Gymnasium will sich noch nicht festlegen G8/G9: Entschieden wird frühestens im Herbst

Verl (WB/keig). Das Gymnasium Verl wird sich frühestens im Herbst festlegen, ob es bei einer G8-Struktur bleibt oder auch wie viele andere Schulen in NRW zu G9 zurückkehrt. Das hat die Schulleitung jetzt der Verwaltung mitgeteilt, wie aus der Verwaltungsvorlage zur Sitzung des Bildungsausschusses am kommenden Mittwoch hervorgeht.

Über eine Rückkehr zu G9 will das Gymnasium Verl frühestens im Herbst entscheiden.
Über eine Rückkehr zu G9 will das Gymnasium Verl frühestens im Herbst entscheiden. Foto: dpa

Als Begründung gibt das Gymnasium an, dass »sich die Schulkonferenz aufgrund der unklaren gesetzlichen Rahmenbedingungen und den daraus resultierenden Veränderungen der Stundentafel, die umfangreiche und schwierige Schulentwicklungsprozesse nach sich ziehen, zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage sieht, eine Absichtserklärung abzugeben«.

Rahmenbedingungen nicht eindeutig

Dirk Hildebrandt, Leiter des Fachbereichs Schule, Sport und Kultur kann die Entscheidung des Gymnasiums nachvollziehen. »Unser Gymnasium macht es genau richtig, die Entscheidung für G8 oder G9 erst auf eine fundierte, rechtliche Grundlage stellen zu lassen, um dann bei genauer Kenntnis der Rahmenbedingungen eine Wahl zu treffen«, betont Hildebrandt. Damit spielt er auf die bislang nicht eindeutig formulierten Rahmenbedingungen von Seiten der schwarz-gelben NRW-Landesregierung zu G8/G9 an.

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Unser Gymnasium macht es genau richtig, die Entscheidung für G8 oder G9 erst auf eine fundierte, rechtliche Grundlage stellen zu lassen, um dann bei genauer Kenntnis der Rahmenbedingungen eine Wahl zu treffen.

Dirk Hildebrandt

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Die Entscheidung des Gymnasiums könnte allerdings Konsequenzen für die Raumplanung am Schulzentrum haben. Die Verwaltung schreibt dazu in der Vorlage: »Bei einer möglichen Änderung des G8-Bildungsgangs am Gymnasium Verl zu einem ›neuen‹ G9-Bildungsgang entsteht rechnerisch betrachtet weiterer Raumbedarf für einen Jahrgang. Zusammen mit dem Gymnasium sei dann gegebenenfalls zu überlegen, an welcher Stelle Raum für einen möglichen weiteren Jahrgang geschaffen werden könne.

Gesetzesentwurf sieht grundsätzliche Rückkehr vor

Der Gesetzesentwurf der NRW-Landesregierung sieht eine grundsätzliche Rückkehr der Gymnasien zu einem neunjährigen Bildungsgang vor, mit einem Optionsrecht zum Verbleib bei G8. Zahlreiche Schulen in Ostwestfalen-Lippe haben sich bereits dafür entschieden, zum Abitur nach neun Jahren zurückzukehren.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geht davon aus, dass sich etwa 90 Prozent der Gymnasien in NRW für G9 entscheiden werden. Gebauer: »Die Unzufriedenheit mit G8 war genauso groß wie der Wunsch nach einer Rückkehr zu G9.«

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