris Hermwille und Walter Kirchgeßner starten die kleinen Entdecker aber erst einmal doch mit den frei verkäuflichen Exemplaren. Biss- und Dehnungstest stehen auf dem Programm. Dann werden einige der Gummibärchen geschmolzen und andere in Wasser gelegt. Der Aha-Effekt für die Kinder: Sie sehen dabei sofort, ob Gelatine verwendet worden ist oder nicht. Ist Gelatine verwendet worden, lässt sich das Gummibärchen nach dem kurzen Besuch auf der Herdplatte stark in die Länge ziehen, geht aber ab und bleibt sogar einigermaßen in Form. Wenn keine Gelatine verwendet worden ist, fehlen mindestens die Füße. Sie sind weggeschmolzen.
Was braucht man für ein Gummibärchen? Ganz einfach: Fruchtsäfte, ein Bindemittel und ein Süßmittel.

Alles warm machen und ab in die Form. Da kamen selbst die Reste von Adventskalender-Förmchen zum Einsatz. Und was es mit Agar-Agar auf sich hat, erfahren die Acht- bis Zwölfjährigen beim Herstellen von vegetarischen Gummibärchen. Denn die Alge dient als Bindemittel statt Gelatine. Für die kalorienreduzierten Gummibärchen wird Stevia in den Kochtopf gerührt statt des üblichen Zuckers.

»Die Kinder lernen vor allem, sauber zu arbeiten, also Dinge wie die Zutaten abzumessen oder abzuwiegen und nach Rezepten zu arbeiten. Aber auch das Experimentieren und Ausprobieren gehörte dazu«, erklärt Doris Hermwille das Ziel des Angebotes. Letztlich sind es die Eigenkreationen, die die Teilnehmer am meisten faszinieren. »Wir haben so lange probiert, bis es geschmeckt hat«, sagen Leon und Levi. Und ihr Favorit? Gummibärchen mit reinem Zitronensaft. Schmeckt nicht, zu sauer? Von wegen! »Die Kinder waren erst skeptisch. Aber sie stellten dann fest, dass es richtig peppig schmeckt«, sagt Hermwille und verrät noch schnell, dass das neuste Projekt ein »Treffen mit einem Genie« ist. »Demnächst bieten wir an, den Regenwurm richtig kennenzulernen und beantworten Fragen wie: Kann der ohne Nase eigentlich riechen?«

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