Verler Paar will andere Menschen vor einer deutschlandweit tätigen Firma warnen Stinksauer auf Umzugsanbieter

Verl (WB). Ein Paar aus Verl ist auf einen Umzugsanbieter reingefallen. »Ich würde nie wieder meinen Umzug über Move 24 abwickeln. Das war unglaublich«, sagt der 59-Jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er wolle andere warnen.

Von Kerstin Eigendorf
Können immer noch nicht glauben, wie ihr Umzug abgelaufen ist: Ein Verler Paar, das nicht erkannt werden möchte, kämpft darum, dass es nicht den vollen Betrag für die aus ihrer Sicht unmögliche Arbeit der Möbelpacker bezahlen müssen.
Können immer noch nicht glauben, wie ihr Umzug abgelaufen ist: Ein Verler Paar, das nicht erkannt werden möchte, kämpft darum, dass es nicht den vollen Betrag für die aus ihrer Sicht unmögliche Arbeit der Möbelpacker bezahlen müssen. Foto: Kerstin Eigendorf

Anfangs wirkt offenbar alles seriös. »Wir haben ohne Probleme einen Vertrag abgeschlossen und schnell eine E-Mail erhalten mit den Daten des uns zugewiesenen Umzugsunternehmens aus Bochum, das im Auftrag von Move 24 arbeitet«, so der Verler. Das Unternehmen aus Berlin wirbt im Internet mit Slogans wie »Ihr Profi mit gut 50.000 Umzügen deutschlandweit« oder »Zurücklehnen und entspannt umziehen«. Genau das will das Paar am 24. November. »Wir brauchten schnell ein Unternehmen, weil uns so viele Freunde als Helfer krankheitsbedingt abgesprungen waren«, erzählt die 58-jährige Verlerin. Da kommt ihnen dieses schnell verfügbare Angebot Recht. 600 Euro werden vertraglich vereinbart mit genauen Angaben, welche Möbelstücke und wie viele Kisten in die neue Wohnung gebracht werden müssen. Es sollen nur schwere und sperrige Teile mitgenommen werden und einige Kisten. Die kleineren Sachen hat das Paar bereits selbst in die neue Wohnung gebracht. »Alles lief problemlos, bis zu dem Tag, an dem die Umzugsfirma anrückte.«

Helfer kommen erst nach Protest

Vereinbart war zwischen 8 und 12 Uhr. »Plötzlich hieß es, man könne erst um 15 Uhr am vorherigen Einsatzort losfahren«, berichtet das Paar. Nur weil sie protestiert hätten, seien die Umzugshelfer am Mittag eingetroffen.

»Was wir dann erlebt haben, ist nicht zu glauben.« Als Verpackungsmaterial habe eine »olle Steppdecke« gedient plus mehrere Sofakissen. Gesichert worden sei kein einziges Möbelstück. »Kein Gurt, nix.« Alles sei irgendwie in den Transportwagen gehievt worden. »Die Türen der Vitrine haben wir noch schnell mit Klebeband verschlossen, nachdem sie mehrfach unsanft auf- und zugefallen waren.« Beim Rangieren des Wagens habe ein Umzugshelfer die Vitrine krampfhaft festgehalten. ein Fahrrad sei einfach oben drauf »gestopft worden«. »Ein abenteuerlicher Anblick«, sagt die 58-Jährige, die sich zu diesem Zeitpunkt entscheidet, die Kiste mit dem guten Porzellan doch nicht mitzugeben, sondern selbst in ihrem Auto zu transportieren. Dass ein Möbelpacker auf der Ladefläche mitfährt, ist nur eine von vielen Merkwürdigkeiten.

Der Aufbau war der Gipfel

»Der Höhepunkt war aber vertraglich vereinbarte Ab- und Aufbau des Bettes«, erinnert sich der 59-Jährige. Die Aussage des Umzugshelfers, er wisse nicht, wie er das Bett abbauen solle, habe ihn überrascht. »Das ist ein Standardbett«, sagt der Verler. Er habe dem Mann, der kaum Deutsch sprach, erklären müssen, was er machen muss. »Der Aufbau des Bettes war der Gipfel: krumm, schief und instabil. Ich habe mehrere Schrauben selbst reingedreht.«

Als die drei Arbeiter wegfahren, wundert es die beiden Verler nicht mehr, dass der alte Transporter laut knallt und Qualmwolken zu sehen sind. Was sie allerdings mehr wundert, ist, dass ein Fahrrad und fünf Kartons stehengelassen werden. »Die haben wir selbst in die neue Wohnung gebracht.«

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