Beim Neujahrsempfang der Verler CDU bleiben die Spitzen dieses Mal aus »Uns geht es gut«

Verl (WB). Waren bei früheren Neujahrsempfängen des CDU-Stadtverbandes verbale Giftpfeile oder Spitzen gegen andere Parteien oder einzelne Personen nicht unüblich, wurde dies beim Zusammentreffen am gestrigen Sonntag in den Räumen der Hermann Bock GmbH vermieden. Vielmehr appellierten die Redner, zufriedener und optimistischer zu sein.

Von Andreas Berenbrinker

Stadtverband ehrt treue Mitglieder

Während des Neujahrsempfangs der Christdemokraten sind auch langjährige Mitglieder geehrt worden. »Unsere Mitglieder sind das Fundament für die politische Arbeit in Verl«, lobte Matthias Humpert, Vorsitzender des Verler Stadtverbandes der CDU. Für seine 40-jährige Mitgliedschaft in der Partei ehrte die CDU-Spitze Josef Ortjohann. Seit einem Vierteljahrhundert sind Ursula Esken, Anke Hollenhorst, Ferdinand Hollenhorst, Annemarie Lükewille, Heinz Meermeier, Annette Meier-to-Krax, Christel Ohlmeyer, Johannes Rempe, Ursula Siedenhans, Hedwig Stickling sowie Elisabeth Wester-Ebbinghaus dabei.

Es war durchaus auffällig: Weder CDU-Stadtverbandsvorsitzender Matthias Humpert, noch Bürgermeister Michael Esken waren auf Angriffsmodus gepolt. Einzig der Europaabgeordnete Elmar Brok kritisierte in seiner Rede Christian Lindner. Brok machte den FDP-Chef für das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen auf Bundesebene verantwortlich. »Nur weil Lindner drei Punkte nicht passten, verlässt er die Verhandlungen. Das war eine Ausgeburt von Verantwortungslosigkeit«, schimpfte der Europaparlamentarier aus Schloß Holte-Stukenbrock. Der Staat stehe immer vor der Partei.

Appell für Zufriedenheit

Ansonsten appellierten die Politiker, mehr Zufriedenheit zu zeigen. Insbesondere Matthias Humpert und Michael Esken schlugen in diese Kerbe. »Uns geht es gut«, sagte der Stadtverbandsvorsitzende und meinte damit das Leben in Verl, dem Land und dem Bund. Humpert hat den Eindruck, dass die Bürger zunehmend unzufriedener werden, obwohl es ihnen immer besser gehe. »Die Menschen sind skeptisch und haben gemischte Gefühle«, sagte der CDU-Chef. Als Politiker dürfe man dies nicht als Stimmungen abtun. »Wir müssen die Bürger bei Themen wie Kriminalität, Flüchtlingskrise, Terror oder auch Klimawandel ernst nehmen«, mahnte Matthias Humpert.

Der kürzlich wiedergewählte CDU-Chef betonte, dass Verl mit einer Rücklage von 82 Millionen Euro und einer Gewerbesteuereinnahme von 66 Millionen Euro gut dastehe. »In vielen Bereichen geht es uns einfach gut, man hat sich in Verl an einen hohen Standard gewöhnt.« Wichtige Themen für das Jahr 2018 sei die Abwicklung der Real- und Hauptschule, die im Sommer auslaufen sowie die Stärkung der Gesamtschule und des Gymnasiums. Humpert: »Wir wollen ideale Rahmenbedingungen zum Lehren und Lernen.«

CDU will familienfreundliche Politik betreiben

Weitere Themen sind der Umbau des Rathauses und der Kaunitzer Grundschule, der Bau des Bauhofes und des Feuerwehrgerätehauses in Kaunitz sowie als wichtiges Thema der Breitbandausbau. Wichtig für die CDU ist auch die Bereitstellung neuer Flächen für Betriebe und Privatbürger. »Hier haben wir insbesondere auch junge Familien im Blick. Die CDU steht für familienfreundliche Politik«, so Humpert. Auch eine Entlastung der Verkehrssituation in der Innenstadt möchte die CDU erreichen. Man habe hier Ideen, wolle aber noch nicht ins Detail gehen.

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Wir kämpfen hart in der Sache, aber nach außen hin passt kein Blatt zwischen uns.

Bürgermeister Michael Esken Zusammenarbeit mit der CDU-Fraktion und insbesondere mit seinen Beigeordneten Heribert Schönauer und Torsten Herbst

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Bürgermeister Michael Esken lobte die gute Zusammenarbeit mit der CDU-Fraktion und insbesondere mit seinen Beigeordneten Heribert Schönauer und Torsten Herbst. »Wir kämpfen hart in der Sache, aber nach außen hin passt kein Blatt zwischen uns«, sagte Esken, der auch lobende Worte für die neue schwarz-gelbe Landesregierung übrig hatte und somit direkt Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Heimatministerium, ansprach. Dieser war in Vertretung von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, nach Verl gekommen.

Ostwestfalen ist wichtig für das Land

Dr. Jan Heinisch, 13 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Heiligenhaus, betonte die Wichtigkeit der Kommunen in Nordrhein-Westfalen und stellte heraus, dass die Abschaffung des Kommunalsoli ein wichtiger Schritt der neuen Regierung gewesen sei. »Städte wie Verl können mit ihrem Geld selbst gut umgehen«, sagte Heinisch, der herausstellte, dass klamme Kommunen nun direkt vom Land finanziell versorgt werden. Der Staatssekretär stellte außerdem heraus, dass alle Regionen, also auch Ostwestfalen, für das Land wichtig seien.

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