Fenster- und Türenhersteller EGE modernisiert Produktion – Investition: 1,5 Millionen Euro – mit Video »Suchen händeringend Fachleute«

Verl (WB). Die EGE GmbH mit Hauptsitz an der Messingstraße 15 in Verl will eigenen Angaben zufolge bis 2019 etwa fünf Millionen Euro an ihren drei Standorten im Bundesgebiet investieren. 2017 flossen davon 1,5 Millionen Euro in eine deutlich effizientere Produktion am Stammsitz des Fenster- und Türenherstellers.

Von Carsten Borgmeier
Geschäftsführer und EGE-Mitinhaber Thomas Schröder (48, links) präsentiert in der modernisierten Produktion gemeinsam mit Fabian Großeschallau (30) ein in Teilen montiertes Kunststofffenster. Am Standort Verl arbeiten 175 Beschäftigte.
Geschäftsführer und EGE-Mitinhaber Thomas Schröder (48, links) präsentiert in der modernisierten Produktion gemeinsam mit Fabian Großeschallau (30) ein in Teilen montiertes Kunststofffenster. Am Standort Verl arbeiten 175 Beschäftigte. Foto: Carsten Borgmeier

Was vormals vielfach noch mit Handarbeit verbunden war, ist jetzt in großen Teilen an der Messingstraße automatisiert worden: So konnte nach Angaben von Geschäftsführer und Mitinhaber Thomas Schröder (47) die Produktivität der Anlage um stolze 25 Prozent gesteigert werden.

60 Millionen Euro Umsatz

Arbeitsplätze seien deshalb aber nicht abgebaut worden, ganz im Gegenteil: »Wir suchen händeringend Fachkräfte wie zum Beispiel Tischler, könnten hier gut und gern zehn Beschäftigte einstellen«, berichtet Schröder. Die 1971 in Verl-Bornholte gegründete Firma wird nach Auskunft Schröders im laufenden Geschäftsjahr wohl erstmals die Grenze von 60 Millionen Euro Umsatz überschreiten. An den Standorten Grimma (Sachsen), Sangeshausen (Sachsen-Anhalt) und Verl gibt es insgesamt etwa 450 Beschäftigte.

Tomek Maszk (28) setzt die bis zu 200 Kilogramm schweren Fensterscheiben per Vakuumheber in die Rahmen ein. Foto: Borgmeier

Den etwa drei Monate währenden Umbau koordinierte bei laufendem Betrieb Produktionsleiter Fabian Großeschallau (30), der vielen Verlern auch als flinker Mittelfeldakteur des Fußball-Regionalligisten bekannt sein dürfte. Installiert wurden neueste, computergesteuerte Produktionsstraßen, auf denen die verschiedenen Hauptbestandteile eines Fensters über einen elektronischen Barcode intelligent zusammengeführt werden.

Die Fachleute sprechen dabei von »Hochzeit«, wenn die vormontierten Module – Flügel, Rahmen und Glasscheibe – miteinander verbunden werden. Dieser Prozess kann jetzt aufgrund der modernen Produktionsstraßen deutlich schneller über die Bühne gehen als vorher. In der Montage beschäftigte Mitarbeiter wie beispielsweise Tomek Maszk (28) oder Florian Freiberg (36) verfügen nun auch über zusätzliche technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Vakuumheber. Mit solchen Geräten können bis zu 200 Kilogramm wiegende Glasscheiben kinderleicht in die automatisch herantransportierten Fensterrahmen eingesetzt werden.

Jahreskapazität von mehr als 80.000 Fenstereinheiten

Zwei neue Maschinen schneiden automatisiert und verschnittoptimiert die Fensterprofile. »Dadurch wird die Materialwirtschaft verbessert und manuelle Fehlzuschnitte gehören der Vergangenheit an«, erläutert Produktionsleiter Großeschallau. Fertige Module wie Flügel oder Rahmen können auf bis zu 80 sogenannten Pufferplätzen zwischengelagert werden.

»Mit diesen Investitionen wollen wir klare Perspektiven für unser mittelständisches Familien-Unternehmen schaffen«, erklärt Thomas Schröder. Mit einer Jahreskapazität von mehr als 80.000 Fenstereinheiten (Kunststoff) sowie 5000 Haustüren (Kunststoff und Aluminium) gehöre die EGE GmbH zu den größten Herstellern in Nordrhein-Westfalen.

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