Firma Dickhut sucht bislang vergeblich Verstärkung »Wir finden keinen Fahrlehrer«

Verl (WB). Eigentlich möchte Johannes Dickhut langsam ein bisschen kürzer treten in seiner Fahrschule. »Aber das ist derzeit nicht realisierbar, weil wir keine neuen Fahrlehrer finden«, sagt der 65-Jährige. Die Verler Fahrschule plant deshalb aus der Not heraus sogar schon, selbst einen Fahrlehrer auszubilden.

Von Kerstin Eigendorf
Zwei Generationen, eine berufliche Leidenschaft: Johannes und Daniel Dickhut sind Fahrlehrer und gerade auf der Suche nach Kollegen, die ihr Familien-Unternehmen unterstützen. Aber sie finden niemanden, weil es immer weniger Fahrlehrer gibt.
Zwei Generationen, eine berufliche Leidenschaft: Johannes und Daniel Dickhut sind Fahrlehrer und gerade auf der Suche nach Kollegen, die ihr Familien-Unternehmen unterstützen. Aber sie finden niemanden, weil es immer weniger Fahrlehrer gibt. Foto: Eigendorf

»Ich habe Kontakt mit der Agentur für Arbeit aufgenommen, um einen Fahrlehrer zu finden, aber keine Chance«, sagt Daniel Dickhut, der gemeinsam mit seinem Vater und seiner Tante Fahrschüler ausbildet.

Verstärkung wird dringend benötigt

Fertig ausgebildete Fahrlehrer seien aktuell auf dem Markt nicht verfügbar , habe ihm das Amt mitgeteilt. Das vergangene halbe Jahr hätten sie noch einigermaßen überbrücken können, nachdem ein Mitarbeiter Mitte 2017 in Rente gegangen sei.

»Aber jetzt im neuen Jahr brauchen wir unbedingt Verstärkung«, sagt der 34-jährige Fahrlehrer. Vor allem aber, wenn sein Vater und seine Tante in Rente gingen, werde es irgendwann eng.

Ausbildung wird gefördert

Die einzige Lösung nach verzweifelter Suche nach einem ausgebildeten Fahrlehrer laute: selber ausbilden. »Die Agentur für Arbeit hat mir gesagt, dass eine Ausbildung sogar zu 100 Prozent gefördert werden könne, weil wir ein Kleinbetrieb mit unter zehn Angestellten seien«, erzählt Daniel Dickhut.

Mittlerweile sei die Not aber schon so groß, dass sie als Fahrschule sogar selbst finanziell mit anpacken würden, wenn eine Förderung schwierig werde. Er habe schon mehrere junge Leute im Umfeld angesprochen. »Doch die recht teure Ausbildung schreckt viele ab«, sagt der 34-Jährige.

Fahrlehrergesetz wurde zum 1. Januar geändert

Um diese Hemmschwelle zu senken, ist das Fahrlehrergesetz zum 1. Januar geändert worden. Neben den Kosten für Theorieunterricht und Prüfungen mussten bislang alle Führerscheine, vom Auto über das Motorrad bis hin zum Lkw, vorgewiesen werden. Das sei nun nicht mehr zwingend nötig.

Einen Grund für den Mangel an Fahrlehrern kennt Johannes Dickhut genau: die Abkehr von der Wehrpflicht. »Bei der Bundeswehr wurden regelmäßig Fahrlehrer ausgebildet, die auf den Markt kamen, Jahr für Jahr. Da gab es eigentlich keinen Mangel«, sagt der 65-Jährige. Das sei nun anders.

Flexible Arbeitszeiten und ein Firmenwagen

Und so hoffen die Dickhuts, die auch in Neuenkirchen eine Filiale haben, junge Leute – wie es in jeder Ausgabe der Fachzeitschrift für Fahrlehrer empfohlen wird – für ihren Beruf zu begeistern.

»Flexible Arbeitszeiten, Firmenwagen, Umgang mit jungen Leuten, 2500 bis 3000 Eur brutto als Einstiegsgehalt nach der Ausbildung – das klingt doch nicht schlecht«, sagt Daniel Dickhut.

Bei Interesse, gibt es hier Infos: www.dickhut-fahrschule.de

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