Was die Oppositionsparteien 2018 vorantreiben möchten Wenn sie die Mehrheit hätten...

Verl (WB/keig). Bei ihrem Neujahrsempfang hat die CDU als stärkste Partei in Verl ihre Schwerpunkte für 2018 klar benannt. Bereitstellung von Flächen für Gewerbe und Privatleute, Abwicklung von Real- und Hauptschule, Stärkung Verls als Standort für junge Familien und Breitbandausbau sind da nur einige Stichworte. Doch was streben eigentlich die anderen vier im Stadtrat vertretenen Parteien an? Wir haben nachgefragt, was SPD, Grüne, FWG und FDP ganz oben auf die Agenda setzen.

Die FWG möchte das Areal vom Marktplatz bis zum Westfalenweg überdenken, die SPD betont die frühkindliche Bildung (Foto), die Grünen erwähnen auf ihrer Prioritätenliste die Bürmsche Wiese und die FDP nennt Digitalisierung als wichtiges Ziel. Einige der Themen decken sich mit Zielen der CDU als Mehrheitsfraktion, andere sind spezifische Anliegen der einzelnen Parteien.
Die FWG möchte das Areal vom Marktplatz bis zum Westfalenweg überdenken, die SPD betont die frühkindliche Bildung (Foto), die Grünen erwähnen auf ihrer Prioritätenliste die Bürmsche Wiese und die FDP nennt Digitalisierung als wichtiges Ziel. Einige der Themen decken sich mit Zielen der CDU als Mehrheitsfraktion, andere sind spezifische Anliegen der einzelnen Parteien. Foto: dpa

SPD

Die SPD-Fraktion möchte 2018 verstärkt den Bereich frühkindliche Entwicklung und Bildung – also Kindergärten und Schulen – aufgreifen. Hierzu sei eine öffentliche Veranstaltung in Vorbereitung, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Heethey. Ein besonderes Anliegen sei der SPD die weitere Entwicklung der Gesamtschule, die sich »seit geraumer Zeit sehr positiv entwickelt«.

Weitere Schwerpunkte der zweitgrößten Fraktion in Verl sind die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Frage der weiteren Einsparung von CO 2 sowie die Digitalisierung. Zum letzten Punkt ist eine Seminarreihe geplant, bei der diskutiert wird, wie sich technische Veränderungen auswirken und welche Chancen und Risiken sich auf kommunaler Ebene ergeben. Außerdem soll es einen Antrag zur weiteren Entlastung der Bürger bei städtischen Gebühren geben.

Bündnis 90/Die Grünen

»Zukunftsorientierung« nennen die Grünen das Thema 2018. »Hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit müssen noch mehr politische Anstrengungen unternommen werden, und zwar unter Beteiligung der Verler«, betont Fraktionsvorsitzender Johannes Wilke. Eine weitere Forderung lautet: »Dem ungezügelten Flächenverbrauch gehört ein Ende gesetzt, um die schützenswerten, auch für die Naherholung wichtigen Bereiche zu erhalten.«

Die Grünen setzen sich unter anderem für Zebrastreifen und Errichtung von Tempo-30-Abschnitten in der Ortsdurchfahrt ein sowie für die alte Dorfmühle am Ölbach, »deren Verfall so nicht weitergehen darf«. Außerdem wollen sie den geplanten Skulpturenpark auf der Bürmschen Wiese voranbringen. Die Verhinderung des Einsatzes von Glyphosat in Verl, »soweit irgend möglich«, steht ebenfalls auf der Liste.

FWG

Als »prägende Themen des Jahres 2018« bezeichnet die Freie Wählergemeinschaft Verl (FWG) weitere Investitionen in die Infrastruktur von Verl. »Internetanschluss für alle im Gebiet der Stadt Verl«. lautet ein Stichwort. Neben den bereits geplanten Bauvorhaben – vom Wertstoffhof über die Gesamtschule bis hin zur Feuerwehr Kaunitz – sei die Unterstützung des Wohnungsbauprogrammes für ein kinderfreundliches, familiengerechtes, bezahlbares und zentrumnahes Wohnen in allen Ortsteilen ein wichtiges Anliegen. Zudem setzt sich die FWG für eine »Verlängerung der Westumgehung statt Stau auf der Gütersloher und Paderborner Straße ein. »Einfach mal neu denken dürfen«, lautet das Motto von Fraktionschef Wolfgang Rohde. Dazu gehöre auch, erneut über die Gestaltung des Areals vom Marktplatz bis zum Bauhof am Westfalenweg nachzudenken.

FDP

Die FDP will nach der Senkung der Grundsteuer A und B in den Haushaltsberatungen prüfen, ob es noch weitere Einsparungen für die Bürger geben kann. »Wir wollen, dass Verl sich weiterentwickelt und attraktiv ist für alle Generationen insbesondere für Jugendliche und Familien«, sagt Fraktionschef Jan Böttcher. Außerdem strebe die FDP an, »Verl zu einem attraktiven Ausbildungsstandort zu machen«.

Der FDP liegt das Thema Digitalisierung ebenso am Herzen wie den anderen Parteien. Böttcher liefert dazu ein Beispiel: »Wir stellen uns vor, dass ein Hund auch online angemeldet werden kann bei der Stadt.« Zudem will die FDP darauf drängen, die beschlossenen Bauvorhaben nach einer klaren Prioritätenliste umzusetzen. Auch der Ausbau des Ortskerns und die Entwicklung der Ortsteile gehören laut Böttcher zu den wichtigen Themen 2018.

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